Bayern bei Atlético

Boateng steht auf der Kippe: Reicht es für 90 Minuten?

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Kraftakt: Jerome Boateng ist nach zehnwöchiger Pause noch nicht vollkommen fit.

Madrid – Die Bayern beteuern, dass Jerome Boateng bereit sei für 90 Minuten in Madrid – er selbst ist sich da nicht so sicher.

Thomas Müller konnte sich einen Spruch nicht verkneifen, als er gestern Morgen am Münchner Flughafen den Weg von Jerome Boateng kreuzte. „Ich habe meine Sonnenbrille nicht dabei, ich habe mir gedacht, dass die Einstrahlung im Terminalgebäude heute nicht allzu stark sein wird“, sagte der Nationalspieler. Boateng war davon natürlich unbeeindruckt, seine dicke schwarze Brille ließ er auf der Nase sitzen. Bei der Gepäckabgabe, beim Sicherheitscheck, am Gate. Wenn es um Stilfragen geht, macht dem Abwehrboss des FC Bayern niemand etwas vor – und er wollte auf dem Flug nach Madrid eben Mister Obercool sein.

Es gilt als sicher, dass Jerome Boateng heute Abend im Estadio Vicente Calderon ohne Sonnenbrille auflaufen muss, obwohl in Madrid die Sonne lacht. Als nicht ganz so sicher aber gilt, ob der Nationalspieler tatsächlich – wie allseits erwartet – auf dem Platz oder aber doch noch einmal auf der Bank beginnen wird. „Ich fühle mich fit“, sagte der 28-Jährige vor dem Abflug gegenüber unserer Zeitung. Die Frage aber, ob es nach langer Verletzungspause und zwei Teilzeit-Einsätzen schon für 90 Minuten reichen werde, konnte er nicht beantworten.

Sowohl gegen Hertha als auch in Hamburg, wo Boateng den ausgewechselten Hummels früher als erwartet ersetzen musste, hatte er sich gut eingefunden. „Aber“, sagte er gestern, „zehn Wochen Pause sind eine lange Zeit“. Natürlich hoffe er, „dass es für das ganze Spiel reicht“. Eine Garantie konnte er Trainer Carlo Ancelotti am Tag vor dem bisher wohl schwierigsten Spiel (bei uns im Live-Ticker) der Saison trotzdem nicht geben. Dass Hummels den Trip deshalb antreten und grünes Licht für einen Einsatz geben konnte, war die beste Nachricht des Reisetages.

Wohl kurzfristig soll entschieden werden, ob man Boateng den Härtetest auf höchstem Niveau schon zumuten kann. Zwar haben Hummels und vor allem Javi Martinez ihre Sache in den letzten Partien stets solide gemacht, Boateng aber strahlt gerade in Spielen gegen Hochkaräter eine Souveränität aus wie keiner der anderen beiden Innenverteidiger im Bayern-Kader. Im vergangenen Jahr, als Bayern bei Atletico 0:1 verlor, durfte er gelbgesperrt nicht mitmachen. „Nun haben wir alle Mann an Bord“, sagte Rummenigge.

Auch der Bayern-Boss hat die Hoffnung, dass Boateng mithelfen kann, den Atletico-Sturm um Antoine Griezmann zu stoppen. Der Franzose hat allein in dieser Saison schon wieder fünf Treffer auf seinem Konto, „er ist einfach ein fantastischer Spieler“, sagte Rummenigge. Ein Mister Obercool in den eigenen Reihen wird dringend gebraucht.

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