Zorniger nennt ihn "Ausnahmespieler"

Kimmichs Ex-Trainer verrät: Darum passt er zum FC Bayern

München - Wie selbstverständlich vertritt Joshua Kimmich die verletzten Abwehr-Stars beim FC Bayern. Sein Ex-Trainer Alexander Zorniger sieht in ihm den perfekten Spieler für die Roten.

2016 ist bisher das Jahr des Joshua Kimmich. Als Ergänzungsspieler und Lehrling der Stars verpflichtet, hat sich der 21-Jährige rasant zum Gewinner der Verletzungsmisere in der Abwehr des FC Bayern gemausert. In der Champions League nahm es der Aushilfsverteidiger mit Juve-Torjäger Paulo Dybala auf, im Liga-Gipfel in Dortmund stoppte er Pierre-Emerick Aubameyang. Abgesehen vom 2:1 zum Rückrundenstart beim Hamburger SV und der 1:2-Heimpleite gegen den 1. FSV Mainz 05 hat der Youngster seit Jahresbeginn noch keine Pflichtspiel-Minute verpasst.

Alexander Zorniger.

Nicht nur Pep Guardiola, der Joshua Kimmich ehrfurchtsvoll "meinen Sohn" nennt und bei jeder Gelegenheit öffentlich lobt, fährt auf den gebürtigen Rottweiler ab. Mittlerweile wird offen darüber diskutiert, ob der Defensiv-Allrounder im Sommer mit dem DFB-Team zur EM in Frankreich fahren sollte. Für Alexander Zorniger kommt die rasante Entwicklung alles andere als überraschend. "Ich habe erwartet, dass Jo bei den Bayern relativ gut zurechtkommen wird. Vom Typ her passt er total zu den Bayern, hat eine absolute Sieger-Mentalität", schwärmt Kimmichs Trainer während dessen zwei Spielzeiten in Leipzig bei Sport1: "Sein Pass-Spiel kommt jetzt in München noch mehr zum Tragen als bei RB damals."

So lange laufen die Verträge der Bayern-Stars

Tatsächlich kommt Kimmich die bayerische Ball-Zirkulation entgegen. An der Seite von Weltstars wie Philipp Lahm, Xabi Alonso oder nun des vom FC Barcelona umworbenen David Alaba in der Innenverteidigung wächst der 1,76-Meter große U21-Nationalspieler. Dass er auch noch eine Menge lernen kann und muss, unterstrich Guardiolas verbaler Überfall nach Schlusspfiff auf dem Dortmunder Rasen. "So eine Szene zeigt ganz deutlich, wie viel ein Trainer von einem Spieler hält", ordnet Zorniger die lautstarken Hinweise des Trainers an sein Talent vor laufenden Kameras ein: "Das mag nach außen immer etwas anders aussehen, aber Pep arbeitet mit ihm jeden Tag, und Jo weiß genau, wie emotional jede Situation ist."

Zorniger hebt Guardiolas Verdienst heraus

Pep Guardiola (l.) und Joshua Kimmich.

Der ehemalige Stuttgarter Trainer, ein Verfechter des offensiven Spiels, sieht in Kimmich einen "von den Ausnahmespielern, die besser werden wollen über die Arbeit mit einem Trainer". Und Zorniger stellt zufrieden fest: "Guardiola hat Jo wirklich besser gemacht. Das spricht für Guardiola, aber auch für Jo."

Mittlerweile kann der für 8,5 Millionen Euro vom VfB Stuttgart geholte Kimmich zweifellos als Aufsteiger der Saison an der Säbener angesehen werden. Dies jedoch einzig mit den langfristigen Ausfällen der Defensiv-Säulen Jerome Boateng, Javi Martinez und Holger Badstuber zu begründen, greift für Zorniger deutlich zu kurz: "Jo hat schon gespielt, als noch nicht so viele Spieler verletzt waren. Er hat sich diese Einsätze über die Leistung geholt und nicht über die Verletzungen der Kollegen."

Die Zahlen unterstreichen das: Auf 25 Saison-Einsätze kommt Kimmich bereits, stand schon mehr als 1500 Minuten auf dem Feld. Auch in der Hinrunde spielte er sechsmal über 90 Minuten. Doch der ganz große Sprung gelang dem zweimal wegen seiner Leistungen als Nachwuchsspieler mit der Fritz-Walter-Medaille ausgezeichnete Kimmich in den vergangenen zwei Monaten, in denen er sich in der Startelf der Roten etabliert hat. Schaun mer mal, wo das in diesem Jahr noch hinführen wird.

Rubriklistenbild: © dpa

Marcus Giebel

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