Löw braucht EM-Alternativen

Kimmich als Schweinsteiger-Ersatz ins DFB-Team?

Bayerns Joshua Kimmich.
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Bayerns Joshua Kimmich.

Berlin - Der Fall Schweinsteiger erinnert an das Karriereende von Ex-Capitano Ballack. Der Unterschied: Der aktuelle Kapitän hat noch „ein bisschen Zeit“, um fit zu werden. Löw muss dennoch schon an Alternativen denken.

Noch ist die EM-Tür nicht ganz zu für den erneut am rechten Knie verletzten Routinier Bastian Schweinsteiger. Doch die Ungewissheit, ob der 31 Jahre alte Kapitän noch einmal den Kraftakt schafft und rechtzeitig zur Europameisterschaft ins Weltmeisterteam zurückkommt, zwingt den Bundestrainer zum Umplanen - auch in Richtung Frankreich. „Es ist noch ein bisschen Zeit und sicher noch was möglich“, sagte Nationalspieler Thomas Müller zwei Tage vor dem ersten Länderspiel des Jahres am Samstag (20.45 Uhr) gegen England. Als Führungskraft sei Schweinsteiger wichtig. Und das unabhängig davon, ob er schon zum ersten Spiel fit sei, ergänzte Müller.

Der Fall Schweinsteiger erinnert an 2010. Damals musste Kapitän Michael Ballack kurz vor der WM-Endrunde in Südafrika wegen einer schweren Sprunggelenkverletzung passen. Für den Ex-Capitano was es der Anfang vom Ende seiner DFB-Karriere und für die Nationalelf zunächst eine Katastrophe. „Ich weiß, dass Joachim Löw alles versuchen wird, ihn mitzunehmen“, sagte Ballack der „Welt“ nun zum Fall Schweinsteiger.

Schweinsteiger zog sich 80 Tage vor dem EM-Start in Frankreich einen Innenbandteilriss im rechten Knie zu. „Wer ihn zu früh abschreibt, macht einen Fehler. Er hat schon viele Verletzungen, viele Rückschläge erlitten. Es liegt jetzt alles an ihm, sich noch einmal voll zu pushen. Die Motivation traue ich ihm ohne Weiteres zu“, bemerkte Ballack.

Auch Löw will seinen „emotionalen Leader“ für die EM ab 10. Juni noch „keineswegs abschreiben“. Im Testspiel gegen England sind die Alternativen für das Duo Sami Khedira und Toni Kroos, die wohl beginnen werden, im aktuellen Kader nicht üppig. Der Leverkusener Christoph Kramer sucht seine Topform. Sebastian Rudy und Emre Can, die in ihren Clubs diese Position auch schon ausfüllten, ordnet Löw eher der Abwehr zu. „Viel ändert sich nicht. Ob ich fünf Meter weiter vorne oder hinten spiele, ist nicht entscheidend“, erklärte Real-Madrid-Star Kroos zu seiner Rolle ohne Schweinsteiger.

Der Dortmunder Ilkay Gündogan musste wegen einer Fußblessur für den Klassiker-Doppelpack absagen. Ein Comeback von Ex-Kapitän Philipp Lahm haben der Münchner selbst und auch Löw ausgeschlossen. „Ich weiß, das Philipp Lahm nicht zu einer Rückkehr zu bewegen ist“, erklärte der DFB-Coach. Juventus-Profi Khedira soll jetzt eine Chefrolle besetzen. „Ich bin froh, dass er einen guten Rhythmus hat“, sagte Löw.

Schweinsteiger selbst hat der Rückschlag hart getroffen. „Mit dem Bundestrainer habe ich mich über meine Situation unterhalten, in den kommenden Wochen werden wir im engen Austausch bleiben“, äußerte er sich in einer Erklärung des DFB.

Kimmich könnte eine Option sein

Eine Alternative für Löws Mittelfeld-Schaltzentrale wäre der Münchner Joshua Kimmich, den Löw vorrangig als einen Spieler „für die zentrale Position 6 oder 8“ einordnete. Zuletzt war das 21 Jahre alte Bayern-Talent mit guten Leistungen als Abwehrmann aufgefallen. „Es wird spannend werden, die jungen Spieler drängen nach vorne“, sagte Löw. Für die England-Partie und das Spiel gegen Italien muss der Weltmeistercoach aber zumindest kurzfristig andere Lösungen finden.

dpa

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