Bayern-Verteidiger im Gespräch mit dem Münchner Merkur

Bernat im Interview: „Der Trainer hat mich im Auge“

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Auf dem Sprung: Juan Bernat hat eine schwierige Phase überwunden.

München – Im Merkur-Interview spricht Juan Bernat über seine Perspektiven beim FC Bayern wie im Nationalteam, das seit dem Sommer von einem alten Bekannten trainiert wird.

Während ein großer Teil der Mannschaft des FC Bayern in den vergangenen zehn Tagen auf Länderspielreisen war, blieb Juan Bernat in München. Der Spanier gehört derzeit nicht der Nationalmannschaft an, doch das will der Linksverteidiger möglichst bald ändern. Nach einer schwierigen, von Verletzungen beeinträchtigten Vorsaison hat Bernat (23) beim deutschen Rekordmeister wieder Boden gutgemacht. Im Interview spricht er über seine Perspektiven im Klub wie im Nationalteam, das seit dem Sommer von einem alten Bekannten trainiert wird.

Senor Bernat, die letzten Spiele der spanischen Nationalmannschaft fanden ohne Sie statt, Ihr letzter Einsatz liegt 13 Monate zurück. Ist eine Rückkehr in die spanische Auswahl derzeit ein Thema?

Juan Bernat: Schwer zu sagen, der spanische Verband hat sich lange nicht bei mir gemeldet. Zuletzt gab es aber Kontakt.

Wie fern haben Sie sich der Seleccion zuletzt gefühlt?

Bernat: Mein letztes Spiel war im September 2015. Aber ich habe das Thema nicht aus den Augen verloren, sondern versucht, hier im Klub alles zu geben, um mich wieder für die Nationalmannschaft zu empfehlen. Ich denke schon, dass der Trainer mich im Auge hat.

Julen Lopetegui, der neue Coach, war schon im Juniorenbereich Ihr Nationaltrainer. Macht es das für Sie leichter?

Bernat: Stimmt schon, er hat mich durch die Junioren-Jahrgänge begleitet. Die U19, U20. Er war es auch, der mir meine neue Position gegeben hat, von der Spitze in die Außenverteidigung. Und ich denke, dass er einiges von mir hält. Wenn ich im Klub meine Leistung zeige, werde ich sicher meine Chance bekommen.

Beim FC Bayern hatten Sie in dieser Saison bisher drei Einsätze in der Bundesliga, Sie haben im Pokal und in der Champions League gespielt. Wie zufrieden sind Sie mit dieser Bilanz.

Bernat: Ich habe vielleicht noch nicht so viele Minuten gehabt. Ich würde natürlich gerne noch mehr spielen. Aber der Kader ist hier sehr groß, viele außergewöhnliche Spieler. Umso mehr will ich die Minuten, die ich bekomme, genießen und alles geben.

In Ihrer ersten Saison waren Sie eine große Überraschung. Im letzten Jahr kamen die Verletzungsprobleme. Was erwarten Sie von dieser Saison?

Bernat: Stimmt, das erste Jahr hat für mich sehr gut funktioniert. Im letzten Jahr war das anders. Drei Monate lang hatte ich eine Adduktorenverletzung, dadurch bin ich aus dem Rhythmus gekommen. Ich denke, es wird entscheidend sein, dass ich gesund bleibe. Ich möchte das Maximale herausholen. Wir haben einen neuen Trainer, die Mannschaft funktioniert gut. Ich bin sehr zuversichtlich.

Plant Carlo Ancelotti mit Ihnen nur als Linksverteidiger oder auch im Mittelfeld, wo sie ja auch gelegentlich gespielt haben?

Bernat: Ich denke, hauptsächlich als Linksverteidiger. Ich bin viel mit im Angriff, sicher etwas offensiver ausgerichtet als in den vergangenen beiden Jahren. Aber meine Position ist links hinten.

Jeder im Verein sagt, wie gut der Trainer mit allen umgeht. Wie sieht diese Kommunikation mit Ihnen aus? Was gibt er Ihnen mit auf den Weg?

Bernat: Es stimmt schon, er ist nahe bei den Spielern, spricht viel mit ihnen, man spürt: er ist ein großer Trainer. Mit mir hat er darüber gesprochen, was ich auf dem Platz machen soll, und das versuche ich umzusetzen.

Holger Badstuber sagte kürzlich, dass sich Carlo Ancellotti auch außergewöhnlich um verletzte Spieler kümmert. Haben Sie auch das Gefühl?

Bernat: Ja, er kümmert sich. Aber das hat Pep auch gemacht, als ich im letzten Jahr verletzt war. Vor allem sein Athletiktrainer Lorenzo Buenaventura hat sich viel um mich gekümmert. Auch Pep selbst, der ganze Stab.

War es für Sie als Spanier schwierig, sich nach dem Abschied Pep Guardiolas auf einen neuen, nicht-spanischen Trainer umzustellen?

Bernat: Nein, überhaupt nicht. Auch Carlo Ancelotti pflegt einen Stil, der auf Ballbesitz ausgerichtet ist. Im Detail gibt es natürlich kleine Unterschiede, aber das ist kein Problem.

Sie sind erst 23, spielen aber schon seit über zwei Jahren im Ausland. Ist die Primera Division, einer der Großklubs in Madrid oder Barcelona, ein Karriereziel?

Bernat: Niemand weiß, was die Zukunft bringt. Ich bin in München zufrieden, es gibt keinen Grund, jetzt darüber nachzudenken. Aber Spanien ist mein Land, meine Heimat und irgendwann würde ich schon gerne zurückkehren.

Die Bayern haben Ihnen einen Fünf-Jahres-Vertrag gegeben. Man scheint großes Vertrauen in Sie zu haben.

Bernat: Ja, das ist schon ein großer Vertrauensbeweis, für den ich dankbar bin. Aber den muss ich natürlich rechtfertigen. Ich muss das mit meinen Leistungen auf dem Platz zurückgeben.

Das Wiedersehen mit Atletico Madrid kürzlich gehörte zu den Partien, in denen Sie sich nicht zeigen konnten. Hat Sie das besonders geschmerzt?

Bernat: Es ging nicht. ich hatte nach dem Spiel gegen Ingolstadt Probleme an den Adduktoren. Ich war auch gegen Hertha Berlin nicht auf der Bank und auch nicht gegen Hamburg . Danach waren zwei Tage Training zu wenig. Klar, das ist schon eine Partie, bei der ich gerne dabei gewesen wäre. Es ist ein großes Spiel, wir sind im letzten Jahr im Halbfinale ausgeschieden. Und natürlich hätte ich in meiner Heimat gerne gespielt.

Das Gespräch führtenMarc Beyer und Patrick Reichelt

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