Was plant Ancelotti mit ihm?

Bernat: Welche Zukunft hat Guardiolas Überbleibsel?

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Wie sieht die Zukunft von Juan Bernat beim FC Bayern unter Trainer Carlo Ancelotti aus?

New York – Pep Guardiola ist weg – Juan Bernat ist noch da. Und er will auch bleiben. Wie sieht seine Zukunft beim FC Bayern unter Trainer Carlo Ancelotti aus?

Er gehört zum Kader, natürlich, womöglich wird er sogar wieder wichtig, aber vielleicht spielt er bald auch bloß noch eine Statistenrolle. Man weiß das nicht so genau, was mit diesem Juan Bernat beim FC Bayern passieren wird. In Chicago saß er dieser Tage bei einer Autogrammstunde in einem Sportgeschäft, die Fans standen auch für seine Unterschrift Schlange. Er hockte zwischen David Alaba und Julian Green. Passend: Links eine unumstrittene Größe, rechts ein Lückenbüßer. Und was genau ist Bernat?

In seinem ersten Jahr ist er durchgestartet. In Deutschland war er zuvor allenfalls Fachleuten bekannt, und zehn Millionen Euro klangen damals zwar viel für einen namenlosen Verteidiger aus Valencia, heute aber haben die aktuellen Mondpreise alles längst relativiert. Bernat war ein Schnäppchen für den FC Bayern, zumal er überraschte: Er spielte die Saison nahezu durch.

Juan Bernat: Im dritten Jahr sucht er seinen Platz im Kader des FC Bayern

Dass Juan Bernat (23) vor seinem dritten Dienstjahr im Dress des FC Bayern nun seinen Platz im Kader sucht, hat mehrere Gründe. In seiner zweiten Saison bremsten ihn Verletzungen aus. „Ich gebe zu, ich habe mein Niveau nicht erreicht“, sagte er neulich der „tz“, und so ist er aus dem Fokus gerutscht. Zu allem Überfluss verließ ausgerechnet jetzt, wo er sein Niveau und seinen Rhythmus aus dem Einstandsjahr sucht, sein Förderer den Klub. Bernat ist mehr noch als der fußballerisch unantastbare Thiago Pep Guardiolas Überbleibsel. Der Katalane hatte ein Faible für Mittelfeldspieler und viel Vergnügen daran, sich für flexible Typen wie Bernat Positionen auszudenken. Sein Nachfolger verfolgt eher konservative Ansätze. Die Frage lautet deshalb: Hat Carlo Ancelotti diesen Bernat überhaupt auf dem Schirm?

Bernat sagt, er habe einen „ungeheuer guten Kontakt“ zum neuen Coach. Das mag stimmen, aber den beanspruchen alle Spieler im Kader für sich, denn der Italiener gilt als Kommunikationsgenie. Immerhin haben sich die beiden schon über ihre taktischen Vorstellungen ausgetauscht – und liegen auf einer Linie. „Der Trainer steht auf offensive Außenverteidiger, das kommt mir entgegen“, sagt Bernat, der seine Karriere einst als Flügelstürmer begann und die Rolle auf der linken Flanke angriffslustig interpretiert. Dass sich Ancelotti schnell auf Bernat einlässt, wäre prinzipiell eh ratsam. Der Spanier ist die einzige sinnvolle Option, sollte Alaba mal ausfallen.

Auch nach Guardiola: Bernat will beim FC Bayern bleiben

Guardiola ist weg – Bernat ist noch da. Und er will auch bleiben. Er habe einen Vertrag für weitere zwei Jahre, sagt er, „und ich habe noch nicht alles gezeigt, was in mir steckt“. Natürlich hat er auch die Nationalelf im Visier. Dass er bei der EM nicht nominiert war, akzeptiert er („ich habe nicht meinen besten Fußball gezeigt und hatte es nicht verdient“), doch den neuen Coach Julen Lopetegui kennt er aus den Junioren-Auswalteams. Er rechnet sich Chancen aus. „Aber ich werde nur berufen, wenn ich im Klub gute Arbeit leiste.“

Beim Test am Samstag in Charlotte gegen Inter Mailand kam er erst zur Pause, da lahmte das Spiel bereits wegen des Schwitzkastenklimas, vieler Wechsel und des 4:0-Vorsprungs aus der Pause. Großartig anbieten konnte er sich nicht, aber er wird deshalb keinen Deut nachlassen. „Ich liebe dieses Spiel, wenn ich aus der Tiefe überrasche“, sagt er. In seinem ersten Jahr in München hat er insgesamt alle verblüfft. Ob er unter Ancelotti erneut überraschen kann, muss sich aber erst noch weisen.

Dateiname: wall-street-und-rockefeller-center-die-bayern-in-new-york

awe

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