Er könnte damit durch kommen

Ernsthaft? Jurist will FC Bayern löschen lassen

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Thomas Müller.

München - Klingt verrückt, ist aber ernst gemeint: Ein Rechtsprofessor will den Verein FC Bayern München e.V. löschen lassen. Sollte das passieren, hätte es Auswirkungen auf die gesamte Bundesliga.

Lars Leuschner heißt der Mann, der beim Amtsgericht München angeregt hat, den FC Bayern München e.V. aus dem Vereinsregister löschen zu lassen. Er ist Professor für bürgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht an der Universität Osnabrück. Das berichtet die Zeit.

Doch wie kommt er auf die Idee? Dem Juristen geht es bei seiner Überlegung um eine Grundsatzfrage, die die gesamte Bundesliga betrifft. Denn ein Verein muss einen ideellen Zweck verfolgen und muss das so genannte Nebentätigkeitsprivileg einhalten, darf also nicht das Ziel haben, zu viel zu verdienen - so steht es im Paragraf 21 des BGB und gerade bei Profi-Fußballvereinen ist zumindest der Punkt mit der Wirtschaftlichkeit hinfällig. Fußballvereine erwirtschaften mehrere Millionen Euro im Jahr.

Beim FC Bayern waren es im vergangenen Jahr laut Zeit fast eine halbe Milliarde Euro - eine Nebentätigkeit ist das nicht mehr. Doch so einfach ist es natürlich trotzdem nicht. Der FC Bayern hat seine Profiabteilung in eine Kapitalgesellschaft ausgegliedert. An dieser Aktiengesellschaft gehören dem FC Bayern München e.V. immer noch 75,01 Prozent der Anteile - und somit auch viel Einfluss.

FC Bayern löschen lassen? Im Profifußball herrscht Vereinskultur

Natürlich machen das nicht nur die Münchner so: Im deutschen Fußball herrscht eine Vereinskultur, in den Ligen dürfen nur Vereine Fußball spielen. Die meisten Vereine haben ihre Profiabteilungen ausgegliedert, weswegen es 50+1-Regel gibt. Die wiederum besagt, dass der Verein die Mehrheit der Stimmen haben muss. In Leipzig etwa hält sich auch der Konzern Red Bull laut Zeit an diese Regelung - zumindest auf dem Papier. Sollte die Anregung des Juristen durchgehen, könnte sie die Regelung zu Fall bringen, da sie "nicht vereinbar mit der bisherigen Rechtsauffassung des Amtsgerichts" ist, wie die Zeit schreibt.

Schalke, Mainz und der VfB Stuttgart zum Beispiel haben ihre Profiabteilungen nicht ausgegliedert. "Dass die aktuelle Struktur dieser Vereine rechtswidrig ist, lässt sich nicht anzweifeln", sagte Leuschner der Zeit. "Es handelt sich um einen tolerierten Rechtsbruch."

Der FC Bayern wird seinen Spielbetrieb trotz alledem nicht einstellen müssen, ganz gleich, wie sich das Amtsgericht letztendlich entscheidet. Das FCB-Präsidium will laut Zeit bis 20. September Stellung beziehen.

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pak

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