Vorstand will keine Probleme mit BVB

Rummenigge über Reus: "Das wäre nicht fair"

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In einem großen Interview hat sich Karl-Heinz Rummenigge über die Zukunft von Philipp Lahm und einen möglichen Wechsel von Marco Reus geäußert.

Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge kann sich Philipp Lahm sehr gut als Trainer vorstellen. In einem Interview sprach er außerdem über einen möglichen Reus-Wechsel und Uli Hoeneß.

Kapitän Philipp Lahm hat noch bis 2018 Vertrag, nach dem Ende seiner Karriere sieht ihn Karl-Heinz Rummenigge als Fußballlehrer. „Philipp wäre ein perfekter Trainer. Pep sagt, er lese das Spiel in einer hochinteressanten Weise. Er steht immer schon da, wo andere noch überlegen, ob sie da stehen müssten. Er könnte ein großer Trainer werden“, sagte Rummenigge. Zunächst ist Lahm aber noch auf dem Platz gefordert. Im Kampf um den Titel hat aus Rummenigges Sicht vor allem Bayer Leverkusen aufgerüstet. „Leverkusen hat sich das Sponsorengeld von Bayer für die nächsten drei Jahre sogar schon in Vorkasse zahlen lassen, um in neue Spieler zu investieren“, sagte er.

Vorstandschef Rummenigge von Rekordmeister Bayern München vermisst seinen langjährigen Weggefährten Uli Hoeneß. „Ich habe mit Uli immer ein sehr spezielles Verhältnis gehabt. Wir haben alle Themen sehr tief diskutiert, hatten sehr fruchtbare Gespräche. Ich hatte mit ihm immer einen sehr erfahrenen Mann an der Seite. Das fehlt mir manchmal ein Stück weit“, sagte Rummenigge über den wegen Steuerhinterziehung inhaftierten ehemaligen Bayern-Präsidenten in einem Interview mit Sport1.

Rummenigge erwähnte in dem Gespräch, das am Sonntag (ab 11.00 Uhr) im Rahmen der Sendung Bundesliga Aktuell Spezial zu sehen sein wird, dass er Hoeneß bereits ein Mal im Gefängnis besucht habe: „Aber mehr möchte ich dazu nicht sagen.“ Viel lieber äußerte er sich über eine mögliche Vertragsverlängerung mit Sportvorstand Matthias Sammer, die Zukunft von Kapitän Philipp Lahm und seine Erwartungen an Mario Götze, Holger Badstuber und den FC Bayern in der kommenden Saison.

Keine Sorge wegen Saisonstart

Anders als viele Experten befürchtet Rummenigge keine größeren Schwierigkeiten wegen der WM. „Es gibt keinen Grund, pessimistisch zu sein. Wir haben eine gute Mannschaft (...), einen Top-Kader. (... ) Wir können optimistisch vorausschauen. Und das Wichtigste: Wir haben einen Trainer, der in dieser Sache Erfahrung hat, der es 2010 mit Barcelona erlebt hat, als Spanien Weltmeister wurde. Er hat gesagt, wir sollen uns keine Sorgen machen. Und ich habe großes Vertrauen in diesen Mann.“

Das gilt offenbar auch für Sammer. Ihm sei „kein Grund bekannt“, der gegen eine weitere Zusammenarbeit mit dem Ex-Profi spräche, sagte Rummenigge. Der Aufsichtsrat, der sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen habe, wisse „die Qualitäten eines Matthias Sammer richtig einzuschätzen“. Das nächste Treffen des Gremiums ist noch für August geplant, Sammer könnte dann über 2015 hinaus gebunden werden.

Im Meisterschaftskampf der Bundesliga sieht Rummenigge „ein paar Vereine, die bemüht sind, Bayern und Dortmund etwas näher zu kommen“. Einige Clubs hätten eine positive Entwicklung genommen. „Die Frage ist, ob es reicht, Bayern und Dortmund im Kampf um die Meisterschaft Probleme zu bereiten“, führte der Vorstandschef der Münchner aus.

Auch deshalb forderte er von WM-Finalheld Mario Götze, dieser müsse in seinem zweiten Jahr beim FC Bayern durchstarten. „Ich bin überzeugt, dass er weiß, was von ihm erwartet wird - und er wird das leisten. Er wird das Vertrauen, das wir in ihn haben, jetzt auch voll und ganz rechtfertigen. Er wird ein großer Spieler bei Bayern, ein ganz großer!“ Ähnlich viel hält Rummenigge von Rückkehrer Holger Badstuber, den er als „wunderbaren Burschen“ bezeichnete. In seinem Ehrgeiz während der Reha habe Badstuber ihn an Lothar Matthäus erinnert, meinte Rummenigge. „Holger wird ganz schnell wieder eine feste Größe bei uns. Der Trainer ist total überzeugt von ihm. Wir trauen ihm zu, dass er sich hier durchsetzt und dann auch wieder in der Nationalelf spielt.“

Zu einem möglichen Wechsel von Marco Reus sagte Rummenigge folgendes: „Wir haben wieder ein professionelles Verhältnis zu Dortmund und ich möchte denen durch eine voreilige, überflüssige Bemerkung jetzt keine Probleme bereiten. Das wäre nicht fair. Dortmund könnte dem Spieler die Klausel ja noch abkaufen oder einen neuen Vertrag machen. Ich möchte da keine Ratschläge erteilen. Ich habe mir abgewöhnt, ein Jahr im Voraus Entscheidungen zu fällen. Das kann man in dieser Fußball-Welt nicht mehr. Früher haben wir versucht, unsere Transfers frühzeitig zu klären. Heute ist die Philosophie anders. Wir warten erstmal ab, wen wir brauchen. Ich kann zu alledem heute keine seriöse Aussage machen. Vielleicht wird's gar kein Thema.“

Philipp Lahm: Seine DFB-Karriere in Bildern

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bix/pm/sid

Xaver Bitz

Xaver Bitz

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