tz-Redakteur Sven Westerschulze

tz-Kommentar: Kompliment an Rummenigge

+
Gut verhandelt: Karl-Heinz Rummenigge vertritt auch als ECA-Boss die Interessen der Bundesliga-Klubs mit.

München - Als ECA-Präsident vertritt Karl-Heinz Rummenigge die Interessen der europäischen Topklubs. Damit hilft er nun sogar der Konkurrenz in der Bundesliga. Ein Kommentar.

Was musste sich Karl-Heinz Rummenigge nicht alles anhören in den letzten Tagen. Von überall prasselte Kritik auf den Bayern-Boss ein, der sich in seiner Funktion als Vorsitzender der ECA mit der UEFA auf eine Reform der europäischen Klubwettbewerbe ab der Saison 2018/19 geeinigt hat. Künftig werden die vier Topligen Europas je vier feste Startplätze in der Champions League erhalten, die Einnahmen aus allen Wettbewerben sollen um rund ein Viertel auf 3,2 Milliarden Euro steigen.

Man kann Karl-Heinz Rummenigge zu diesem Deal nur gratulieren, denn er hat alles richtig gemacht. Er hat das Machtvakuum an der UEFA-Spitze ausgenutzt, zum Zeitpunkt der Verhandlungen war der neue Präsident Aleksander Ceferin noch nicht gewählt. Er hatte mit der Superliga ein Druckmittel, das die plan- und führungslose UEFA unter Zugzwang setzte. Und er hat der mächtigen ECA, der über 200 Vereine angehören, eine Menge Einfluss verschafft.

Guter Job von Rummenigge

tz-Redakteur Sven Westerschulze.

Karl-Heinz Rummenigge hat bei diesen Verhandlungen einen guten Job gemacht. Er hat den europäischen Fußball zusammengehalten und dabei die Interessen der ECA bestens vertreten. Dass künftig das halbe Teilnehmerfeld der Champions League aus den Mannschaften der vier Topligen besteht, ist zudem garantiert kein Qualitätsverlust. Im Gegenteil: Mehr Teams aus den großen Ligen bringen nicht nur mehr Geld, sondern werten den Wettbewerb auch auf.

Dennoch ist es wichtig, dass auch den Meistern der kleineren Fußballländer die Chance erhalten bleibt, sich für den größten europäischen Vereinswettbewerb zu qualifizieren. Diese Möglichkeit haben sie nach wie vor, auch wenn es künftig schwieriger wird.

Große Klubs bekommen größtes Kuchenstück

Sicher spielt die Reform den großen Klubs in die Karten. Sie bekommen nach wie vor das größte Stück vom Kuchen. Und je größer der wird, desto größer wird ihr Anteil. Auf der anderen Seite ist es ihnen aber auch zu verdanken, dass die Königsklasse überhaupt so viele Einnahmen erzielen kann.

Und davon profitieren alle, schließlich erhält jeder künftig mehr Geld - auch die Europa-League-Teilnehmer. Auch die Bundesliga sollte froh sein. Schließlich profitiert sie ebenso von den neuen Strukturen und kann sich über vier feste CL-Teilnehmer freuen, die sich wiederum über feste CL-Einnahmen freuen können.

WhatsApp-News zum FC Bayern gratis aufs Handy: tz.de bietet einen besonderen Service für FCB-Fans an. Sie bekommen regelmäßig die neuesten Nachrichten zu den Roten direkt per WhatsApp auf Ihr Smartphone. Und das kostenlos: Hier anmelden!

Sven Westerschulze

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

Gute Nachrichten von Boateng - schlechte von Hummels 
Gute Nachrichten von Boateng - schlechte von Hummels 
Das sagt Lewandowski über seine neue Freistoß-Gabe
Das sagt Lewandowski über seine neue Freistoß-Gabe
Baby-News überraschte FCB-Stars - Müller sorgt für Lacher
Baby-News überraschte FCB-Stars - Müller sorgt für Lacher
FC Bayern legt den Fokus jetzt voll auf die Liga
FC Bayern legt den Fokus jetzt voll auf die Liga

Kommentare