Nach 259 Tagen wieder auf dem Platz

Die Leidensgeschichte des Holger B.

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Die Entwicklung von Holger Badstuber seit 2008.

München - Holger Badstuber sorgte mit seinem Comeback im Pokal-Spiel gegen Augsburg für den emotionalsten Moment des Abends. Der 27-Jährige musste schon einiges Einstecken. Eine Leidensgeschichte.

Seit dem ersten Kreuzbandriss am 1. Dezember 2012 war Holger Badstuber förmlich vom Pech verfolgt. Umso schöner also, dass er beim Pokal-Spiel gegen Augsburg am Mittwochabend sein hoffentlich letztes Comeback feiern konnte: "Es war heute das letzte Mal. Ich arbeite daran, dass ich gesund bleibe und dauerhaft auf dem Platz stehe", meinte er nach dem Spiel. 

Auch sein Mitspieler und Freund Thomas Müller freute sich über die Rückkehr des 27-Jährigen. „Holger hat eine bittere Vergangenheit, aber er macht einen guten Eindruck. Er ist im Training wieder sehr geschmeidig unterwegs, und ich bin froh, dass er wieder da ist“, sagte Müller.

Zuspruch gab es auch von Kapitän Philipp Lahm: „Jeder, der Fußball liebt, will, dass Holger fit und gesund bleibt.“ Ebenso wie von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge: „Er kämpft wie ein Verrückter und hat Monate Aufbautraining hinter sich.“ Am Tag der großen Rotation mit acht Neuen in der Startelf schenkte Trainer Carlo Ancelotti Badstuber sogar beim knappen Spielstand von 2:1 das Vertrauen. „Das war kein Risiko. Er hat keine Probleme, er hat die Qualität und die Erfahrung“, sagte der Italiener.

Doch für den Abwehrspieler ist es bei weitem nicht das erste Comeback seiner Karriere. Und die vielen Verletzungen haben auch ihre Spuren hinterlassen, wie sein Post beweist:

Seine komplette Leidensgeschichte:

Dezember 2012: Badstuber erleidet im Bundesliga-Topspiel des FC Bayern gegen Borussia Dortmund einen Kreuzbandriss im rechten Knie.

März 2013: Gereiztes Narbengewebe macht eine zweite Operation am verletzten Gelenk erforderlich.

Mai 2013: Auf dem Weg zum Comeback reißt das Kreuzband zum zweiten Mal. Badstuber muss wieder in den USA operiert werden.

Oktober 2013: Beim insgesamt vierten Eingriff am rechten Knie wird dem Abwehrspieler ein neues Kreuzband eingesetzt.

September 2014: Nach 20 Monaten feiert Badstuber ein Comeback beim FC Bayern. Ein Muskelsehnenriss im linken Oberschenkel stoppt ihn aber kurz darauf wieder. Es folgen eine Operation und erneut mehrere Monate Pause.

April 2015: Beim 6:1 der Bayern im Champions-League-Viertelfinale gegen den FC Porto reißt erneut der Oberschenkelmuskel im linken Bein. Es folgen die nächste Operation und weitere 200 Tage Pause.

Februar 2016: Im geheimen Abschlusstraining vor dem Spiel beim FC Augsburg bricht sich Badstuber das Sprunggelenk im linken Fuß, nach Clubangaben ohne Fremdeinwirkung. Operation und Saisonaus.

Oktober 2016: Nach einem Kurz-Comeback auf der US-Tour im Sommer ist Badstuber gegen Augsburg endlich in einem Pflichtspiel zurück. 259 Tage nach seinem letzten Einsatz.

Foto

dpa/Patrick Steinke

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