Nach Verletzung im Training

Lewandowski gibt Entwarnung

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Wieder am Ball: Robert Lewandowski.

München – Am Montag, als Robert Lewandowski das Training abbrach, war kurzzeitig Schlimmeres zu befürchten. Am Dienstag aber war der Stürmer des FC Bayern wieder am Ball. Und nicht nur er.

Robert Lewandowski lief und schoss schon wieder. Das triste Szenario, das sich am Montag kurzzeitig abgezeichnet hatte, war am Dienstag bereits Vergangenheit. Einen Tag nachdem der polnische Stürmer des Bayern das Training abgebrochen und über Schmerzen an Rücken und Knie geklagt hatte, hatte er keine Probleme mehr und sein Verein keine Sorgen. Es bewahrheitete sich, was die Bayern via Twitter schon am Montag als Motiv in die Welt geschickt hatten: „Gute Laune in der Münchner Wintersonne!“

Es ist im Fußball immer schön zu sehen, wie ein einziger Sieg, und sei er noch so holprig, die gesamte Stimmung verändern kann. Nach dem nicht sehr glanzvollen, dafür aber umso wichtigeren 2:1 gegen Bayer Leverkusen wähnen sich die Bayern gerüstet für die letzten Wochen der ersten Saisonhälfte und die Jagd auf die erstaunlichen Leipziger. Eine Blessur ihres Mittelstürmers wäre da ein schwerer Stimmungsdämpfer gewesen. In einer Phase, in der ihnen das Toreschießen generell nicht so leicht fällt, ist ein Lewandowski unverzichtbar, selbst wenn er aktuell erst bei vergleichsweise mageren sieben Bundesligatreffern steht. Es schien deshalb im ersten Moment nicht sicher, ob bei dem Stürmer tatsächlich „nichts Ernstes“ vorlag. Oder ob es sich da um Wunschdenken handelte, wie vor zwei Wochen bei Arjen Robben und Javi Martinez, die deutlich später als zunächst angekündigt wieder ins Training einstiegen.

Für das Spiel am Freitagabend beim FSV Mainz 05, der sich in der Vergangenheit schon häufiger als unbequemer Gegner erwiesen hat, steht einem Einsatz Lewandowskis nichts im Wege. Das fügt sich in das insgesamt positive Bild. Denn auch Jerome Boateng übte am Dienstag zum ersten Mal wieder mit der Mannschaft. Der Innenverteidiger, der vor einer Woche in der Eiseskälte von Rostow eine Muskelverhärtung davongetragen hatte, absolvierte den größten Teil der Einheit ohne Einschränkungen, ehe er mit dem Physiotherapeuten individuell im Sand arbeitete.

Am Montag, als seine Rückkehr in den Kreis der Kollegen noch ausstand, hatte Boateng ein Foto gepostet, das ihn in auffälligem Outfit zeigte. Es gab zu diesem Motiv weder einen erklärenden Text noch einen konkreten Anlass. Aber vielleicht bewies der Weltmeister damit einfach nur subtilen Humor. Entstanden war das Foto am Münchner Flughafen. Und womöglich wollte er damit ja zum Ausdruck bringen, dass er nun „back to earth“ sei, zurück auf dem harten Boden seriöser Profi-Arbeit, wie von seinem Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge plakativ gefordert.

Kalte Temperaturen und der Lewy-Aufreger: Bilder vom Bayern-Training

Nicht jeder hat verstanden, dass eine interne, potenziell kontroverse Angelegenheit einfach so in die Öffentlichkeit getragen wurde. „Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass es Karl-Heinz früher auch nicht recht gewesen wäre, wenn sein Präsident so gehandelt hätte“, gab am Dienstag bei „Sky Sport News HD“ Horst Hrubesch zu bedenken. Er kennt beide Parteien ziemlich gut. Als Profi wurde er mit Rummenigge 1980 Europameister, als U 21-Trainer holte er mit Boateng vor sieben Jahren ebenfalls den EM-Titel.

Der beste Weg, das Thema zu entschärfen, wäre eine zügige Rückkehr auf den Platz. Die stürmischen Mainzer, die in jedem Saison-Heimspiel mindestens zwei Tore geschossen haben (zweimal gleich vier), werden der Bayern-Defensive gewiss ein paar schwierige Aufgaben stellen. Nach den jüngsten Eindrücken scheint sich Boateng anzubieten. Und vorne haben sie ja ihren Lewandowski.

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