LiHa 2004

YouTube-Star hat speziellen Tipp für Carlo Ancelotti parat

München - Auf YouTube ist Linus aus Norddeutschland schon ein kleiner Star. Seine Fans begeistert er mit Fußballtricks und Fachwissen rund ums runde Leder. Doch er hat noch eine andere Passion: den FC Bayern.

Er ist erst elf Jahre alt - und dennoch im Internet schon ein ganz Großer: Linus H. aus dem niedersächsischen Bad Iburg ist der erste U12-Fußball-YouTuber, der mehr als eine Millionen Klicks abgesahnt hat. Und dann ist da noch eine Kleinigkeit: Er ist - so sagt er zumindest selbst - der größte FC-Bayern-Fan der Welt.

Egal, ob Fußball-Tricks, ein Torwart-Tutorial, seine Experten-Meinung zum FC Bayern oder dem aktuellen Bundesliga-Spieltag: Linus begeistert mit seiner frechen und souveränen Art seine Fans. Dabei hatte alles vor vier Jahren ganz klein angefangen. "Ich habe zwei kleine Videos gemacht und die auf einem Testkanal meines Vaters hochgeladen. Dann wollte ich anschließend meinen eigenen Kanal haben", erzählt der Sechstklässler. Und den bekam er. 

Auf seiner Seite LiHa 2004 lud er zunächst vor Spielen eine eigene Vorberichterstattung hoch, dann kam ihm die Idee mit den Fußballtricks - und die schlug ein. Seinen Zuschauern erklärt er nun Fallrückzieher, Ronaldo-Übersteiger und Freistöße und kassiert dafür ordentlich Klicks: Seine Seite mit mehr als 350 Videos wurde schon mehr als 1,1 Millionen Mal aufgerufen, mehr als 3200 Abonnenten hat Linus mittlerweile. Und es sollen noch mehr werden. "Ich möchte mal 100.000 Abonnenten in meinem Alter haben", erklärt der Elfjährige sein Ziel. Sein Vorbild: "Konzi von den Freekickerz." 

LiHa: Ich merke mir Fußballdaten leichter, als Vokabeln

Doch LiHa zeigt nicht nur, was er fußballerisch drauf hat, sondern beweist auch eine Menge Fußballwissen, zum Beispiel in seiner "10 Fakten über ..."-Rubrik. Doch wo in seinem Kopf versteckt Linus die ganzen Daten und Fakten, die er vor der Kamera locker und lässig auspackt? "Das kann ich mir komischerweise einfach viel besser merken, als Vokabeln." Trotzdem hat die schulische Karriere natürlich Vorrang. Stehen zum Beispiel Klassenarbeiten an, ruht die Seite von LiHa und es werden keine Videos hochgeladen. Auch ein vom VfL Osnabrück zugesagtes Interview mit Martin Schwäbe musste der Schüler sausen lassen, weil zu viel in der Schule los war. Doch alles in allem ließe sich seine YouTuberei gut mit seinen Pflichten vereinbaren, wie er sagt.

Linus' Umfeld reagiert zum Großteil positiv auf sein Hobby. "Das Feedback ist ganz ok", erzählt er. Auf dem Schulhof würden ihn Freunde oft nach einem neuen Video fragen. "Und wenn ich beim Fußballspiel den Ball verliere, fragt am Spielfeldrand schon mal ein Vater, ob das wieder einer dieser YouTube-Tricks war." Doch wo Erfolg ist, da sind auch Neider - und das erfährt auch Linus am eigenen Leib. Denn nicht jeder Post unter seinen Videos ist positiv. "Es gibt viele heftige Kommentare", erzählt er. "Wenn es unter die Gürtellinie geht, löscht mein Vater das aber morgens ganz früh schon weg, so dass ich das gar nicht mitbekomme."

Das rät LiHa Carlo Ancelotti

Hat es auch selbst voll drauf: LiHa kickt seit seinem vierten Lebensjahr.

Fußball und Jungs - eine Verbindung, die beinahe unumgänglich ist. "Ich spiele selbst Fußball, seit ich vier bin und meistens auf der Position von Franck Ribéry", erzählt Linus. Sein Fan-Herz hat er sowieso an den FC Bayern verloren - und dabei wohnt der Schüler nicht mal in Bayern, sondern im hohen Norden. "Fan ist man irgendwie, das wird man nicht", erklärt er und schildert: "Wenn Bayern spielt, eskaliere ich bei Siegen und Niederlagen immer voll. Ich bin halt mit Begeisterung dabei." Ihm gefällt vor allem die offensive Spielweise der Bayern-Stars, die Passsicherheit und die vielen Tore.

Der FC Bayern - ein Klub, der nicht überall gut ankommt. "Mein Trainer fragt immer, ob ich mein Trikot nicht gewaschen habe, da sei ja immer noch Dreck auf der Brust. Er meint wohl das Logo", erzählt Linus. Dennoch steht der Elfjährige, der irgendwann mal selbst Profi, Heute-Show-Moderator oder YouTuber werden möchte, weiterhin zu seinem Verein - und gibt Neu-Trainer Carlo Ancelotti gleich mal einen Tipp mit auf den Weg. "Er sollte so spielen lassen, wie Pep. Nur sollte er Mario Götze immer auflaufen lassen." Der ist nämlich Linus' Lieblingskicker beim FC Bayern. Ob Mario Götze allerdings in nicht allzu ferner Zukunft noch in München spielt, steht noch in den Sternen. Wenn nicht, sollten die Bayern-Bosse seiner Meinung nach einen anderen Spieler verpflichten: "Messi!"

Während der EM drückt Linus natürlich dem DFB-Team die Daumen. Wer Europameister wird, steht für den Schüler außer Frage. "Deutschland", sagt er und liefert die Erklärung gleich mit: "Unsere Mannschaft kann es einfach und ist als Weltmeister natürlich auch Favorit."

Rubriklistenbild: © Meyer

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