Da staunten die Moderatoren nicht schlecht

Uli Hoeneß: Die Rückkehr des Gutmenschen

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Uli Hoeneß sorgte bei den Moderatoren und Hörern von Antenne Bayern für eine Überraschung.

München - Uli Hoeneß hat am Montag live in einer Radiosendung angerufen und spontan 10.000 Euro für einen guten Zweck gespendet.

Da brachte Antenne-Bayern-Moderator Wolfgang Leikermoser (50) erstmal nicht mehr als ein „Ohhhh“ raus. Kein Wunder, denn nach einer Iris aus Waldkraiburg, die 25 Euro spendete, rief beim alljährlichen Spendentag des Radiosenders ein Uli an. Uli Hoeneß!

Der Ex-Boss des FC Bayern (63) meldete sich gestern ganz artig mit: „Guten Morgen, hier ist Uli Hoeneß.“ Er überbrachte Leikermoser und seiner Kollegin Indra Gerdes (40) die Nachricht, dass er 10 000 Euro spenden will.

„Da ich mit meiner Frau vereinbart habe, dass wir uns dieses Jahr nichts schenken, weil ich ja zu Hause sein kann und das ist Geschenk genug“, habe er sich auf dem Weg vom Freigängerhaus zur Arbeit spontan zur Spende entschlossen.

Er widmete die Spende seiner „geliebten Frau Susi“, seinen Kindern, dem Schwiegersohn und der Schwiegertochter, „die es mir nur möglich gemacht haben, diese so schwierige Zeit so zu überstehen“. Hoeneß war im März 2014 wegen Steuerbetrugs in Millionenhöhe zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Aktuell ist er Freigänger und arbeitet in der Jugendabteilung des FCB (siehe unten). Von seinem dortigen Büro rief er auch beim Radiosender an.

Leikermoser nutzte die Gelegenheit zu einem Witz: „Ja nicht, dass das dann eurem neuen Trainer, dem Ancelotti, fehlt beim Gehalt.“ Doch da konnte Hoeneß ihn beruhigen. „Nein, da brauchen wir uns beim FC Bayern keine Sorgen zu machen“, sagte er und wünschte sich das Lied „Hello“ von Adele.

Die Einnahmen gehen an die Stiftung Antenne Bayern. Vor einem Jahr zur Weihnachtszeit hatte Hoeneß‘ Frau Susi schon mit einer Spende für Aufsehen gesorgt: Sie gab 10 000 Euro an die Aktion Sternstunden des BR.

Jetzt hat sich auch ihr Mann als Gönner zurückgemeldet. Vor seiner Steueraffäre wurde er – wegen seiner vielfältigen Benefizaktionen – oft als „der gute Mensch vom Tegernsee“ bezeichnet. 

Bewährung und bald wieder Präsident? So geht's mit Hoeneß weiter

März 2014: Wegen der Hinterziehung von 28,5 Millionen Euro Steuern wird Uli Hoeneß zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Mittlerweile ist Hoeneß Freigänger – und arbeitet in der Jugendabteilung der Bayern. Nur zum Schlafen muss er ins Freigängerhaus bei Andechs. Das Wochenende darf er meist in seinem Haus am Tegernsee verbringen.

November 2015: Der Ex-FCB-Präsident stellt einen Antrag auf Gewährung der Halbstrafe. Denn am 2. März 2016 hat Hoeneß die Hälfte seiner Strafe abgesessen. Ab diesem Zeitpunkt ist es möglich, dass die Strafe auf Bewährung ausgesetzt wird. Dafür müssen jedoch sogenannte besondere Umstände vorliegen: Ob Hoeneß diese erfüllt, ist unklar. Die Entscheidung liegt beim Landgericht. Bei einem Ja des Gerichts wäre Uli Hoeneß wieder komplett auf freiem Fuß.

Dezember 2015: Der jetzige FCB-Präsident Karl Hopfner kündigt im Münchner Merkur im Interview an: Sollte Hoeneß zurückkehren wollen, würde er als Präsident abtreten. Eine „Kampfabstimmung“ werde es nicht geben. Die Entscheidung liege allein bei Hoeneß.

Ramona Weise

Ramona Weise

E-Mail:ramona.weise@tz.de

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