Sky-Experte analysiert die Bayern-Lage

Matthäus: "Ancelotti muss seine Linie ändern"

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TV-Experte Lothar Matthäus.

München - Laut Lothar Matthäus muss Carlo Ancelotti seinen Stil beim FC Bayern nach drei sieglosen Spielen in Serie anpassen.

Sky Experte Lothar Matthäus rechnet damit, dass der FC Bayern München schon bald wieder in die Erfolgsspur findet - wenn der neue Trainer Carlo Ancelotti ein paar Dinge ändert. "Ich bin überzeugt, dass er aufgrund seiner Erfahrung, er war ja früher selbst ein kampfstarker Spieler, hart durchgreifen kann. Jetzt funktioniert es halt nicht, und deswegen muss der Trainer auch seine Linie ein bisschen ändern", sagte Matthäus im exklusiven Interview mit Sky Sport News HD.

Matthäus über ...

... die aktuelle Situation beim FC Bayern: "Man erwartet natürlich vom FC Bayern immer super Spiele, dass sie den Gegner an die Wand spielen und dass immer vier bis fünf Tore fallen. Die Saison hat ja auch super angefangen, und deswegen hat man die Messlatte natürlich ziemlich hoch gelegt. Die anderen Mannschaften fighten, sie versuchen, die Räume eng zu machen gegen den FC Bayern. Ganz sicher gibt es da gewisse Abläufe, die beim FC Bayern noch nicht so funktionieren, wie sich das die Verantwortlichen aber auch die Spieler selbst vorstellen."

... über mögliche personelle Konsequenzen: "Das sind natürlich immer Gedankenspiele. Der FC Bayern hat 20 Spieler in seinem Kader, die alle auflaufen können, um gegen Eindhoven ein gutes Ergebnis zu erzielen und auch in der Bundesliga wieder dominanter aufzutreten. Das ist ja ein Luxusproblem, das der FC Bayern hat. Natürlich muss man jetzt ein bisschen durchgreifen aufgrund der letzten zwei bis drei Spiele."

... über Ancelottis lockerem Umgang mit den Spielern: "Eine lange Leine finde ich ja einerseits gut, aber wenn der Trainer dann merkt, dass es nicht funktioniert, dann wird die Leine eben kürzer. Dann werden die Spieler es spüren, speziell Spieler, die ihn enttäuschen, die vielleicht nicht die Leistung bringen, die man von ihnen erwartet, und dann sitzt so ein Spieler eben mal auf der Bank oder vielleicht auch, bei diesem starken Kader, auf der Tribüne."

... auf die Frage, ob Ancelotti hart durchgreifen kann: "Ja, ich glaube schon. Ich finde es ja gut, dass er an die Spieler appelliert hat, Eigenverantwortung zu übernehmen, aber vielleicht hat es der eine oder andere nicht kapiert. Ich bin überzeugt, dass er aufgrund seiner Erfahrung, er war ja früher selbst ein kampfstarker Spieler, hart durchgreifen kann. Er hat es auf einem anderen Weg probiert. Jetzt funktioniert es halt nicht, und deswegen muss der Trainer auch seine Linie ein bisschen ändern."

... über eine früheren Aussage Ancelottis über die Bayern-Dominanz in der Bundesliga ("Der FC Bayern wird die Liga gewinnen ohne die Hände aus den Hosentaschen zu nehmen. Ich muss gestehen, dass ich Bayerns Spiele nicht genießen kann, es gibt einfach zu wenig echten Wettbewerb."): "Wenn er diese Aussage wirklich so getroffen hat, dann war es eine Aussage, die ganz sicher nicht glücklich ist, denn die Bundesliga ist ja eine ausgeglichene Liga. Natürlich hat der FC Bayern in den letzten Jahren dominiert, aber man sieht nicht nur am FC Bayern, sondern auch an anderen Favoriten, dass man in der Bundesliga jede Woche seine Leistung abrufen muss, um nicht böse überrascht zu werden."

... über seine Erwartungen an Ancelotti: "Dass er die Mannschaft wieder so auf dem Platz präsentiert, dass die Fans begeistert sind, dass die Spieler ihre Leistung abrufen, jeder an die Grenzen geht und jeder die Einstellung mitbringt. Der ein oder andere hat sich vielleicht gedacht, es geht alles zu leicht. Und wenn man dann so die Spiele gewinnt, wie in der Champions League oder auch der Saisonauftakt gegen Werder Bremen, dann denkt man 'ach, warum soll man den schweren Schritt machen'. Der schwere Schritt ist nötig, der schnelle Schritt ist nötig, der Zweikampf ist nötig, um eben dann diese Ergebnisse zu erzielen. Das muss der Trainer erkennen, und da muss er einschreiten."

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