Ex-Star von Real Madrid

Luis Figo im Merkur-Interview: "Es wird sehr, sehr schwer"

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Weltstar im Merkur-Interview: Luis Figo.

München - Weltstar Luis Figo spricht im Interview über die Champions League, Atléticos Leidenschaft, Carlo Ancelotti und Sorgen rund um die EM.

Er gewann 2002 mit Real Madrid die Champions League und spielte auch Jahre für den FC Barcelona: Luis Figo (43), der letzte Woche zum Laureus-Botschafter ernannt wurde, ist im spanischen Top-Fußball sehr bewandert. In unserem Interview erklärt der frühere Weltstar, was auf die Bayern gegen Atletico Madrid zukommt.

Herr Figo, wer sind Ihre Favoriten auf den Sieg in der Champions League?

Luis Figo: Ich denke, die beiden großen Namen, die noch verblieben sind, haben die besten Chancen. Die Tradition, die Erfahrung, spricht für Real Madrid und den FC Bayern. Sie sind die Favoriten. Die Bayern sehe ich schon seit dem Saisonbeginn als einen Top-Kandidaten. Sie sind sehr stark, haben eine enorme Erfahrung, weil sie in den letzten Jahren immer mindestens das Halbfinale erreicht haben. Sie haben sehr gute Spieler – und in Pep Guardiola einen fantastischen Coach. Ich drücke aber Real die Daumen, natürlich.

Sie haben Jahre in Spanien gespielt und kennen die Primera Division sehr gut. Wie schwer wird die Aufgabe Atletico Madrid (ab 20.45 Uhr live im TV und im Live-Streamhier im Live-Ticker)?

Figo: Wirklich sehr, sehr schwer. Wie sie verteidigen, mit dieser Leidenschaft, mit der gesamten Mannschaft, das ist absolut faszinierend. Es werden zwei spezielle, enge Spiele.

In Deutschland ist die Haltung so, dass Pep Guardiolas Mission als nicht komplett gilt, wenn er die Champions League nicht gewinnt. Fair oder unfair?

Figo: Also, wenn ich Trainer wäre, wäre ich glücklich, drei Mal in Serie meine Liga zu gewinnen. Aber die Fans legen die Messlatte einfach immer sehr hoch, gerade bei einem Klub wie dem FC Bayern. Ich kann den Leuten immer nur sagen: Es ist verdammt schwer, die Champions League zu gewinnen. Glück gehört auch dazu.

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Wie beurteilen Sie den Wechsel von Guardiola zu Carlo Ancelotti?

Figo: Einer geht, einer kommt – so ist das im Leben, nicht wahr (lacht)? Nein, im Ernst: Beide sind top, das haben sie in der Vergangenheit bewiesen. Sie haben beide alles gewonnen und bei jedem ihrer Vereine fantastisch gearbeitet. Bayern wird mit Ancelotti viel Freude haben – er hat schon in allen wichtigen Ligen in Europa seine Titel geholt. Damit wird er bei diesem großen Klub jetzt nicht aufhören.

Wenn wir auf die EM blicken: Ist Deutschland als Weltmeister auch automatisch der Titel-Favorit?

Figo: Für mich nicht. Du kannst nicht alles gewinnen. Bei der EM sind viele gute Teams und viele gute Spieler am Start, alles kann passieren. Es wird schwer. Ich denke, Spanien ist einer der größten Favoriten auf den Titel. Meine Portugiesen müssen sich hinten einreihen, obwohl wir ein talentiertes Team haben. In unserer Gruppe sollten wir Erster werden – obwohl Österreich zuletzt sehr stark war.

Wenn Sie einen deutschen Spieler in Portugals Nationalteam integrieren dürften, wen würden Sie sich da aussuchen?

Figo: Oh, da muss ich jetzt wirklich kurz nachdenken . . . Ich mag Bastian Schweinsteiger. Er hat Erfahrung und ist ein guter Spieler. Aber das ganze deutsche Team ist stark. Ich müsste erst gründlich nachdenken, wenn ich mich da für nur einen einzigen Spieler entscheiden dürfte.

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Werden Sie bei der EM in Frankreich sein – und haben Sie Sorge wegen der gestiegenen Terrorgefahr?

Figo: Ich werde für ein paar Spiele nach Frankreich fliegen und habe schon Angst – wie jeder andere Mensch auch. Aber wir können ja nicht einfach aufhören, zu leben. In diesen Tagen leben wir alle in Sorge, gerade bei Großereignissen. Die Welt wird grausamer, aber wir müssen unsere Leben weiterleben. Es wird eine fantastische EM. Fußball sollte stets eine Möglichkeit sein, Freude zu vermitteln.

Sie haben selbst eine Kandidatur als FIFA-Präsident angestrebt. Wie sehen Sie die Reformen?

Figo: Wie alle Fußballfans bin ich glücklich, dass es an der Spitze einen Wechsel gab. Jetzt beginnt eine neue Ära. Die Situation in den letzten Monaten, Jahren war nicht gut für das Image unseres Sports.

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