"Hart aber Felix"

Magath: Die Bayern klagen auf hohem Niveau

München - Felix Magath spricht in seiner Kolumne "Hart aber Felix" über die am Mittwoch anstehende DFL-Mitgliederversammlung. Magath findet: Wegen der TV-Gelder klagen die Bayern auf einem hohen Niveau.

Am kommenden Mittwoch findet die DFL-Mitgliederversammlung statt. Welches Thema dort wohl im Mittelpunkt stehen wird, dürfte klar sein: die Bundesliga-TV-Rechte und die Verteilung der Fernsehgelder unter den Clubs. Erst hat der FC St. Pauli den Antrag gestellt, dass es bei der Verteilung der TV-Gelder einen wirtschaftlichen Ausgleich für die gibt, die nicht von Sonderregelungen profitieren, wie sie Wolfsburg, Leverkusen oder Hoffenheim genießen. Und dann hat sich Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge wohl beim Bundeskartellamt über die derzeit herrschende Zentralvermarktung ausgetauscht und auf der Jahreshauptversammlung der Bayern nochmals beklagt, dass die Münchner beim europaweiten Ranking der TV-Einnahmen nur auf Rang 26 stehen.

Das Klagen der Bayern findet gewiss auf hohem Niveau statt. National herrscht aufgrund der Bayern-Dominanz sowieso schon kaum ein Wettbewerb mehr. International zählt der FCB ohne Zweifel zu Abonnements-Champions-League-Halbfinalisten – mindestens. Da kann kein anderer Verein aus Deutschland auch nur ansatzweise das Wasser reichen. Auch nicht die im Visier des Pauli-Antrags stehenden Wolfsburg und Leverkusen. Sie sind in der Bundesliga zwar regelmäßig Favoriten für eine CL-Teilnahme – dort spielt man dann aber keine große Rolle mehr. Schon die Gruppenphase zu überstehen stellt einen Kraftakt dar. Und diesen Klubs neidet man nun noch den Anteil unter anderem aus der Trikot-Ärmel-Vermarktung…

Ziel aber muss es doch sein, das nationale Niveau sowie den Wettbewerb in der Bundesliga und die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen – nicht, die vermeintlich Starken kleiner zu machen oder die Dominanz der Bayern weiter auszubauen. Die nun diskutierten Ansätze bei den TV-Geldern sind daher eher nur Stückwerk. Seit Jahren werden in der Bundesliga nur Kompromisse gemacht. Es bleibt dabei, dass die Rahmenbedingungen in Deutschland einfach nicht zeitgemäß sind. Auf der einen Seite versuchen wir den Verein als hohes Gut zu wahren, auf der anderen wollen wir mit den großen Klubs der Welt mithalten. Aber da steht eine antiquierte „50+1-Regel“ im Weg. Mit der Hilfe von Investoren bietet sich für viele Vereine die einzige Möglichkeit, die große Kluft zu den international spielenden Vereinen zu verringern und national mehr Wettbewerbsfähigkeit im Kräfteverhältnis mit dem FC Bayern zu ermöglichen. Aber wir sträuben uns gegen diese Chance mit Händen und Füßen. Dass es Nachholbedarf in Sachen TV-Vermarktung gibt – wie sie Rummenigge einfordert – ist unbestritten. Aber eine starke, spannende, konkurrenzfähige Liga steigert ihren Wert automatisch. Die wirkliche Aufgabe der DFL sollte darin bestehen, die „50+1-Regel“ zu kippen. Es gilt Ängste zu nehmen, Risiken zu minimieren und diesen Öffnungsprozess zügig voranzutreiben!

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