Ex-Bayer und -Löwe erinnert sich 

Manni Bender: So war das damals im Büro von Uli Hoeneß ...

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Manfred Bender (l.) bei einem Benefiz-Spiel mit Torben Hoffmann.

München - Manfred "Manni" Bender wurde als junger Spieler Deutscher Meister mit dem FC Bayern, war dabei beim "Wunder vom Wildpark" und spricht im Interview mit "11Freunde" auch über seine schwierige Beziehung zu Werner Lorant.

Sie nannten ihn das "schlampige Genie". Manfred, genannt Manni, Bender machte insgesamt 229 Bundesliga-Spiele für den FC Bayern, den Karlsruher SC und den TSV 1860 München, in denen er 42 Tore erzielte. Mit 11Freunde sprach er über seine Karriere.

"Als junger Spieler brauchst du beim FC Bayern ein gesundes Selbstbewusstsein"

Mit gerade einmal 23 Jahren wechselte Bender als großes Talent von der SpVgg Unterhaching zum großen FC Bayern. Trotz der Neuzugänge Alan McInally und Radmilo Mihajlović machte er 20 Spiele in seiner ersten Saison unter Trainer Jupp Heynckes, doch wie war es unter ihm zu trainieren? "Er hat mir klar gemacht, was es braucht, um es als Profi zu schaffen. Bei ihm ging es 24 Stunden nur um Fußball." Aber vor allem brauche man als junger Spieler ein "gesundes Selbstbewusstsein", damit man im Star-Ensemble des FC Bayern nicht untergeht. Dazu kann Bender eine lustige Anekdote erzählen: "Wenn Auge (Klaus Augenthaler, Anm. d. Red.) motzte, 'Bender, hol mal das Ballnetz', antwortete ich: 'Du kannst mir den Schuh aufblasen. Hol's doch selbst.' Aber Jupp Heynckes hat meine rotzfreche Art gefallen."

Von Beginn an gab es für Manni Bender nur Fußball. Zwar realisierte er am Anfang seiner Karriere gar nicht, was da gerade passiert, doch einschüchtern ließ er sich auch von Weltstars wie Gullit oder van Basten nie. Bender war schon immer ein Instinktfußballer, deshalb landete er auch mal im Büro von Uli Hoeneß. Er solle doch mit seinen Laufwegen aufpassen, doch Trainer Heynckes sprang ihm zur Seite: "Es gibt Fußballer, die in jeder Situation eine Lösung finden. So einer ist der Manni. 

Blütezeit beim KSC

Nach der Seuchensaison 1991/92, in der der FC Bayern mit Heynckes, Lerby und Ribbeck drei Trainer hatte, wechselte Bender zum Karlsruher SC. Dort erlebte der heute 50-Jährige seine Blütezeit. Die Mannschaft regelte alles intern, man hatte Führungsspieler wie Lars Schmidt oder Wolfgang Rolff, die immer und unbedingt gewinnen wollten. Genau so einer war Bender: Als Junge habe er mal ein Malefiz-Brett aus dem vierten Stock geworfen, nachdem seine Mutter die Partie gewonnen hatte, erzählt er grinsend. 

Am "Wunder vom Wildpark" 1993, als der KSC im UEFA-Cup den FC Valencia mit 7:0 aus dem Stadion schoss, war Bender maßgeblich beteiligt. Trainer Winnie Schäfer, der ihn erst aus München nach Baden geholt hatte, hatte sich zehn Minuten vor dem Spiel noch in die Kabine geschlichen, obwohl er gesperrt war. "Weltklasse. Die ganze Mannschaft hat sich kaputt gelacht", erzählt der ehemalige Mittelfeldspieler.

"Lorant interessierte das nicht"

1996 ging es dann zurück nach München, diesmal aber zu den Löwen. Bereits 1985 war bei Bender das rheumatische Virus "Morbus Reiter" diagnostiziert worden. Nur dank Dr. Müller-Wohlfahrt konnte er seine Profi-Laufbahn fortsetzen. Bei 1860 war er dann schon über 30. "Mein Körper hat das harte Training von Werner Lorant nicht mehr ertragen." Doch für "Werner Beinhart" war das keine Ausrede. "Andere Trainer befreien erfahrenere Spieler auch mal von einer harten Einheit, doch Lorant interessierte das nicht. Deshalb habe ich bei 1860 in drei Jahren nur 51 Spiele gemacht."

Dass der Ex-Löwe und jetzige Dortmunder Sven Bender auch Manni genannt wird, hat er dem "schlampigen Genie" zu verdanken. "Der hat Manni sogar in den Schuh eingestickt. Als wir uns trafen, erzählte er mir, dass er auf Sven schon gar nicht mehr reagiert, weil er sich so an Manni gewöhnt hat. 

tor

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