Zum Abschied als Kommentator

Marcel Reif hört auf: Bayern-Fanclub lädt zu Freuden-Feier

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Der FC Bayern-Fanclub "Rekordmeister‘87" veranstaltet am 4. Juni eine Feier — aus Freude über den Rückzug von Marcel Reif als Sky-Kommentator.

München - Marcel Reif kommentiert keine Fußball-Spiele mehr für Sky. Und der Bayern-Fanclub "Rekordmeister'87" veranstaltet am 4. Juni eine Feier — aus Freude über seinen Rückzug.

Es war sein letztes Fußballspiel als Sky-Kommentator: Am Samstagabend saß Sky-Chefkommentator Marcel Reif beim Champions-League-Finale zwischen Real Madrid und Atlético Madrid vor dem Mikrofon (unsere TV-Kritik). Nun ist er als Kommentator beim Münchner Pay-TV-Sender Geschichte. Kaum ein Fußball-Kommentator ist so umstritten wie er. Insbesondere warfen ihm Fans des FC Bayern nicht selten eine Anti-Bayern-Haltung hinter dem Mikrofon vor. BVB-Fans sahen es oftmals ähnlich und ordneten ihn als Anti-Borussia ein.

Ein Bayern-Fanclub aus der Oberpfalz zelebriert das Ende von Marcel Reif als Sky-Kommentator sogar mit einem rauschenden Fast. Unter dem Motto "Nach 17 Jahren Abschied von Marcel Reif – das muss gefeiert werden" findet am kommenden Samstag, 4. Juni, eine vom Fanclub "Rekordmeister'87 " organisierte "Marcel Reif Gedächtnis-Feier" im Biergarten des Lokals MFG in Cham statt. Für alle Mitglieder das Fanclubs, die offenbar lange Jahre unter seinen Kommentaren litten, gibt es sogar Freibier. Den Zeitraum von 17 Jahren bezieht der Fanclub auf Reifs Zeit bei Deutschlands großem Pay-TV-Sender. 1999 wechselte er zum Sender Premiere, dem heutigen Sky Deutschland.

So lief der Abschied von Marcel Reif bei Sky

Marcel Reif ging am Samstagabend ohne ganz große Worte. "Andiamo - und tschüss!", sagte der Sky-Kommentator in Mailand zum Abschied nach vier Jahrzehnten am Mikrofon, drehte sich zum Spielfeld in San Siro um und wurde nach dem Champions-League-Finale langsam ausgeblendet.

17 Jahre hat der 66-Jährige für Sky gearbeitet, 22 für das ZDF, fünf Jahre für RTL, er hat unzählige Spiele begleitet und war dabei zugleich der beliebteste und unbeliebteste Mann. Beim Revierderby in Dortmund rüttelten Fans sein Auto durch, in Dresden wurde er beschimpft und mit Bierbechern beworfen. Das vergällte ihm gegen Ende die Freude am häufig blumigen Wort.

"Denjenigen, der mal meinte, dass meine ganze Familie brennen müsse, habe ich ausfindig machen lassen. Der ist dann verurteilt worden", berichtete er kürzlich im Welt-Interview, ansonsten habe er mit sachlicher, direkter Kritik nie Probleme gehabt. Häufig aber war sie anonym, zynisch, beißend.

Viele Momente hat er mit sonorer, manchmal etwas hochnäsig klingender Stimme in die Wohnzimmer gebracht, den Grimme-Preis erhielt er für den "Torfall" von Madrid 1998. "Es war schrecklich, furchtbar - und zu Beginn eine Fehlleistung von mir. Ich war dabei, medialen Selbstmord zu begehen. Bis Günther Jauch aus dem Studio meinte, ihn mit auf Sendung zu nehmen", erzählte er darüber: "Und dann haben sich zwei gute Freunde hochgeschaukelt. Das war Anarchie, Real-Satire."

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