In der Allianz Arena

Götze bekommt Versprechen - und die große Bühne

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Mario Götze.

München - Gegen Italien ist im DFB-Team Mario Götze am Zug - der Bundestrainer hat dem Bayern-Bankdrücker zu seinem 50. Länderspiel etwas versprochen.

Mario Gomez hat vorgelegt - jetzt kann Mario Götze kontern. Ausgerechnet in der Münchner Fußball-Arena, wo der WM-Held bei Spielen mit dem FC Bayern derzeit fast immer auf der Ersatzbank schmoren muss, darf der 23-Jährige in seinem schon 50. Länderspiel am Dienstagabend (20.45 Uhr/ARD) gegen Italien mal wieder als Hauptdarsteller auflaufen. Bundestrainer Joachim Löw hat seinem Sorgenkind zum Jubiläum einen Startelf-Einsatz versprochen.

„Er bekommt die Chance, von Anfang an zu spielen“, hatte Löw schon vor der 2:3-Niederlage in Berlin gegen England angekündigt, bei der ein wiedererstarkter Gomez nicht nur wegen seines Tor-Comebacks im Nationaltrikot der Gewinner unter den deutschen Verlierern war. Götze, die sogenannte falsche Neun, kam in der 80. Minute für den echten Neuner Gomez, der plötzlich mit Blick auf die EM ein starker Konkurrent um die zentrale Stürmerposition geworden ist.

„Ich habe wieder Spaß am Fußball. Das war sicher eine Zeitlang nicht so“, erzählte Gomez. Er sprüht auf die Spielfeld wieder vor Kraft und Tatendrang. „Ich merke, dass ich dem Abwehrspieler wieder wehtun kann, ich habe jetzt wieder mehr Körner im Hintern“, bemerkte er.

Mit seinem Kopfballtor zur später verspielten 2:0-Führung beendete Gomez eine fast vierjährige Torpause im Nationalteam. „Tor hin oder her. Ich bin alt genug zu wissen, dass es Wichtigeres gibt“, meinte der 30-Jährige, der in der Türkei bei Besiktas Istanbul wieder aufgeblüht ist, nach seinem 62. Länderspiel und Treffer Nummer 26. „Ich bin ein bisschen weggekommen davon, nur die Tore zu sehen.“

Löw war „sehr zufrieden“ mit dem, was Gomez gegen die Engländer leistete. Der Torjäger habe untermauert, seine Chancen wieder nutzen zu können. Ein weiterer Treffer wurde zu Unrecht nicht anerkannt. Über den falschen Abseitspfiff regte sich Gomez aber nur spontan auf dem Spielfeld auf. Später richtete er den Blick nach vorne. Nach der verpassten Weltmeisterschaft 2014 ist die EM sein Ziel und Antrieb. „Ich muss mich natürlich auch noch steigern zum Turnier.“

EM-Freifahrtschein für Götze

Das gilt erst recht für Götze, auch wenn Löw dem lange verletzten Offensivspieler einen EM-Freifahrtschein ausgestellt hat. „Ich werde auf ihn zählen.“ Darum muss der Bundestrainer Götze jetzt das geben, was Pep Guardiola dem Nationalspieler beim FC Bayern in der entscheidenden Saisonphase kaum gibt oder geben kann - Spielpraxis. „Die werde und muss ich ihm jetzt geben“, erläuterte Löw. „Wie lange es dann gegen Italien geht, muss man sehen. Mario hat schon noch ein bisschen Aufholbedarf im körperlichen Bereich.“

Im Berliner Olympiastadion musste Götze nach seinem Kurzeinsatz nach dem Abpfiff unter Anleitung eines Fitnesstrainers noch einige Sprints absolvieren. Warmlaufen für München, seine Wahlheimat, die ihm auch im dritten Jahr beim FC Bayern nicht das Fußballglück gebracht hat. „Wir müssen ihm ein Stückweit helfen bei der Nationalmannschaft“, sagte Löw: „Nur mit Spielpraxis kann er die Defizite aufarbeiten.“

Mit einer starken Leistung gegen Italien könnte Götze auch für Einsätze im Bayern-Trikot werben. Beim Rekordmeister geht es ja auch um seine Zukunft. Auch Löw hatte das Thema Vereinswechsel bei einem Vier-Augen-Gespräch mit Götze in Berlin offen thematisiert.

Gomez verließ den FC Bayern übrigens 2013, als Guardiola gerade in München anfing. Aber erst der Neuanfang als Leihspieler bei Besiktas Istanbul ist dem besten Schützen der türkischen Liga (19 Tore) nach zwei unglücklichen Jahren beim AC Florenz gelungen. „Ich habe gesagt, ich brauche frische Luft, ich brauche was Neues“, schilderte Gomez. Es ging im vergangenen Sommer um seine Karriere. „Ich wusste, dass das meine letzte Chance ist, zu einem Turnier zu kommen.“ Mario Gomez ist gerade auf dem besten Weg, sie eindrucksvoll zu nutzen.

dpa

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