Transferpoker mit Borussia Dortmund

So viele Millionen würde den FC Bayern ein Götze-Verbleib kosten

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Keine wirklich lohnende Investition: Mario Götze hat beim FC Bayern die in ihn gesteckten Erwartungen nicht erfüllen können.

München - Noch sind sich der FC Bayern und Borussia Dortmund über einen Transfer von Mario Götze nicht einig. Dabei sollte ein Verkauf im Interesse der Roten sein. Denn es geht um viele Millionen Euro.

Karl-Heinz Rummenigge betont gern, dass der FC Bayern im Weltfußball am oberen Ende der Nahrungskette steht. "Seit 2008 ist bekannt - es ging damals um Franck Ribery - dass wir keinen Spieler gegen unseren Willen verkaufen", beendete der Vorstandsboss vor einigen Wochen jegliche Spekulationen um einen Wechsel von Robert Lewandowski zu Real Madrid.

Während der EM-Nachwehen aber sieht sich der frühere Stürmer mit einer ganz anderen Herausforderung konfrontiert. Diesmal nach dem Motto: Beim FC Bayern sitzt kein Spieler gegen den Willen des Klubs seinen Vertrag aus!

Schon mehr als 70 Millionen Euro für Götze gezahlt

Gemeint ist natürlich Mario Götze. Der Weltmeister von 2014 und Edelreservist der Roten droht zum größten Verlustgeschäft des Rekordmeisters zu werden. Schon jetzt hat der FC Bayern mit der 2013 an Borussia Dortmund überwiesenen Ablöse von 37 Millionen Euro sowie dem geschätzten Jahresgehalt von zwölf Millionen Euro zuzüglich Prämien mehr als 70 Millionen Euro in den "Golden Boy" von 2011 (bester Nachwuchsspieler Europas, Anm. d. Red.) gepumpt.

Um wenigstens noch einen Teil der Investitionen zu retten, müsste Götze jetzt - also ein Jahr vor Vertragsablauf - verkauft werden. Problem: Der BVB scheint die einzige ernstzunehmende Option für den 24-Jährigen zu sein. Noch feilschen die beiden Klubs über die Modalitäten - natürlich geht's vor allem ums liebe Geld.

FCB und BVB - Noch einige Millionen auseinander

Karl-Heinz Rummenigge.

Rummenigge gibt sich dabei nur zu gern als knallharter Geschäftsmann. "Es gibt einen Preis, der ist bekannt. Wenn der erfüllt wird, sind wir bereit, den Transfer zu erfüllen", betonte der 60-Jährige am Rande des mit 4:3 gewonnenen Bayern-Testspiels bei seinem Heimatklub SV Lippstadt am Wochenende. 25 bis 30 Millionen Euro wollen die Roten angeblich sehen, bevor sie Götze freigeben. Die Borussia bietet allerdings offenbar nur 23 Millionen Euro.

Dabei ist der Ausgang des Pokers eigentlich absehbar. Denn den FC Bayern könnte es teuer zu stehen kommen, sollte es nicht zu einer Einigung kommen. In diesem Fall droht Götzes ablösefreier Abgang 2017. Und das kann ganz und gar nicht im Sinne Rummenigges sein. 

Noch ein Jahr Götze würde rund 40 Millionen Euro kosten

Zwar ist das vielzitierte Münchner Festgeldkonto nach wie vor prall gefüllt. Doch dem FC Bayern würde nicht nur die offenbar aufgerufene Ablöse von 25 bis 30 Millionen durch die Lappen gehen, sie müssten Götze auch ein weiteres Mal die im Raum stehenden zwölf Millionen Euro Jahresgehalt überweisen. Folglich würde ein Verbleib des einstigen Riesentalents den Doublesieger rund 40 Millionen Euro kosten können.

Dementsprechend würde Rummenigge den gebürtigen Memminger lieber heute als morgen aus dem Schaufenster nehmen. "Mario Götze ist ein wunderbarer Fußballer, aber leider hat es eben beim FC Bayern bisher nicht funktioniert", bedauert Bayerns Vorstandsboss: "Der Junge muss kontinuierlich spielen. Und ich glaube, das muss er bei einem anderen Verein versuchen." Für die Roten geht es jetzt nur noch darum, den finanziellen Schaden durch die Götze-Verpflichtung in Grenzen zu halten.

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