So etwas hat es noch nie gegeben

Götze und die Bayern: Es hat nicht funktioniert

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Mario Götze wartet darauf, dass sich Bayern und BVB einigen.

München - Selten in der Geschichte des FC Bayern wurde ein Spieler so vor die Tür gesetzt wie Mario Götze. Damit haben die Münchner aber möglicherweise ihre Verhandlungsposition geschwächt...

Mit hinauskomplimentieren hat das schon längst nichts mehr zu tun. In der Fußballbranche herrscht oft mehr Schein als Sein, gerade, wenn es um schmerzhafte Wahrheiten geht, denn um die Wahrheit ist es im Zweifel ungefähr so bestellt wie mit einem ungelenken Abwurf ins Seitenaus. Dass der FC Bayern Mario Götze loswerden will, ist inzwischen jedem bewusst. Am Samstag hat Karl-Heinz Rummenigge das ein weiteres Mal mit klaren Worten bestätigt.

„Mario Götze ist ein wunderbarer Fußballer“, sagte der Vorstandschef, das war noch freundlich, dann jedoch wurde er vernichtender: „Aber leider hat es beim FC Bayern eben bisher nicht funktioniert.“ Erleichtert man diesen Satz um ein paar Füllwörter, bleibt eine knallharte Analyse nach drei Jahren Zusammenarbeit: Es hat nicht funktioniert. Darum also: Servus!

Rummenigge erklärte, dass die Verhandlungen mit Borussia Dortmund schon recht weit gediehen seien. Es gehe nur mehr um die Ablösesumme, sagte er: „Es gibt einen Preis, der ist bekannt. Wenn der erfüllt wird, sind wir bereit, den Transfer zu erfüllen.“ Vor drei Jahren ließen sich die Münchner das Juwel, auf das vor allem Rummenigge ein Auge geworfen hatte, 37 Millionen Euro kosten. Im Falle eines Rückkaufs möchte Bayern zwischen 25 und 30 Millionen einstreichen. Der BVB startete bei 23 Millionen. Jetzt wird gepokert.

Die Bayern sind dabei eine starke Position losgeworden, indem sie Götze frühzeitig so offensiv den Stuhl vor die Tür gestellt haben. Und in Dortmund fragt man sich, ob man jeden Preis zahlen muss, wenn ein Spieler nur noch ein Jahr unter Vertrag steht. Allerdings sind auch die Borussen unter Zugzwang; eine Figur wie Götze könnte die etlichen namhaften Verluste dieses Sommers kompensieren, und das nötige Kleingeld ist ja da, die Herren Mats Hummels, Ilkay Gündogan und Henrik Mchitarjan zogen keineswegs für lau weiter.

Rummenigge versuchte am Samstag, Götze und Dortmund eine Zusammenarbeit schmackhaft zu machen. „Er ist 24, er muss kontinuierlich spielen“, sagte der Bayern-Vorstand, in München würde der Nationalspieler allerdings nicht auf seine Einsatzzeiten kommen; dafür sei der Kader zu üppig und zu hochwertig.

Man muss lange in den Annalen blättern, um einen vergleichbaren Fall zu finden, wie die Bayern früher überzähliges Personal loswerden wollten. Zu Michael Rummenigge sagte der damalige Manager Uli Hoeneß im Frühjahr 1988 mal, er habe einen Platz für die nächste Saison für ihn: Auf der Tribüne. Block 17, Reihe 12, Platz 9. Michael Rummenigge wechselte zu Borussia Dortmund.

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