Doku im WDR

Götze-Interview zensiert

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Mario Götze.

München - Trotz seiner Verdienste und seiner Fähigkeiten hat Mario Götze in der Öffentlichkeit einen schweren Stand. Eine Dokumentation des WDR hat versucht, dem Spieler etwas näher zu kommen. Doch die Ausstrahlung einiger Antworten des Spielers wurden von dessen Management verboten.

22 Jahre alt, Spieler beim FC Bayern, Weltmeister, dazu Torschütze des entscheidenden Treffers zum Titelgewinn der deutschen Nationalmannschaft: Eigentlich sollte Mario Götze DER Superstar des deutschen Fußballs sein. Seine Beliebtheitswerte müssten sich in schwindelerregenden Höhen befinden, sein Trikot sich so oft verkaufen wie kein anderes, sein Name in den Fankurven der deutschen Stadien lautstark skandiert werden. Doch nichts von alledem ist der Fall. Mario Götze gilt stattdessen als einer unter vielen. Everybody's darling, das sind andere: Manuel Neuer, Philipp Lahm oder Bastian Schweinsteiger zum Beispiel. Götze ist mit überragendem Talent ausgestattet und beim FC Bayern sowie in der Nationalmannschaft durchaus ein wichtiger Spieler - jedoch nicht mehr, und nicht weniger.

Seit seinem spektakulären Wechsel von Borussia Dortmund zum FC Bayern im Sommer 2013 und der umstrittenen T-Shirt-Aktion bei seiner Vorstellung gilt Götze in den Augen vieler deutscher Fußball-Fans als überheblich und arrogant. Auch seine oftmals eintönig wirkenden Interviews erscheinen meist befremdlich. Zwar versorgt Götze seine Fans regelmäßig auf Facebook und Twitter mit Neuigkeiten und Fotos, richtig nahe kommt man ihm aber nicht. Daran änderten auch die jüngsten Aussagen von Bayern-Sportdirektor Matthias Sammer nichts, der seinen Schützling vehement verteidigte.

Eine Dokumentation des WDR hat jetzt versucht, das Phänomen "Mario Götze" näher zu beleuchten und den Nationalspieler von einer bislang weniger bekannten Seite zu zeigen. Dabei wurde deutlich, wie sehr Götze von Beratern gelenkt und von Sponsoren vereinnahmt wird.

Der WDR musste zahlreiche Antworten Götzes aus dem Beitrag schneiden. Das Management des Spielers strich bei der schriftlichen Autorisierung des Interviews diverse, auch sympathische und unverfängliche Antworten des Spielers - laut WDR ohne Begründung.

Dass Götze auf die Frage, ob er sich manchmal als ungeliebter Held fühle, sinngemäß antwortete, er könne die Situation speziell in Dortmund (dort wird der Spieler seit seinem Abschied regelmäßig gnadenlos ausgepfiffen, daran änderte auch sein Tor im WM-Finale nichts, Anm. d. Red.) gut einschätzen, durfte auf Geheiß seines Medienmanagements nicht gesendet werden.

Eine der wenigen Aussagen Götzes, die am Ende auch tatsächlich ausgestrahlt werden durften, bezogen sich auf das Thema Öffentlichkeit. Dazu sagte Götze: "Was die Öffentlichkeit betrifft, sollte man immer selektieren, wen man an sich ranlässt, was man macht und was man sagt. Das muss man auf jeden Fall tun." Götze hat hierfür seine Berater. Möglicherweise treffen die aber nicht immer die richtigen Entscheidungen.

Sie können die Sendung "Sport Inside" hier online ansehen

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