Stürmer vor Comeback in DFB-Elf

Gomez: Umgang mit Robben und Ribéry unfair

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Mario Gomez wurde von Bundestrainer Jogi Löw für die Länderspiele gegen Frankreich und die Niederlande berufen.

München - Während das Comeback von Mario Gomez in der deutschen Nationalmannschaft näher rückt, äußerte sich der Stürmer zuvor über seine ehemaligen Vereine, darunter auch der FC Bayern.

Mario Gomez ist wieder zurück. Seit September 2014 hatte der ehemalige Stürmer des FC Bayern kein Spiel mehr für die Nationalmannschaft absolviert. Nun, inmitten der Stürmer-Diskussion um die DFB-Elf, beruft Joachim Löw den 30-Jährigen für die beiden Testspiele gegen Frankreich und die Niederlande. 

In den vergangenen Jahren wurde die Karriere von Gomez von vielen Negativerlebnissen überschattet. Da wäre zum Einen der viel kritisierte Wechsel vom FC Bayern nach Italien in die Serie A zum AC Florenz im Sommer 2013. Zahlreiche Experten rieten dem Stürmer damals vom Wechsel nach Italien ab und meinten, er solle versuchen, sich in München unter dem neuen Bayern-Trainer Pep Guardiola durchzusetzen. War es die richtige Entscheidung? Gegenüber dem

kicker

räumt Gomez ein: "Diese Frage stellte ich mir nun auch im Sommer. Aber ich brauchte etwas Neues." In Florenz kam Gomez nie richtig in Tritt. Immer wieder wurde über ein Zerwürfnis mit dem damaligen Fiorentina-Trainer Vincenzo Montella spekuliert - Gomez selbst gibt zu, dass es durchaus Differenzen zwischen ihm und Montella gab: "Zwischenmenschlich lagen wir nicht auf einer Wellenlänge. Er hatte irgendwann den Glauben an mich verloren." 

Gomez: Intensives Training unter Heynckes

Zum Anderen waren da die zahlreichen Verletzungen, die den 1,89 Meter großen Stürmer immer wieder zurückwarfen. So kam er beim AC Florenz in der Serie A insgesamt nur auf 29 Einsätze und erzielte dabei lediglich sieben Tore. Nach zwei Jahren voller Missverständnisse wollte Gomez im Sommer den Neuanfang und wechselte zu Beginn der Saison in die Türkei zu Besiktas Istanbul. Acht Treffer in elf Einsätzen lassen darauf schließen, dass der Schwabe die richtige Entscheidung getroffen hat. Gomez wirkt wieder körperlich fit und hat die Freude am Fußball wiedergefunden. Der Stürmer scheint den Tapetenwechsel ebenfalls nicht zu bereuen: "Es war nicht leicht, Florenz zu verlassen, nach zwei verkorksten Jahren, ohne die wahre Qualität gezeigt zu haben. Aber ich musste egoistisch sein." Ausschlaggebend für sein Formhoch sei auch Besiktas-Trainer Senol Günes, der für seine fordernden Trainingseinheiten bekannt ist. Unter Coach Montella in Florenz dagegen war es "nicht so, dass ich komplett austrainiert war. Ich war nie richtig fit. Zu Trainer Günes habe ich gesagt, dass ich intensives Training brauche, um richtig fit zu werden. Er gibt Gas, wie bei Jupp Heynckes, der auch sehr intensiv trainierte", meint Gomez. 

Gomez: "Spieler sind austauschbar"

Durch seinen wiedererlangten Torriecher tauchte Gomez nun auch wieder auf dem Radar von Bundestrainer Jogi Löw auf. Im September 2014 machte er gegen Argentinien sein bislang letztes Spiel für die DFB-Elf und wird nicht die besten Erinnerungen an jene Partie haben. Die Zuschauer im Stadion pfiffen den Stürmer damals gnadenlos aus. Für den Stürmer ist das Thema abgehakt: "Dieses Spiel fiel genau in die Mitte dieser zwei schwierigen Jahre in Florenz. Es lief vieles in die falsche Richtung." 
Gomez scheint durch die Erlebnisse bei seinen ehemaligen Vereinen gereift zu sein. Kann er diese Erfahrung nach dem Wegfall von Lahm, Mertesacker und Klose auch kommenden Sommer bei der EM 2016 in Frankreich einbringen? Gomez schätzt seine Rolle realistisch ein: "Bei der EM wird es hauptsächlich der WM-Kader sein: Erfahrung ohne Ende. Als Ballack weg war, ging es auch. Bei Bayern redet jeder über Costa und Coman - weniger über Ribéry und Robben. Das ist unfair. Aber so ist der Hochleistungssport. Spieler sind austauschbar." 
Mario Gomez wurde bei der Nationalmannschaft seit 2014 nicht ausgetauscht - seine Position wurde in der Regel durch sogenannte "falsche 9er"wie Mario Götze oder Thomas Müller ersetzt. Nun ist Gomez wieder zurück und könnte mit seinen Qualitäten vor dem Tor in der ein oder anderen Situation durchaus eine Option für Löw sein. Gomez selbst will sich jedoch nicht unter Druck setzen: "Ich habe mir in den zurückliegenden Monaten gesagt, dass ich etwa noch vier, fünf Jahre spielen kann. Diese Zeit will ich möglichst genießen. Alles was da kommt, ist schön. Wenn ich gesund bin und alles gebe, habe ich gute Chancen. Die EM wäre eine geile Sache."

kus

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Philipp Kuserau

Philipp Kuserau

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