Transferankündigung sorgt für Wirbel

Presse zu Hummels-Wechsel: "Das Ende der Bundesliga"

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Mit Mats Hummels würde innerhalb von drei Jahren der dritte Spieler von Dortmund nach München wechseln.

München - Der mögliche Wechsel von Mats Hummels zum FC Bayern schlägt hohe Wellen und wird in der deutschen Medienlandschaft größtenteils kritisch beäugt. Wir haben die besten Reaktionen zusammengefasst.

Erst vergangene Woche kam der Stein so richtig ins Rollen. Vater und Berater Hermann Hummels brachte, angesprochen auf einen Abgang seines Sohnes aus Dortmund, den FC Bayern ins Gespräch. Bis dahin war ein möglicher Hummels-Transfer reine Spekulation. Doch dann wärmte auf einmal BVB-Chef Joachim Watzke das Wechsel-Gerücht auf: "Diese persönlichen Momente, dass er mit dem Club noch nicht fertig ist. Dass sein Vater, seine Mutter, sein Bruder in München wohnen. Seine Frau aus München ist, er selbst Münchner ist - da kommt schon eine ganze Menge an Komponenten zusammen."

FCB-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge ließ nicht lange auf sich warten und bestätigte das Interesse des FC Bayern an den Diensten des deutschen Nationalverteidigers. "Grundsätzlich kann ich die Worte von Herrn Watzke bestätigen, dass Mats sich mit dem FC Bayern befasst. Ich möchte das doch ordentliche Verhältnis, das wir in den letzten zwei Jahren aufgebaut haben, nicht durch eine unbedachte Äußerung beschädigen. Ich glaube, es gilt da den Respekt des laufenden Vertrages zu berücksichtigen", äußerte sich der Bayern-Chef umsichtig.

Hummels zum FC Bayern? Ad-hoc-Meldung schaffte Klarheit

Die vorläufige Pointe setzte dann eine Ad-hoc-Meldung vom Donnerstag, in der Borussia Dortmund seine Aktionäre vor einem möglichen Abgang Hummels in Richtung Rekordmeister warnte. "Er hat Borussia Dortmund seinen Wunsch mitgeteilt, den Klub im Sommer zu verlassen und sich zur kommenden Saison dem FC Bayern anzuschließen", hieß es da in der Meldung.

In nur wenigen Tagen entwickelte sich ein loses Wechsel-Gerücht zu einem ernstzunehmenden Transferbericht, über den die gesamte Fußball-Republik diskutiert. Der Abgang ihres Kapitäns wäre für alle BVB-Fans ein Schlag ins Gesicht. Nach Mario Götze und Robert Lewandowski wäre es innerhalb von drei Jahren der dritte schmerzhafte Wechsel eines Spielers zum großen deutschen Konkurrenten.

In den Medien wird ein möglicher Wechsel von Hummels zu den Bayern kritisch beäugt. In einer Presseschau haben wir einige Reaktionen zusammengefasst:

Spiegel: Die Bundesliga wird zum Scheinwettbewerb

Spiegel: Der "Spiegel" sieht in dem möglichen Wechsel von Mats Hummels zu den Bayern den "Anfang vom Ende der Bundesliga". Wenn es dem BVB als früherem Champions-League-Finalteilnehmer und attraktivem Verein in Europa nicht gelingt, seinen Kapitän zu halten und ihn dann auch noch an den übermächtigen FC Bayern verliert, dann "ist die Bundesliga dabei, sich als sportlicher Wettbewerb abzuschaffen." Die "50+1-Regel" verhindere den Einstieg von Investoren - "dem FC Bayern gilt sie als Schutz vor echter Konkurrenz." In Zukunft werde die Bundesliga immer mehr zum "Scheinwettbewerb" mit einem übermächtigen FC Bayern verkommen. Und "wenn irgendein Konkurrent den Münchnern doch zu nahe kommen sollte, kann der FC Bayern ja immer noch einfach deren beste Spieler wegkaufen, so wie im Fall Mats Hummels. Egal, ob sie in München überhaupt dringend benötigt werden."

SZ: Herzlichen Glückwunsch, FC Bayern

Süddeutsche Zeitung: Auch die "SZ" spricht vom "Ende der Bundesliga". Der Abschied von Mats Hummels aus Dortmund würde die "Logik, nach der spannender Bundesliga-Fußball funktionieren sollte, auf den Kopf" stellen. Der Abgang des Innenverteidigers falle noch schwerer ins Gewicht als bei Mario Götze oder Robert Lewandowski, denn Hummels stehe für die schwarz-gelbe Identität. Der Nationalspieler "war und ist der Anker des Dortmunder Spiels, zudem gilt Hummels intern als moralischer Anführer auf dem Dortmunder Weg." Dennoch sei aus Hummels Sicht der Schritt in Richtung München logisch und auch für den Rekordmeister macht der wohl bevorstehende Wechsel Sinn. "Für die Liga ist dieser Transfer der nächste Beweis der Dominanz des FC Bayern, Hummels würde im Team der Münchner eine der letzten Lücken schließen. Und für Mats Hummels ist der Transfer natürlich ein schöner Karriereschritt."

Zeit: Verzockt sich Mats Hummels?

Zeit: Die "Zeit" glaubt, "dass die Verantwortlichen in Dortmund den Wechsel weniger schlimm finden als die Fans." Das mag daran liegen, dass der BVB mit einer Ablösesumme jenseits der 30-Millionen-Euro-Marke rechnen kann. Zum anderen zeigte Hummels auch in jüngster Vergangenheit, vor allem in der letzten Spielzeit unter Jürgen Klopp, "grausliche Spiele". Der BVB-Kapitän wolle auf seiner letzten Etappe seiner Karriere nochmal ordentlich Titel abräumen und das kann man eben am besten beim FC Bayern. "Jetzt wechselt David selbst in die Truppen von Goliath" und läuft dabei Gefahr, sich zu verzocken. Denn während die Dortmunder mit Mkhitaryan, Aubameyang und Reus ein talentiertes und junges Mannschafts-Gebilde besitzen, müssen der FC Bayern erst mal mit den schon etwas betagten und vor allem verletzungsanfälligen Robbens und Ribérys beweisen, "dass er zukunftsfähige Transfers tätigen kann." Hummels könnte übersehen haben, "dass Dortmund besser wird, Bayern dagegen nicht mehr so gut wie vor ein oder zwei Jahren" ist.

Was unser Merkur-Redakteur Marc Beyer zu einem möglichen Wechsel von Mats Hummels zum FC Bayern meint, können Sie hier lesen.

Die Transfergerüchte rund um den FC Bayern

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kus

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