Zieht es den BVB-Kapitän zurück nach München?

Mats Hummels zum FC Bayern: Das spricht für einen Wechsel

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Wohin geht die Reise von Mats Hummels nach der Saison?

München - Es ist die derzeit wohl am heißesten diskutierte Personalie rund um den FC Bayern: Mats Hummels. Kehrt der Kapitän von Borussia Dortmund wirklich nach acht Jahren nach München zurück? Das spricht für und gegen einen Wechsel.

Update vom 2. Mai 2016: Verpassen Sie nichts zum Transfer: In unserem News-Ticker zu Mats Hummels erfahren Sie alle Neuigkeiten und Entwicklungen.

Update vom 28. April 2016: Jetzt ist es offiziell: Wie Borussia Dortmund am Donnerstagnachmittag in einer Börsenmitteilung bestätigt, will Mats Hummels zum FC Bayern München wechseln.

Was passiert mit Mats Hummels? Der BVB-Kapitän steht angeblich vor einem Wechsel zum FC Bayern, sogar ein Vertrag mit fürstlichem Gehalt soll ihm bereits vorliegen. Doch was spricht für einen Wechsel des 27-Jährigen nach München - und was dagegen? Das sind Hummels' Pro und Contra:

Pro

Aspekt Familie und Heimat:

Mats Hummels ist zwar in Bergisch-Gladbach geboren, seine Familie zog aber bald nach München, wo sie noch heute lebt. Auch seine Frau Cathy wohnt in der bayerischen Landeshauptstadt, 2015 heirateten sie dort. Der Weltmeister von 2014 hätte somit seine Liebsten in einer vertrauten Umgebung um sich. Seit seinem siebten Lebensjahr spielte Mats in der Jugend des FC Bayern und wurde dort fußballerisch ausgebildet, sein Vater Hermann, der einen Wechsel seines Sohnes nach München nicht ausgeschlossen hat, war lange Zeit Jugendtrainer beim Rekordmeister. Sein Bruder Jonas spielt bei der Spielvereinigung Unterhaching. Im Februar 2009 wurde Hummels dann mit der heute komisch erscheinenden Begründung mangelnde Perspektive endgültig nach Dortmund abgegeben. Jetzt könnte der "verlorene Sohn" zurückkehren. Unter welchen Bedingungen ist noch unklar: Auch ein Tauschgeschäft mit Mario Götze ist im Gespräch. 

Aspekt "Titelgarantie":

Auf nationaler Ebene stehen für Mats Hummels bislang zwei Meistertitel sowie ein DFB-Pokalsieg zu Buche. Zudem verlor er mit Borussia Dortmund das Champions League Finale 2013 gegen die Bayern. Sein großes Ziel bleibt somit vorerst vermeintlich in großer Ferne. Mit dem BVB dürfte ein Erfolg in der Königsklasse kurzfristig eher unwahrscheinlich sein, obwohl die Dortmunder wohl wieder zur europäischen Elite gehören. 

Mit dem FC Bayern dagegen könnte sich dieser Traum endlich in Erfüllung gehen, der Rekordmeister sieht sich selber als eine der besten drei Mannschaften der Welt. In den letzten drei Jahren holten die Roten drei Meisterschaften und werden wohl auch diese Saison den historischen vierten Titel in Folge holen. Zudem steht der FCB zum fünften Mal in Folge im Halbfinale der Champions League.

Aspekt Gehalt:

Bei Borussia Dortmund gehört Mats Hummels zwar zu den Top-Verdienern, beim FC Bayern könnte er aber noch in weitaus höhere Sphären vorstoßen. Bis zu zehn Millionen Euro soll er jährlich verdienen - Prämien nicht eingerechnet. Bei einer Verlängerung müssten die Dortmunder einige Schippen drauflegen, um Hummels Gehaltsforderungen erfüllen zu können. Sein Vertrag beim BVB läuft noch bis 2017, es wäre also die letzte Chance der Dortmunder Ablöse für ihren Kapitän zu bekommen, sollte dieser sein Arbeitspapier nicht verlängern. Hummels Marktwert beläuft sich auf geschätzte 30 Millionen Euro, es wäre also ein durchaus machbarer Transfer für den FC Bayern und nicht so ein teures Unterfangen, wie beispielsweise Aymeric Laporte von Athletic Bilbao loszueisen. Die Ablösesumme für den 21-Jährigen beträgt mindestens 50 Millionen Euro. Zudem wäre der Franzose wohl nicht so schnell integriert wie ein Hummels, der die Bayern-Stars ja bereits aus der Nationalmannschaft kennt. Mit dem 27-Jährigen würden die Münchner auch ihr Innenverteidiger-Problem lösen. 

Contra

Aspekt Hass der Fans:

Mit Mario Götze und Robert Lewandowski hat der FC Bayern bereits zwei ehemalige Dortmund-Stars in seinen Reihen, die beim BVB durchaus für Unmut sorgen. Beide werden bei Auftritten in Dortmund gnadenlos ausgepfiffen. Götze musste sich sogar im Spielertunnel aufwärmen und bekommt besonders den Hass der Fans zu spüren, der 23-Jährige wurde bereits als "Judas" und "Verräter" beschimpft. Sollte Hummels ebenfalls zum direkten Konkurrenten nach München wechseln, wäre er im Ruhrgebiet wohl ebenfalls eine "Persona Non Grata". 

Aspekt Verbundenheit: 

Bereits seit knapp acht Jahren läuft Mats Hummels im Trikot von Borussia Dortmund auf, ist nicht nur Kapitän, sondern auch eine unumstrittene Führungspersönlichkeit 2011 holte er die Meisterschaft, 2012 das Double samt Pokal mit den Schwarz-Gelben. Im ZDF erklärte er kürzlich: "Es gibt unheimlich viele Sachen, die ich gerne machen möchte. Eine davon ist, in Dortmund länger zu bleiben und das, was wir gerade wieder aufbauen, noch mitzuführen." Außerdem seien Titel mit dem BVB "einfach unglaublich und durch nichts zu toppen". 

Auch Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der mit Lewandowski und Götze zwei sehr schmerzliche Abgänge an die Bayern verkraften musste, betonte Hummels mit allen Mitteln in Dortmund halten zu wollen: "Um Mats werde ich kämpfen, wie ich noch nie um einen Spieler gekämpft habe". 

Das sind die Konkurrenten des FC Bayern im Kampf um Mats Hummels

Doch der FC Bayern ist nicht der einzige europäische Top-Klub, der sich die Dienste des 27-Jährigen sichern möchte.

Manchester City: Der zukünftige Klub von Noch-Bayern-Trainer Pep Guardiola wäre ein lukratives Ziel für Hummels, der schon länger mit dem Gedanken spielt, einmal unter dem Katalanen zu spielen. Zudem brachte sein Vater Hermann die "Citizens" ins Spiel. Das Ziel Champions League wäre dennoch etwas fraglich, zwar steht Man City dieses Jahr zum ersten Mal im Halbfinale, hat aber weder die internationale Erfahrung noch Konstanz in der Königsklasse.

Manchester United: Doch die "Skyblues" könnten Konkurrenz aus der eigenen Stadt bekommen. Manchester United wurde zwar nicht wie der Stadtrivale von Hummels Vater als Möglichkeit genannt, ist aber schon länger hinter dem Innenverteidiger her. In diesem Jahr müssen die "Red Devils" aber um die Teilnahme am europäischen Wettbewerb fürchten. Wenn überhaupt schafft es United voraussichtlich in die Europa League. Somit eher unwahrscheinlich.

Real Madrid: Genau so unwahrscheinlich ist ein Wechsel zu den "Königlichen" aus Madrid. Die Madrilenen würden wohl Hummels' Titelhunger kaum stillen, holen diese in letzter Zeit nur einen Titel, wenn die nationale Konkurrenz patzt. Zwar steht Real dieses Jahr im Halbfinale der Champions League, haben aber nicht die Klasse wie 2014 beim Titelgewinn.

FC Barcelona: Da sind die Katalanen schon das durchaus sinnvollere Ziel, ist der amtierende Champions-League-Sieger doch schon seit Jahren scharf auf Hummels. Der FC Barcelona hat ähnlich wie die Bayern die Klasse die Königsklasse zu gewinnen. Jetzt könnte es mit einem Wechsel soweit sein.

Juventus Turin: Die Italiener sind geradezu ein Paradies für Verteidiger, könnte sich der BVB-Kapitän dort technisch noch einmal weiter entwickeln. Angesichts der schwachen Liga ist ein Wechsel zu den "Bianconeri" doch wohl nicht das Wahre. Zudem die Turiner zwar letztes Jahr im Champions League Finale standen, aber eher kaum Chancen auf einen baldigen Titelgewinn in der Königsklasse haben. 

Die Transfergerüchte rund um den FC Bayern

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