Bayerns neuer Verteidiger

Benatia: Vor fünf Jahren zu schlecht für Freiburg

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Bayerns neuer Verteidiger Mehdia Benatia.

München - Kurz vor dem Ende der Transferzeit hat der FC Bayern Mehdi Benatia verpflichtet. Vor fünf Jahren war er dem SC Freiburg nicht gut genug.

Sechs Tage vor dem Ende der Transferperiode war der Transfer endlich in trockenen Tüchern. Und Mehdi Benatia, der mindestens 26 Millionen teure Neuzugang des FC Bayern vom AS Rom, wusste gleich, wem er zu danken hatte. „Herr Guardiola wollte mich unbedingt“, verriet der 27 Jahre alte Marokkaner im Interview mit Sport1. Pep Guardiola hatte also Druck gemacht - um nach dem Ausfall von Javi Martinez einen Abwehrspieler zu bekommen, der noch vor fünf Jahren dem SC Freiburg nicht gut genug war.

Eine Ablöse von 26 Millionen plus X, Fünfjahresvertrag - der FC Bayern scheint sehr überzeugt zu sein von dem Mann, der 2009 beim Probetraining im Breisgau durchfiel. Freiburg suchte zu der Zeit einen Ersatz für Ömer Toprak, der sich bei einem Kart-Unfal schwere Verbrennungen zugezogen hatte. Benatia, damaliger Marktwert 1,2 Millionen Euro, beschäftigt in der zweiten französischen Liga bei Clermont Foot Auvergne, spielte vor - und wurde von der damaligen sportlichen Leitung um Trainer Robin Dutt und Manager Dirk Dufner abgelehnt.

„Die Messlatte für einen Neuen in diesem Bereich haben wir recht hoch gelegt. Einen Klopfer wollen wir nicht“, wurde Dufner damals von der Badischen Zeitung zitiert. „Diese Aussagen waren ganz grundsätzlich gemeint“, ließ der derzeitige Sportchef von Hannover 96 nun am Mittwoch auf SID-Anfrage ausrichten. Weiter wollte er sich dazu nicht äußern.

Die Zeiten haben sich geändert. Und bisweilen ändern sie sich innerhalb weniger Tage. Robert Lewandoski, Sebastian Rode und Torhüter Pepe Reina: Auf dem Transfermarkt war der FC Bayern eher zurückhaltend gewesen. Bis am 13. August gegen halb sieben Martinez im Spiel um den Supercup bei Borussia Dortmund (0:2) einen Kreuzbandriss im linken Knie erlitt. Jener Martinez, den Guardiola als Chef der Abwehr vorgesehen hatte. „Wenn noch ein Transfer möglich ist“, sagte der Trainer, „wäre es gut.“

Die Bayern haben es möglich gemacht. „Wenn Qualität auf dem Markt ist und der Spieler preislich akzeptabel, können wir uns das vorstellen“, hatte ihr Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge zwischenzeitlich signalisiert. Nachdem die Münchner im Sommer für Toni Kroos (30 Millionen/Real Madrid) und Mario Mandzukic (22/Atletico Madrid) viel Geld eingenommen hatten, mussten sie nicht mal ans Festgeld, um sich den vierteuersten Transfer der Klubgeschichte nach Martinez (40), Mario Götze (37) und Mario Gomez (30) leisten zu können.

Abgesehen vom Defensiv-Allrounder Martinez ist Benatia der teuerste Abwehrspieler, der in die Bundesliga geholt wurde. Abhängig vom Erfolg der Münchner könnte die Ablöse noch um vier Millionen Euro steigen. Vor einem Jahr, als er von Udinese Calcio nach Rom wechselte, war Benatia nur 13,5 Millionen Euro wert gewesen.

Die Verpflichtung von Benatia bedeutet: Die Bayern glauben nicht, dass es Jerome Boateng, Dante und Holger Badstuber hätten richten können, bis Pechvogel Martinez wieder fit ist. Sie nehmen sogar in Kauf, dass Nationalspieler Benatia während des Afrika-Cups (17. Januar bis 7. Februar 2015) für Gastgeber Marokko spielen wird. Und wenn Martinez wieder zur Verfügung steht, werden sie fünf Innenverteidiger im Kader haben. Ein bisschen viel.

sid

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