Blaues Auge für Bayern

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Bayern-Keeper Hans-Jörg Butt ist gezeichnet von einem Trainings-Zusammenstoß am Freitag und kam mit blauem Auge aufs Feld - ein weiteres bekam sein Team vom HSV verpasst.

Hamburg - Die Wiesn-Festwochen wurden dem FC Bayern vom Hamburger SV vermasselt: Nach zwei Siegen seit Oktoberfest-Start ist der Rekordmeister in einem neuen System aufgelaufen und gescheitert.

Louis van Gaal überraschte Gegner und Fans: Die Bayern kamen mit einem 3-1-3-3 auf den Rasen, mit Badstuber, van Buyten und Breno in einer Dreierkette, Lahm spielte vor Timoschtschuk und neben Schweinsteiger und Müller im Mittelfeld. Nach der Pause stellte van Gaal wieder um. Doch dann kam Mladen Petric und schoss in der 72. Minute das Tor des Tages zum 1:0-Sieg des HSV.

“Die Mannschaft wusste, dass sie Mittwoch im Pokal einen Fehler gemacht hat. Das war heute eine Superantwort, die muss man gegen so einen Gegner wie die Bayern erst einmal hinbekommen“, sagte HSV- Trainer Bruno Labbadia zufrieden. “Wir haben viele Möglichkeiten gehabt, aber kein Tor gemacht - und dann verliert man“, meinte dagegen Bayern-Coach Louis van Gaal nach der zweiten Münchner Niederlage unter seiner Regie ernüchtert. “Ein 0:0 wäre gerechter gewesen“, urteilte Bayerns Abwehrchef Daniel van Buyten und lobte seinen Ex-Club: “Der HSV ist eine gute Mannschaft.“ Kritische Töne schlug Philipp Lahm an. “Der Zug nach vorne hat gefehlt“, monierte der Nationalverteidiger.

Das Spiel in Bildern

Bayern verliert beim HSV: Bilder vom Nord-Süd-Gipfel

Vor 57 000 Zuschauern in der ausverkauften Hamburger Arena hatten die Bayern, bei denen Ivica Olic die Nationalangreifer Miroslav Klose und Mario Gomez auf die Bank verdrängte und die Sturmmitte besetzte, im ersten Durchgang mehr vom Spiel. Immer wieder kurbelten Frank Ribéry und Arjen Robben, die sich permanent suchten und oft fanden, über Außen die Bayern-Offensive an. Mehr als die Chancen von Robben (11.) und Olic (29.), der gegen seinen Ex-Club hochmotiviert war, sprang aus den Angriffsbemühungen des Rekordmeisters aber nicht heraus.

Die nach dem Pokal-Aus beim VfL Osnabrück von Labbadia umgekrempelten Hanseaten - Eljero Elia spielte zunächst anstelle des in der Pause eingewechselten Marcus Berg im Angriff - standen lange Zeit zu tief und überließen den Bayern das Feld. Dies änderte sich nach der 31. Minute, als die HSV-Fans zweimal den Torschrei auf den Lippen hatten. Doch Butt vereitelte die Doppelchance. Erst lenkte er mit einer Weltklasseparade den Schlenzer von Jerome Boateng über die Latte, dann war der 35-Jährige gegen Joris Mathijsen mit einer Fußabwehr zur Stelle.

Dabei schien es zunächst fraglich, ob Butt vor der neu installierten Dreierkette - Breno gab sein Saison-Debüt neben dem starken Abwehrchef Daniel van Buyten und Holger Badstuber - den Durchblick haben würde. Denn ein lila Veilchen zierte sein rechtes Auge, nachdem er am Vortag mit Gomez im Training zusammengekracht war.

Gleich nach Wiederanpfiff war Butt wieder gefordert, als er mit Mühe einen Petric-Freistoß (52.) abwehrte. Es sollte der Auftakt eines Durchgangs werden, der auf dem frisch verlegten Rasen nahtlos an das “sehr gute Niveau“ (Bundestrainer Joachim Löw) der ersten Halbzeit anknüpfte. Dies lag vor allem an den Hausherren, die sich nun Vorteile erarbeiteten und immer wieder von Zé Roberto, der trotz einer Wadenverhärtung auflaufen konnte, angetrieben wurden.

Aber auch die Bayern blieben gefährlich und prüften HSV-Keeper Frank Rost durch Olic (57.), der in der 66. Minute von Gomez ersetzt wurde, und Breno (65.). Das Jubeln blieb aber den sich stetig steigernden Hamburgern vorbehalten. Nach feinem Zuspiel von Zé Roberto stand Petric goldrichtig und staubte zum 1:0 ab. Die wütenden Antwortversuche des deutschen Rekordmeisters blieben allesamt glücklos. Mehr als ein Abseitstor des vier Minuten zuvor eingewechselten Klose (84.) sprang aus ihren Bemühungen nicht heraus.

7. Spieltag: Bilder von allen Plätzen

Der 7. Bundesliga-Spieltag in Bildern

 

Die Tabelle

  Mannschaft Spiele S U N Tore Diff. Punkte
1 Hamburger SV 7 5 2 0 17:7 10 17
2 Bayer Leverkusen 7 5 2 0 14:5 9 17
3 FC Schalke 04 7 4 1 2 9:5 4 13
4 Werder Bremen 7 3 3 1 12:6 6 12
5 VfL Wolfsburg 7 4 0 3 15:14 1 12
6 Bayern München 7 3 2 2 13:7 6 11
7 1899 Hoffenheim 6 3 2 1 9:4 5 11
8 1. FSV Mainz 05 7 3 2 2 10:12 -2 11
9 Eintracht Frankfurt 7 2 4 1 8:8 0 10
10 VfB Stuttgart 7 2 2 3 9:10 -1 8
11 Borussia Mönchengladbach 6 2 1 3 9:12 -3 7
12 SC Freiburg 6 2 1 3 8:12 -4 7
13 VfL Bochum 7 2 1 4 8:14 -6 7
14 Hannover 96 7 1 3 3 6:8 -2 6
15 Borussia Dortmund 7 1 3 3 6:13 -7 6
16 1. FC Nürnberg 7 1 2 4 4:8 -4 5
17 1. FC Köln 7 1 1 5 5:10 -5 4
18 Hertha BSC 6 1 0 5 5:12 -7 3

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