Vorbild Barcelona?

Müller, Lewandowski, Robben: Münchner Dreizack

+
Zurück an alter Wirkungsstätte: Arjen Robben durfte gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber Eindhoven etwas mehr als eine Stunde mitmischen.

Eindhoven - Die Bayern versuchen sich in Eindhoven an einem Barcelona-Original. Doch noch hakt es ein wenig bei der Umsetzung.

Arjen Robben betrat den Rasen gestern als letzter Profi des FC Bayern, aber schon beim Abspielen der Champions League-Hymne sah man ihm deutlich an, dass er auch gerne als Erster vorausgeprescht wäre. Während der eine Kollege bei der Hymne noch einmal in sich geht und der andere den Kopf des Eskortenkindes tätschelt, scherte Robben aus. Er tänzelte aus der ordentlich aufgereihten Münchner Phalanx heraus, besann sich erst nach ein paar Momenten und gliederte sich wieder ein. Da wollte einer endlich loslegen.

Arjen Robben hatte sich an diesem Abend viel vorgenommen. Seine Profikarriere begann einst auf diesem Rasen, von 2002 bis 2004 spielte er für PSV Eindhoven, eher er für 18 Millionen Euro zum FC Chelsea und in die große, weite Welt auszog. Natürlich habe er sich ein Tor zum Ziel gemacht, hatte er tags zuvor gesagt, schöne Erinnerungen hin oder her. „Sonst bräuchte man ja gar nicht auflaufen“, fand der 32-Jährige, das habe nichts mit einem Mangel an Respekt für PSV zu tun.

Bayern ahmt Barcelona nach - mit wenig Erfolg

Die Fans nahmen ihm das auch nicht krumm. Als sein Name verlesen wurde, gab es Applaus, man hat ihn in guter Erinnerung behalten. Das mit dem Toreschießen gestaltete sich für Robben außerdem schwierig. Zum einen kennen die Niederländer seinen Paradetrick nur zu gut, er hat ihn ja quasi im Stadion von Eindhoven kultiviert. Zum anderen waren seine Qualitäten als Zulieferer mehr denn je gefragt.Carlo Ancelotti hatte Robert Lewandowski und Thomas Müller aufgeboten, und der Deutsche verließ den linken Flügel immer wieder, um das Zentrum zu überfrachten. Normalerweise lauert dort nur Lewandowski, diesmal standen dort zwei potenzielle Abnehmer für Pässe.

Beim FC Barcelona feiern sie ihren „el tridente“, ihren Dreizack, bestehend aus Lionel Messi, Neymar und Luis Suarez – die Münchner versuchten nun, ein Pendant zu kreieren. Es sah auch immer wieder ganz gut aus, vor allem wenn Müller als falsche Neun auf Robbens Seite auftauchte, um für Doppelpässe zur Verfügung zu stehen. Nur leider hält die Technik den Vergleich mit dem Trio aus dem Original-Tridente nur bedingt stand. Nicht jede Stafette verlief zum Zungeschnalzen.

Ancelottis Experiment mit zwei Stürmern: ausbaufähig

Ancelotti hatte das schon vor ein paar Tagen überlegt, mal mit zwei Stürmern aufzulaufen, es war also ein erster Test. Fazit: Verlief gut – und ausbaufähig.Chancen hatten die drei Offensivspitzen einige, immer wieder piekste der Dreizack die Niederländer, doch Lewandowski traf trotzdem nur per Elfmeter. Dies lag freilich auch am eher unbeständigen Unparteiischen Gianluca Rocchi.

Ancelotti brach das Experiment nach etwas mehr als einer Stunde ab; es kamen die Flügelspezialisten Douglas Costa und Kingsley Coman. Robben wirkte nicht erbaut, als er Platz machen musste, während sich Müller beim Coach nach der neuen Ausrichtung erkundigte. Es dauerte nicht lang, dann zeigte die Umstellung Wirkung. Costa setzte David Alaba in Szene, und Lewandowski erzielte sein zweites Tor. Der Pole hat nun zwei Champions League-Treffer mehr für den FC Bayern als für Dortmund erzielt. Es war sein 19. Tor in Münchner Diensten, für den BVB traf er 17 Mal. Er ist: die Spitze. Auch ohne Dreizack.

Nur ein Einser: Bilder und Noten zum Arbeitssieg der Bayern

auch interessant

Meistgelesen

Super-Freistoß sichert FCB-Sieg gegen Atlético
Super-Freistoß sichert FCB-Sieg gegen Atlético
FCB ohne Chef-Stratege nach Mainz - Vidal dabei
FCB ohne Chef-Stratege nach Mainz - Vidal dabei
Schimmel-Streit: Bayern-Star beim Hauskauf belogen?
Schimmel-Streit: Bayern-Star beim Hauskauf belogen?
So endete 1. FSV Mainz 05 gegen FC Bayern
So endete 1. FSV Mainz 05 gegen FC Bayern

Kommentare