"Szene wurde nur aufgebauscht"

Müller verteidigt Ribéry - Rummenigge wittert Kampagne

Ingolstadt – Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge wittert eine Kampagne gegen Franck Ribéry. Bestimmte Medien dürften "nicht überdrehen". Thomas Müller verteidigt den Franzosen.

Volle Fahrt in Richtung Bundesliga-Auftakt am Freitag: Trainer Ancelotti und Kapitän Lahm gestern in Ingolstadt.

Geschichten, in denen Fußballer in Kofferräumen von Autos landen, sind selten. In Gangsterkreisen ist so eine Art der Fortbewegung angeblich mal drin, und oft bedeutet es nichts Gutes, sobald einer hinten eingesperrt wird. Im Fußball ist eigentlich nur ein Fall bekannt, ein bisschen was von Gangster-Posse hatte die Begebenheit damals auch. Nicolas Anelka, Prädikat schwer erziehbar, floh bei Real Madrid einst im Kofferraum seines Autos, am Steuer saß sein eigener Bruder. Seit gestern gibt es ein neues obskures Kapitel – allerdings mit humorvollem Hintergrund.
David Alaba fand sich bei der offiziellen Vergabe der neuen Dienstwägen der Bayern-Stars in Ingolstadt plötzlich im Kofferraum von Tom Starke wieder; sein auf Streiche versessener Spezl Franck Ribery hatte den Österreicher dort kurzzeitig verstaut. Freilich entließ er Alaba schnell wieder, es war ja nur ein Spaß – und generell soll dieser Tage bloß keiner am Charakter des 32-Jährigen zweifeln.

Ribery wurde in den letzten Wochen vermehrt zur Zielscheibe von Kritikern, er hatte sein an und für sich schönes Spiel mit einigen unschönen Aktionen getrübt. In den USA geriet er mit Inter Mailands Felipe Melo aneinander und handelte sich bereits bei einer Trinkpause einen Rüffel von Carlo Ancelotti ein. Im Supercup gegen Dortmund fuhr er gegen Felix Passlack seinen Ellbogen aus, auch das war nicht in Ordnung, räumte am Montag selbst Kollege Thomas Müller ein: „Das war an der Grenze.“ Dass nun aber von einigen Medien aus einem Zweikampf beim Pokalspiel in Jena gleich der nächste Aussetzer konstruiert wurde, brachte Karl-Heinz Rummenigge auf die Palme.

Bestimmte Medien würden eine Kampagne führen, zürnte der Bayern-Boss und empfahl denjenigen, sich zu bremsen. „Einige müssen aufpassen, dass sie da nicht überdrehen“, wetterte er, aus der Szene vom Freitag eine große Affäre zu machen, in der diverse Stimmen aus der Schiedsrichter-Szene eingeholt wurden, sei „lächerlich“. Bei der fraglichen Szene habe es ja sogar „Freistoß für den FC Bayern gegeben“, so Rummenigge.

Neue FC-Bayern-Dienstwagen: Wer welches Auto fährt

Spieler wie Ribery, erklärte der Bayern-Vorstand weiter, seien „sehr trickreich und schnell. Deshalb werden sie hart und teils auch unfair attackiert.“ Der Franzose dürfe sich „nicht provozieren lassen – ich empfehle ihm, damit cool umzugehen“. Auch Ancelotti hat sich in diesen Tagen noch einmal mit Ribery zusammengesetzt, sagte der Trainer. „Ich glaube, dass er es verstanden hat.“

Müller sprang seinem Kollegen gestern ebenfalls noch einmal zur Seite. „Ein bewusster Schlag ins Gesicht ist noch nicht oft vorgekommen, in Jena wurde die Szene nur aufgebauscht“, so der Nationalspieler, „mit böser Absicht passiert bei ihm gar nichts.“

Ribery selbst gab sich gestern seinerseits locker wie eh und je. „Ich fühle mich gut und gebe mein Bestes“, sagte er, „wir werden gegen Bremen fit und bereit sein.“ Wenig später sperrte er dann Alaba im Kofferraum weg – wie ein Signal: Spaß muss sein. Die Gangstergeschichten sollen sie aber besser in Madrid oder sonstwo stricken.

Rubriklistenbild: © sampics / Stefan Matzke

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