Rückzug! FCB mag’s jetzt tief

Ancelottis neue Taktik-Facetten zahlen sich aus

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Alonso eröffnete das ­Schützenfest.

München - Der FC Bayern verlässt Pep Guardiolas gelobtes Tiki-Taka-Land! Das hat das Spiel gegen Werder Bremen noch einmal deutlich gezeigt.

Obwohl der FCB den Bremern klar überlegen war und deutlich mehr Ballbesitz hatte, standen die Münchner gerne auch mal tiefer. Die Folge: mehr Platz! „Wir hatten gegen Bremen mehr Räume, auch weil wir phasenweise defensiver agiert haben. So haben wir uns selber Räume kreiert, durch die wir nach Ballgewinnen mehr Platz für Konter hatten. Das kommt bei uns nicht so häufig vor“, beschreibt Kapitän Philipp Lahm die neue taktische Marschroute unter Carlo Ancelotti. Zu Pep-Zeiten konnten solche Räume durch permanenten Ballbesitz und Strafraumbelagerung meistens gar nicht erst entstehen. Doch die defensivere Spielweise ist nicht das Einzige, das sich geändert hat. „Unsere Positionen sind anders aufgeteilt. Ein gutes Beispiel dafür ist, dass wir Außenverteidiger außen hoch stehen und dafür andere innen spielen“, erklärt Lahm.

ARD-Experte Mehmet Scholl behauptete sogar, dass Peps Fesseln beim FCB nun abgestreift seien und Ancelotti die Spieler freigelassen habe. Scholl meint damit, dass die Bayern-Stars jetzt auf dem Platz mehr Freiheiten genießen als in den vergangenen drei Jahren. Lahms Antwort auf Scholls Fessel-Vergleich: „Dann waren die Fesseln anscheinend nicht so schlecht, weil wir in den letzten Jahren ja gut wegmarschiert sind.“ Manuel Neuer beschreibt den Unterschied zwischen Pep und Carletto so: „Pep war ein Trainer, der versucht hat, immer einzuwirken, immer versucht hat, uns zu helfen. Unser neuer Trainer versucht uns mit seiner ruhigen Art das Vertrauen zu geben und wir dadurch Entscheidungen selbst auf dem Platz treffen.“ Diese selbstständigen Entscheidungen lassen kreative Momente und überraschende Situationen im Spiel erst entstehen.

„Der Trainer bringt sicherlich einige neue Facetten in unser Spiel“, erklärte Thomas Müller nach dem Spiel gegen Bremen. Der lange Ball aus dem Halbfeld in die Spitze ist zum Beispiel so eine neue Facette! Davon profitiert vor allem Robert Lewandowski. Der Pole kann solche Bälle mit seiner feinen Technik und seinem robusten Körper behaupten und im Idealfall selbst verwerten oder auf die Mitspieler ablegen. Unter Guardiola war das unvorstellbar, abgesehen von den punktgenauen Diagonal-Bälle von Jerome Boateng.

Trotz des überragenden Liga-Starts gegen Bremen wünscht sich Müller Zurückhaltung: „Die Spielfreude und Klasse einzelner Spieler hat sich nicht geändert. Bis jetzt läuft es dementsprechend sehr gut. Es werden in einer Saison sicherlich Probleme auftauchen.“ 

Bayern lässt die Muskeln spielen: Vier 1er und 2er

Manuel Bonke, Sven Westerschulze

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