Schiri äußert sich

Neuer-Handspiel: Darum gab's keine Rote Karte

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Manuel Neuer sah nur Gelb.

Hamburg - Manuel Neuer raste 40 Meter aus dem Tor und wehrte den Ball im Zweikampf mit HSV-Stürmer Julian Green per Hand ab. Warum gab's kein Rot? Der Schiri und der Keeper äußerten sich.

Manuel Neuer konnte sich ein breites Grinsen nicht verkneifen. „Das war auf jeden Fall meine beste Parade im ganzen Spiel“, sagte der Torhüter von Bayern München über die letzte Szene des 0:0 beim Hamburger SV. Eine Situation, die zu lebhaften Diskussionen und einer „Rudelbildung“ um Schiedsrichter Christian Dingert führte.

„Torwart-Handspiel außerhalb des Strafraums bedeutet nicht zwangsläufig die Rote Karte“, sagte Dingert. Es sei keine klare Torsituation für den HSV vereitelt worden, erklärte der Referee.

Die Profis des HSV umlagerten den Unparteiischen in der Nachspielzeit und waren mit der Gelben Karte für Weltmeister Neuer (90.+5) ganz und gar nicht einverstanden. Denn der 28-Jährige hatte seine Hände auf Höhe der Mittellinie eingesetzt und damit - so sahen es die Gastgeber - die letzte Gelegenheit zunichtegemacht.

„Das kann keine Rote Karte sein, weil zwei Spieler hinter mir waren und die Szene weit weg vom eigenen Tor passiert ist“, sagte Weltmeister Neuer, zudem sei er vorher gefoult worden. Sein unbändiger Siegeswille hatte den Keeper wieder einmal weit aus seinem Strafraum gezogen, er wollte seine Kollegen noch einmal anschieben, wollte ein unbefriedigendes Unentschieden in letzter Sekunde in einen wichtigen Auswärtsdreier verwandeln.

Für den Erfolg des Teams ist Neuer bereit, immer wieder ins Risiko zugehen. Mit beeindruckendem Erfolg. Bei der Weltmeisterschaft in Brasilien wurde dem früheren Schalker für sein modernes Torwartspiel gehuldigt, er trug als „falscher Fünfer“ maßgeblich mit Kopf und Füßen zum Titelgewinn bei. „Wir hatten mit dem Torhüter einen elften Feldspieler“, sagte Bundestrainer Joachim Löw, er sieht Neuer als „Vorreiter“ des modernen Torwartspiels.

Dass die weiten Ausflüge des Münchner Keepers aber auch schnell für ungewolltes Herzklopfen auf der eigenen Bank sorgen können, zeigte sich einmal mehr am Samstag. Neuer hatte Glück, dass er sich mit dem Einmaleins des Torwartspiels, dem Einsatz der Hände, retten könnte. Nächstes Mal sollte er dabei besser im eigenen Strafraum stehen...

sid/dpa

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