Ende einer Ära beim FC Bayern

Fix! Schweinsteiger wechselt zu Manchester United

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Bastian Schweinsteiger verlässt den FC Bayern nach 17 Jahren.

München - Die Ära Schweinsteiger beim FC Bayern ist abrupt beendet. Nach 17 Jahren in München sucht der DFB-Kapitän eine letzte Herausforderung bei Manchester United. Der Blitz-Transfer weckt Emotionen.

Als die bisherigen Kollegen bei Kaiserwetter einzeln unter dem Jubel der Fans in die Münchner Fußball-Arena einliefen, war die Ära von Club-Ikone Bastian Schweinsteiger beim FC Bayern bereits abrupt beendet. Nach 17 Jahren beim deutschen Rekordchampion sucht der 30 Jahre alte Weltmeister eine neue und zugleich wohl letzte Herausforderung beim englischen Rekordmeister Manchester United.

Vom Bayern-Rot ins rote Dress der „Red Devils“ - Schweinsteigers Blitzabschied aus München ist ein echter Transfer-Paukenschlag. Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft gehe aber auf eigenen Wunsch, wie Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge an einem bewegenden Samstag versicherte. „Wir wären ein bisschen hartherzig, wenn wir dem einen Riegel vorschieben würden“, rief er den über 60 000 Anhängern in der Allianz Arena zu, als er nach einigen Pfiffen um Verständnis für die Zustimmung des Vereins warb. „Ich habe Verständnis, dass das bei den Fans zu großen Diskussionen führt“, sagte Rummenigge.

Das Angebot eines persönlichen Abschieds von den Bayern-Fans, die den Vize-Kapitän als „Fußball-Gott“ verehrten, hatte Schweinsteiger ausgeschlagen. „Bastian ist da ein sehr sensibler Mensch“, bemerkte Rummenigge. In einem „sehr seriösen und ausführlichen Gespräch“ hatte der Ur-Bayer dem Bayern-Chef am Freitag eröffnet, die reizvolle Erfahrung im Ausland machen zu wollen und das lukrative Angebot von ManUnited anzunehmen. Sein neues Heimstadion, das Old Trafford, nannte er auf der Bayern-Website als eines seiner Lieblingsstadien.

Medizincheck steht noch aus

Ein Jahr vor Vertragsende wechselt der Mittelfeldspieler vermutlich für drei Jahre und eine Ablösesumme von geschätzt 18 bis 20 Millionen Euro in die Premier League. Man habe mit Manchester „eine sehr faire, sehr seriöse Lösung gefunden“, berichtete Rummenigge. ManUnited bestätigte am Abend via Twitter die Einigung mit dem FC Bayern über den Transfer Schweinsteigers. Sowohl der Medizincheck als auch die Klärung persönlicher Detailfragen stünden allerdings noch aus.

„Er will einfach diese neue Erfahrung machen. Es ist eine Erfahrung, die ihm in seinem Leben gut tun wird“, sagte Rummenigge, der die „Identifikationsfigur“ Schweinsteiger zum Abschied rühmte. „Bastian war bei uns ein extrem verdienter Spieler. Er hat Großartiges geleistet für Bayern München und alles, was man gewinnen kann im Klubfußball, gewonnen.“ Klub-Weltmeister, Champions-League-Sieger, achtmal deutscher Meister, siebenmal Pokalsieger - und als Höhepunkt das historische Triple 2013 unter Trainer Jupp Heynckes.

Schweinsteiger trifft in Manchester seinen ehemaligen Förderer Louis van Gaal wieder. Der ehemalige Bayern-Coach wollte ihn unbedingt als Anführer haben. Bei dem Holländer dürfte der in den letzten Jahren häufig verletzte Schweinsteiger - anders als bei Pep Guardiola - auch wieder auf seiner Lieblingsposition zentral vor der Abwehr spielen dürfen. Dass Schweinsteiger vor Bayern-Coach Guardiola „geflüchtet“ sei, könne man aber „total vergessen“, sagte Rummenigge deutlich.

Türen beim FCB stehen offen

Schweinsteiger werde nach seinem Karriereende ein großes Abschiedsspiel in München erhalten, kündigte der Bayern-Chef an. Auch über eine „gemeinsame Zukunft in der zweiten Karriere“ möchte er dann mit Schweinsteiger, diesem „wunderbaren Menschen“, reden: „Die Tür ist immer auf!“

Nüchtern betrachtet macht der Transfer für alle Parteien Sinn. Schweinsteiger erhält in der EM-Saison Spielpraxis auf höchstem Niveau, was auch Bundestrainer Joachim Löw begrüßte. „Ich verspreche mir davon bei ihm auch einen weiteren Schub und Ansporn, auch im Hinblick auf die Europameisterschaft in Frankreich, bei der wir auf ihn setzen und er die Nationalmannschaft anführen soll“, sagte Löw.

Der FC Bayern wiederum hat für einen fast 31-Jährigen ein Jahr vor Vertragsablauf noch sehr viel Geld bekommen. Zugleich wurde der Konkurrenzkampf im Mittelfeld entzerrt. Eine Ikone wie Schweinsteiger womöglich künftig häufiger auf die Bank zu setzen, bleibt Guardiola definitiv erspart. „Irgendwann ist die Karriere mal zu Ende. Von uns wird auch verlangt, einen Übergang zu schaffen“, sagte Rummenigge.

Schweinsteigers Weggang kann auch eine Chance für große Talente wie Rückkehrer Pierre-Emile Højbjerg (19) oder Neuzugang Joshua Kimmich (20) sein, der dennoch bemerkte: „Ich finde es sehr schade, dass Herr Schweinsteiger weg ist. Ich hätte viel von ihm lernen können.“ Sportvorstand Matthias Sammer machte deutlich: „Basti ist nicht eins zu eins zu ersetzen.“ Das gelte besonders als Persönlichkeit.

Für Schweinsteiger werden die ersten Tage nach seinem verlängerten Urlaub hektisch weitergehen. In Manchester muss er vor der Vertragsunterschrift noch den Medizincheck absolvieren. Und schon am Montag soll er mit seinem neuen Klub zu einem Turnier in die USA reisen - mit neuen Kollegen wie Englands Stürmerstar Wayne Rooney.

dpa

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