Ex-Keeper zweifelt an Bayern-Taktik

Trotz des Siegs: Kahn findet das Haar in der Suppe

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Sieht Probleme auf den FC Bayern zukommen: Oliver Kahn kritisiert im ZDF die Taktik von Trainer Carlo Ancelotti.

München - Eigentlich ist beim FC Bayern nach dem Erfolg über Eindhoven alles gut. Doch Oliver Kahn stellt die Taktik von Trainer Carlo Ancelotti in Frage.

Kalt duschen, das bestätigen mindestens 120 von 100 Wald-und-Wiesen-Heilpraktikern, ist das beste Hausmittel überhaupt gegen depressive Verstimmungen und senkt das Stresslevel. So gesehen muss es den Bayern beim 4:1 über PSV Endhoven am Mittwochabend in der 41. Minute schlagartig noch viel besser als ohnehin schon gegangen sein. Da kassierten sie nämlich das Gegentor zum 1:2. Ein Eiswasserschwall, der sich gewaschen hatte. Dass sie zuvor tatsächlich exzellent gespielt hatten und zur Pause bereits 15:2 Torschüsse aufzuweisen hatten, verdankten sie wiederum der personifizierten kalten Dusche: Karl-Heinz Rummenigge. „Seine Kritik fruchtet, das Team weiß, dass es in der Bringschuld steht“, hatte Ottmar Hitzfeld bei Sky analysiert.

Spielfreude und Inspiration waren tatsächlich wieder da, aber bevor auch nur eine Minute gespielt war, hatte man schon das Gefühl, dass aus der Mini-Krise nur noch eine kleine Formdelle geworden war - der heftigen, öffentlichen Kritik Rummenigges und der internen Ansprache Carlo Ancelottis wegen. „Ich muss klar und deutlich sagen, dass ich das nicht emotional gesagt habe sondern überlegt. Ich habe gehofft, dass es diese öffentliche Resonanz gibt“, erklärte Rummenigge, der ja vor allem die Einstellung in den letzten Spielen bemängelt hatte. „Es geht um das Auftreten! Ich glaube, die Spieler wissen jetzt, worauf es ankommt. Sie dürfen sich nicht gehen lassen“, fügte er an. Davon waren sie auch weit entfernt, Ex-Bayer Hansi Dorfner, heute Inhaber einer Fußballschule, beurteilte den Auftritt so: „Sie haben schnell nach vorne gespielt, sie bemühen sich, da gibt es keine Krise, das ist Schwachsinn.“

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Kahn fehlt „die sogenannte Restabsicherung“

In der Tat stehen die Bayern gut da, aber was bei allzu guter Laune passieren kann, wissen sie auch nach diesem Spiel - siehe Minute 41. In dieser Situation bemängelte Oliver Kahn im ZDF, dass „die sogenannte Restabsicherung fehlte. Wenn man mal in einen Konter läuft, dann ist das wichtig - aber als Alonso den Ball verliert, sind die beiden Außenverteidiger Alaba und Lahm sehr weit aufgerückt und kommen nicht hinterher, Hummels genausowenig.“ Kurz zuvor wurde Eindhoven schon ein Treffer wegen angeblichen Abseits’ nicht gegeben…

Dennoch stand am Ende ein klarer Sieg, und der FC Bayern ist in der Spur - wobei Oliver Kahn im ZDF auch eine grundsätzliche Frage stellte. Die nach dem System: „Ancelotti spielt immer dieses 4-3-3 - da wüsste ich als gegnerischer Trainer, worauf im mich einzurichten habe: Ich stehe tief und defensiv, und dann warte ich ab. Ancelotti bringt dieses System mit, und möchte das umsetzen. Da bin ich mal gespannt, ob das funktioniert. Und es gibt ja auch die andere Methode: Zu einem Verein kommen und dann sehen, ob ich die Spieler für mein System habe.“

In Sachen Offensive funktioniert es bei Bayern, das sieht auch Kahn. Aber die von ihm angemahnte Restabsicherung kann auch symbolisch gesehen werden. Der Titan ist übrigens definitiv eher Kalt- als Warmduscher. Wer auf ihn hört, kriegt bessere Laune - siehe oben.

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