Ex-Bayern-Trainer bei "Blickpunkt Sport"

Hitzfeld: "Guardiola hat den Substanzverlust gespürt"

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Ottmar Hitzfeld.

München - Ottmar Hitzfeld gewann mit dem FC Bayern viele Titel. 2004 musste er gehen, stand dabei kurz vor dem Burnout. Beim Aus von Pep Guardiola bei den Münchnern sieht der 67-Jährige Ähnlichkeiten. Karl-Heinz Rummenigge verpasst er einen Konter.

Sechs Jahre am Stück war Ottmar Hitzfeld der Trainer des FC Bayern. Von 1998 bis 2004 leitete der "General" die Geschicke an der Säbener Straße. In der Sendung "Blickpunkt Sport" im Bayerischen Rundfunk sprach der Lörracher über sein Burnout-Aus, den Wechsel von Pep Guardiola und sein Verhältnis zu den Bayern-Bossen.

"Sechs Jahre waren vielleicht zwei zu lange"

Moderator Markus Othmer sprach Hitzfeld zuerst auf seine Zeit beim FC Bayern an. In der Nachbetrachtung hat der 67-Jährige eine klare Meinung über seine Zeit in München. "Sechs Jahre Bayern ist wie 15 Jahre einen anderen Klub zu trainieren, man steht ständig unter Druck. Sechs Jahre waren vielleicht zwei zu lange". Dabei bezieht sich Hitzfeld, der als einziger Trainer mit zwei deutschen Klubs die Champions League gewann, Borussia Dortmund 1997 und dem FC Bayern 2001, auch auf das Aus von Pep Guardiola, der den deutschen Rekordmeister im Sommer Richtung Manchester City verließ. Hitzfeld glaubt, dass Guardiola nicht nur nach England ging, um einmal in der Premier League zu coachen, sondern weil er bei den Bayern am Ende war: "Guardiola ist nach drei Jahren gegangen, weil er auch gespürt hat, dass ein gewisser Substanzverlust da ist. Man nutzt sich mit der Mannschaft ab."

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Hitzfeld selbst hat diese Erfahrungen am eigenen Leib erfahren. Nach der Double-Saison 2002/03 lief es in der darauffolgenden Spielzeit nicht mehr so rund. "Man hat schlaflose Nächte. Dazu kam, dass ich Rückenprobleme hatte. Ich bin dann immer zu Müller-Wohlfahrt (Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm, Anm. d. Red.) und habe in alle Gelenke Spritzen bekommen", erzählt der in der Schweiz lebende Ex-Trainer. 2011 hatte er zugegeben, keine Kraft mehr gehabt zu haben, um selbst zurückzutreten. "Es war fast eine Erlösung für mich, als Uli Hoeneß zu mir kam und sagte, wir trennen uns."

Konter gegen Rummenigge

Mit der kontrovers diskutierten Art, wie er entlassen wurde, ist Hitzfeld aber nicht unglücklich, betont der 67-Jährige: "Bayern ist mit mir immer sehr fair umgegangen. Mit dem Vorstand habe ich immer ein gutes Verhältnis gehabt, Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge waren immer offen und ehrlich. Mit letzterem hat der "General" aber dann doch noch ein Hühnchen zu rupfen gehabt. Der Vorstandsvorsitzende der Münchner schimpfte 2007 auf die Rotation seines Trainers, der zu einer zweiten Amtszeit an die Isar zurückkehrte. Doch neun Jahre später hat Hitzfeld den Konter parat. "Da habe ich gedacht: Okay, wir waren die ganze Saison über Erster gewesen, und ich habe viel rotiert. Heute rotieren ja alle Trainer, das hat er zu der Zeit noch nicht ganz begriffen."

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Gutes Verhältnis zu Hoeneß

Zum ehemaligen und höchstwahrscheinlich neuen Präsidenten Uli Hoeneß hat Ottmar Hitzfeld bis heute ein "großartiges Vertrauensverhältnis". Auch im Gefängnis besuchte er seinen langjährigen Freund. "Selbstverständlich ist man da, wenn es jemandem schlecht geht, um ihn zu unterstützen". Aber auch zum Verein hat Hitzfeld noch ein gutes Verhältnis. Deswegen kommt der Lörracher immer noch gerne nach München. 

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tor

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