Weltmeistervater im tz-Interview

Papa Mazinho: "Thiago hat viel gelitten"

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Mazinho (kleines Foto) über seinen Sohn: "Thiago ist hier noch reifer geworden."

München - Der Fußball liegt Bayern-Star Thiago im Blut. Sein Vater Mazinho wurde mit Brasilien 1994 Weltmeister. Die tz hat den heute 47-jährigen erreicht und mit dem stolzen Vater über seinen Sohn gesprochen.

Was für ein Comeback! Nach rund dreimonatiger Verletzungspause aufgrund eines Syndemosebandrisses ist Peps Juwel Thiago beim 3:0 gegen den BVB wieder auf den Platz zurückgekehrt – und wie! In der 64. Minute wurde der Spanier für Boateng eingewechselt, spielte darauf die Borussia schwindlig und bereitete das 2:0 durch Robben mit einem Wahnsinnspass über 40 Meter vor. Der gebürtige Italiener hat den Fußball im Blut – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Thiagos Vater ist nämlich kein Geringerer als Mazinho, der selbst einmal für die größten Klubs der Welt spielte und 1994 mit Brasilien Weltmeister wurde. Die tz hat den heute 47-Jährigen erreicht und mit dem stolzen Vater über seinen Sohnmann gesprochen. Das tz-Interview:

Mazinho, wie haben Sie das Spiel der Bayern gegen Dortmund gesehen?

Mazinho: Gut, sogar sehr gut! Ich habe mich sehr für Bayern und natürlich für Thiago gefreut, der endlich wieder auf dem Platz steht. Er hat die letzten Wochen sehr viel gelitten und konnte diesen Triumph daher in vollen Zügen genießen.

Es schien so, als wäre er nie verletzt gewesen.

Mazinho: Thiago ist ein reifer Bursche! Dadurch, dass er sein langjähriges Heim in Barcelona hinter sich gelassen hat, ist er noch mal ein Stück erwachsener geworden. Ich weiß, dass er große Lust auf dieses Spiel hatte, aber erst mal musste er Geduld haben und hart arbeiten. Guardiola hat ihm dabei geholfen, und im Endeffekt ist die Mannschaft in Dortmund so aufgetreten, wie es alle erwartet haben. Ich freue mich für Thiago.

Ein 3:0 beim größten Rivalen spricht schon eine sehr klare Sprache.

Mazinho: In der Tat, aber die Bayern waren sich ja der Tragweite dieses Spiels durchaus bewusst. Für alle war es ja ein besonderes Spiel: Hätte die Borussia gewonnen, wäre es in der Tabelle wieder ein wenig enger geworden, bei einem Sieg der Münchner wäre der Abstand noch mal ein Stück angewachsen. Am Ende ist Zweiteres eingetreten, weswegen Thiago und der Rest des Klubs wohl einiges zu feiern hatten.

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War seine Einwechslung entscheidend für den Sieg?

Mazinho: Warum? Wegen der Vorlage, oder weshalb?

Ja, natürlich!

Die Krückenzeit ist vorbei: Thiago mit Freundin Júlia Vigas in der Arena.

Mazinho: Er hat es sich nicht zweimal überlegt. Die Geschwindigkeit ist im Fußball fundamental, und Thiago wusste, dass Robben über links in die Tiefe starten würde. Das Zuspiel von meinem Sohn war sehr gut, aber wie Robben in den Sechzehner des BVB vorgedrungen ist und den Ball an Weidenfeller vorbei ins Tor gelupft hat, war schon auch aller Ehren wert. Es war das zweite Tor und hat die Hoffnungen der Dortmunder im Keim erstickt. Ein sehr wichtiger Treffer.

Glauben Sie, dass Thiago die Pause gut getan hat, um sich ein bisschen in der Stadt zurechtzufinden?

Mazinho: Überhaupt nicht. Er hat bereits seine Zeit bekommen, um in München und vor allem beim FC Bayern anzukommen. Der Klub hat ihm bei allem sehr geholfen, sowohl als Mensch als auch als Fußballer.

Was haben Sie generell für einen Eindruck von den Bayern unter Guardiola?

Mazinho: Ich stelle fest, dass die Münchner immer besser verstehen, was der Trainer von ihnen will. Pep Guardiola sagt es ja immer wieder: Die Leute sollen Bayern nicht mit dem FC Barcelona vergleichen. Dem stimme ich zu. Jedes Team muss seinen eigenen Weg gehen.

Interview: M. Llorens

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