Kontroverse Diskussionen der User

"Breitner spricht halt immer Klartext"

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Paul Breitner ist wie der FC Bayern: Er polarisiert.

München - Paul Breitners Aussagen im Sport1-Doppelpass, die Konkurrenten des FC Bayern in der Bundesliga seien unfähig, haben auch unter FCB-Fans für kontroverse Diskussionen gesorgt.

Paul Breitners Breitseite gegen die Konkurrenz des FC Bayern im deutschen Fußball hat für mächtigen Wirbel gesorgt. Der Markenbotschafter des Rekordmeisters hatte am Sonntag in der Sport1-Sendung "Doppelpass" die über die Jahrzehnte gewachsene Vormachtstellung der Bayern zum Teil durch die Unfähigkeit der anderen Vereine begründet. Klar, dass das bei einigen anderen Bundesliga-Managern gar nicht gut ankam. Der eine oder andere hat sich in der Zwischenzeit bereits darüber geäußert und die Wortwahl Breitners unter anderem als "despektierlich" bezeichnet.

Auch Bayern-Fans nicht einig

Aber nicht nur bei der Konkurrenz werden Breitners Aussagen kontrovers diskutiert. Auch unter den Bayern-Fans sind sich nicht alle einig. Inhaltlich werden die Worte des bärtigen Welt- und Europameisters zwar weitgehend geteilt, doch an der leicht arrogant wirkenden Art und Weise, wie der laut eigener Aussage "große Bayern-Fan" seine Worte vortrug, scheiden sich die Geister.

"Ein Diplomat wird Breitner nicht mehr", schreibt User Smitty in einem Kommentar auf unserer Seite. "Allerdings sollten seine Aussagen im Kontext gesehen werden. Der Dino Vogts hat von den guten alten Zeiten erzählt und dass mittlerweile die Schere zwischen dem FCB und dem Rest der Bundesliga weit aufgegangen sei. Seiner Meinung nach zu weit. Dann plädierte er diffus für eine Umverteilung in irgendeiner Form, um die Wettbewerbsfähigkeit der anderen Vereine zu erhöhen. Der Dino Breitner antwortete entsprechend direkt [...], bezog sich aber klar auf die gesamte Entwicklung der letzten ca. 40 Jahre, in denen es der FCB geschafft hat das zu erreichen, was er erreicht hat [...]. Die "Unfähigkeit" bezog sich also nicht auf aktuell Handelnde und sollte von diesen nicht persönlich genommen werden, sondern vielmehr als Anreiz die Herausforderung anzunehmen und innovative Wege zum Erfolg ihrer Vereine zu finden."

Heiko V. schreibt auf der Facebook-Seite "FC Bayern News": Man hätte das sicher auch etwas diplomatischer ausdrücken können. Wer allerdings Diplomatie wünscht, der darf einen Paul Breitner nicht einladen. Der spricht halt immer Klartext." Drastischer formuliert es Detlef F.: "Lieber einen Paul, der es sagt wie es ist, als 17 andere Schönredner."

Weitere Kommentare, die die Aussagen von Breitner stützen:

SteveO: "Ich finde inhaltlich hat er vollkommend recht. Jetzt zu sagen, dass Vereine, die ihren Job nicht so gut machen, auf einmal mehr Geld bekommen, und andere, die sehr gut arbeiten, dafür weniger... Das kann nicht sein. Und es stimmt auch, dass alle die gleiche Ausgangssituation hatten und eben nur Bayern daraus wirklich was geschaffen hat. Aber was man auch ganz deutlich sagen muss, er hätte es anders sagen müssen. Seine Art, wie er im Doppelpass über die anderen Vereine geredet hat, war einfach nur respektlos und beleidigend."

SAM1O1: "Der HSV war Ende 70er, Anfang 80er am FC Bayern vorbeigezogen, trotz goldener Generation, trotz Oly. Was wurde aus dem HSV? Köln und Dortmund waren Anfang der 60er "die" Vereine. Bei beiden fehlten die Visionen, oder nicht? Schalke war in den 70ern stark, mit großem Stadion, da wurde dann nur Mist gebaut, hier hat Paule 100% recht. Gladbach nehme ich mal raus, weil das Provinz war. Leider, ein toller Klub. In Bremen ist auch einiges schlecht gelaufen. Also: So ganz falsch liegt der Paule nicht."

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AndiG: "Breitner hat doch absolut Recht. Seine Aussage war die Antwort auf die seltsame These von Vogts, dass Bayern Geld an die Schwächsten abgeben soll. Es wäre doch wirklich hirnrissig, wenn der FCB, der seit Jahrzehnten eine hervorragende Arbeit hinlegt, für den Erfolgt bestraft werden soll und die schlecht arbeitenden Vereine auch noch auf Kosten des FCB für ihre schlechte Arbeit belohnt werden sollen. War ja klar, dass einige Sportchefs/Manager sich getroffen fühlen und wieder dagegen motzen. Aber Breitners Aussage bleibt trotzdem wahr und richtig."

Ich: "Er hat doch Recht, ein ganz wichtiger Punkt ist, dass bei einem Verein fähige Leute die Entscheidungen treffen. Und diese Leute hat der FCB. Andere Vereinen haben halt unfähige Leute. Man muss doch nur schauen, was beim HSV in den letzten Jahren passiert. Der BVB hat 1997 die CL gewonnen. Ein paar Jahre später fast die Insolvenz. Das war nicht weil Gott und Himmel sich gegen den BVB verschworen haben oder weil der BVB so hohe Stadionmiete zahlen musste."

Dennoch finden einige Fans auch kritische Worte für den streitbaren Markenbotschafter. User Hans Boll stützt zwar den Inhalt von Breitners Worten, regt sich aber über die Art und Weise auf, wie Breitner sie darlegte. "Die Kernaussagen waren soweit in Ordnung, da hat er nicht unrecht. Aber da der Ton die Musik macht war es schon untere Schublade und passte eher an einen Stammtisch...ach so, es war ja der Fußballstammtisch. Als Markenbotschafter suche ich mir nicht so einen Typ der sich wie ein **** aufführt, sondern auch den Diplomaten spielen kann."

User Christian meint: "Also ich bin absoluter Bayern-Fan, aber was der Breitner da von sich gibt, ist eine Frechheit. Der hatte selber noch nie eine Funktion in einem Verein, der hat doch gar nicht die Kompetenz über andere zu urteilen, soll er doch selber mal einen Verein managen oder trainieren ... Ich schalte auch als Bayern-Fan immer um, wenn ich den Typen mit seiner überheblichen Art reden höre."

Auch User Rumbrandt meckert über Breitner: "Paul Breitner hat doch mit dem FCB von heute überhaupt nichts zu tun, hängt sich immer nur an den Erfolg und spricht von "wir"... ansonsten sitzt er nur herum und redet plakativ daher ..."

Klar ist: So mancher Fan kritisiert den Posten als FC-Bayern-Markenbotschafter durch Paul Breitner als Fehlbesetzung. Dabei tut Polter-Paul ja eigentlich auch nur das, was der FC Bayern bundesweit seit Jahrzehnten tut: Er polarisiert.

Gregory Straub

Gregory Straub

E-Mail:gregory.straub@tz.de

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