Der Markenbotschafter des Rekordmeisters

Paul Breitner wird 65: Fußball "bis zum letzten Atemzug"

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Paul Breitner wird 65.

München – Vor fünf Jahren hat Paul Breitner noch einen Wunsch zu seinem Ehrentag gehabt. „Bitte nicht die Überschrift ,Breitner wird ein Sechziger’“, sagte er damals. Man hielt sich dran.

Weil der Witz in Kreisen des Rekordmeisters einfach abgeflacht ist. Und weil man auch damals schon wusste, was heute – also an seinem 65. Geburtstag – immer noch gilt: Breitner ist ein Roter. Durch und durch.

„Der FC Bayern hat mir viel gegeben, ich habe ihm viel gegeben. Wir sind quitt“, sagt der Welt- und Europameister. Die Zuneigung zu den Bayern wurde ihm in die Wiege gelegt, als er am 5. September 1951 in Kolbermoor zur Welt kam. Alle 14 Tage fuhren die Eltern schon ab Mitte der fünfziger Jahre die 45 Kilometer nach München. Mit dem Moped. Breitner sagt, er sei „zum Bayern-Fan getriezt worden“. Aber es wurde eine Liebe, die blieb.

Man kennt und schätzt ihn

Sicher gab es in den letzten 45 Jahren auch Zeiten, in denen die Beziehung zwischen dem Klub und dem Weltstar ein wenig gelitten hatte. Man hat aber immer wieder zueinandergefunden. Seine Funktion als Markenbotschafter führt Breitner mit Akribie und Herzblut aus. Und er denkt auch nun, da er heute das Rentenalter erreicht hat, nicht an ein Leben ohne Arbeit. Er fühle sich fit und gut, sagt er. Warum also aufhören, wenn man noch so viel Spaß hat?

Egal ob in den USA, in China oder anderen Winkeln der Welt, in die es Breitner für seinen FC Bayern verschlägt: Man kennt und schätzt den Mann, der 1981 zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt wurde. Auch heute noch ist er ein gefragter Gesprächspartner, eben weil er ist, wie er ist: Geradeaus, offen, selten um eine klare Meinung verlegen. Als Spieler eckte er gerne an mit seiner Art als Querulant, Querdenker, Revoluzzer. Gestört hat ihn das nicht – im Gegenteil. Heute will er nicht mehr 20 oder 30 sein, denn: Dann hätte er etwas versäumt. Hat er aber nicht.

"In erster Linie als Fußballer gesehen"

Ein paar Jahre Auszeit gönnte Breitner sich nach seinen Stationen beim FC Bayern, Real Madrid und Eintracht Braunschweig, da hatte er mal „nichts mit dem runden Ding zu tun“. Ansonsten aber hat der Fußball sein Leben bisher bestimmt – und wird es auch immer tun. „Bis zum letzten Atemzug“, sagte er nun der „tz“: „Ich weiß, dass ich in erster Linie als Fußballer gesehen werde. Und das ist auch gut so.“

285 Bundesliga-Spiele (93 Tore), Weltmeister 1974 auch dank seines Elfmetertores im Finale, Europameister 1972, Europapokalsieger 1974, Meister und Pokalsieger in Deutschland und Spanien – Breitner hat sich viele Geschenke in seiner Karriere selbst gemacht. An seinem 65. Geburtstag braucht er daher nichts mehr. Eine kleine Zusammenkunft mit Kindern und Enkelkindern, das reicht. Und diese blöde Überschrift würde ja ohnehin nicht mehr passen. 

Hanna Raif,  Andreas Werner

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