Zoff bei Manchester City

Berater zieht Peps Erfolge bei Bayern ins Lächerliche

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Bahnt sich da eine neue Privatfehde an? Pep Guardiola hat Ärger mit Berater Dimitri Seluk.

München - Sportlich läuft es bei Manchester City rund für Pep Guardiola. Doch abseits des Platzes eskaliert die Situation aktuell regelrecht. Schuld daran ist eine alte Fehde.

Sieben Titel hat Pep Guardiola in seinen drei Jahren beim FC Bayern gewonnen. In der Bundesliga waren die Roten in dieser Zeit unantastbar, sammelten 277 von 306 möglichen Punkten. Diese Leistung wird dem Trainer jedoch nicht überall hoch angerechnet. Dimitri Seluk etwa kann über den Anteil des Katalanen an den drei Meistertiteln nur müde lachen. "Er konnte ja gar nicht scheitern. Selbst mein Opa wäre mit diesem Team Meister geworden", wettert der Ukrainer in der englischen Zeitung Mirror.

Seluk - das sollte schnell aufgeklärt werden - ist Berater und zugleich enger Freund von Yaya Toure. Mit dem ivorischen Mittelfeldspieler war Guardiola in seiner Zeit beim FC Barcelona aneinandergerasselt. Seit Sommer arbeiten beide nun zusammen bei Manchester City.

Laut seinem Agenten sei ein Wechsel - oder besser: eine Flucht - Toures lediglich daran gescheitert, dass die Klub-Bosse künftige Spiele gegen Afrikas viermaligen Fußballer des Jahres vermeiden wollten. "Als ich nach der Höhe der Ablöse gefragt habe, meinten sie, es hänge von dem Klub ab", echauffiert sich Seluk, dem zahlreiche Angebote vorgelegen hätten - "auch Paris St. Germain war interessiert".

Toure nur in einem Spiel im Einsatz

Erwartungsgemäß sieht Toure keinen Stich unter Guardiola, der acht Siege in seinen ersten acht Pflichtspielen feierte. Nur im Rückspiel der Champions-League-Playoffs gegen Steaua Bukarest stand der 33-Jährige auf dem Feld - allerdings setzte der Trainer angesichts des 5:0-Vorsprung aus dem Hinspiel in dieser Partie auf eine B-Elf.

Seither zählte Toure nicht mehr zum Kader, wurde für die Gruppenphase der Königsklasse nicht einmal nominiert. Das brachte Seluk so richtig auf die Palme. Von "einer Demütigung" sprach der Agent und forderte: "Wenn Guardiola Eier hat, muss er sich bei Yaya entschuldigen, falls ManCity die Champions League nicht gewinnen sollte."

Darauf kann Seluk offensichtlich lange warten, denn Guardiola seinerseits fordert laut der spanischen Zeitung Sport eine offizielle Entschuldigung vom Ukrainer. Vorher werde Toure unter ihm nicht mehr spielen. Ein "Sorry" wird aber auch dem Berater nicht so bald über die Lippen kommen - stattdessen jedoch im Gespräch mit dem Mirror diese Kampfansage: "Wenn Pep Guardiola Krieg haben will, kann er den bekommen."

"Yaya hat Geschichte geschrieben"

Yaya Toure.

Und dann giftet Seluk weiter. "Yaya hat bei ManCity Geschichte geschrieben. Er hat zweimal die Premier League gewonnen, den FA Cup, zweimal den League Cup und er hat dem Klub geholfen, erstmals ins Halbfinale der Champions League einzuziehen."

In Richtung Guardiola sendete er folgende Worte: "Ich denke, er will sich an Yaya rächen. Aber zu seinem Leidwesen leben wir in einer Welt, in der jeder das Recht hat, seine Meinung zu sagen. Von Peps Reaktion auf meine Aussagen bin ich nicht überrascht."

Wo er schonmal in Fahrt ist, tritt Seluk das Gaspedal gleich richtig durch: "Pep mag keine Spieler mit eigener Persönlichkeit. Er will nur Spieler, die Angst vor ihm haben und alles tun, was er sagt. Gleich zu Beginn seiner Zeit bei City hat er sich mit Yaya und Joe Hart angelegt - zwei der größten Spieler des Klubs."

Vergleich mit Zeit in Barcelona

In Barcelona sei es ähnlich gewesen. "Er hat Samuel Eto'o aus dem Klub gedrängt. Zlatan Ibrahimovic, der 66,5 Millionen Euro gekostet hat, wurde für 21 Millionen Euro verkauft. Das ging alles von Pep aus - von niemand anderem."

Schließlich kommt Seluk zurück auf das eigentliche Thema: "Werde ich mich entschuldigen? Nun, ich habe gelernt, dass man niemals nie sagen soll. Aber ob Pep sich bei Yaya entschuldigen wird? Bei Joe Hart oder Manuel Pellegrini?"

Der Chilene hatte im Frühjahr seinen wohl nicht ganz freiwilligen Abschied von City bekanntgegeben, weil Guardiola offensichtlich bereits zeitig einen Vertrag als Nachfolger unterschrieben hatte. "Pep hat Pellegrinis Job übernommen, als ManCity noch um Titel gekämpft hat", kritisiert Seluk: "Kollegen sollten sich respektieren - gerade in England, wo es wichtig ist, sich wie ein Gentleman zu benehmen."

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mg

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