Bayern-Coach über die Neuzugänge

Guardiola: "Zwei Beine, zwei Augen"

Pep Guardiola
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Pep Guardiola.

München - Die „schwere“ Champions-League-Gruppe des FC Bayern hat Trainer Guardiola noch darin bestärkt, dass die Last-Minute-Einkäufe des deutschen Meisters richtig und wichtig sind.

Voller Tatendrang stürzt sich Champions-League-Sieger Xabi Alonso nach seiner Verabschiedung bei Real Madrid in sein „neues Abenteuer“ in Deutschland. „Der FC Bayern verfolgt die gleichen Ziele wie Real“, erklärte der 32 Jahre alte Ex-Weltmeister und zweimalige Fußball-Europameister, der in München von Pep Guardiola mit offenen Armen empfangen wurde. „Es ist nicht notwendig, über die Qualitäten von Xabi Alonso zu sprechen. Ihn kennen alle Leute im Fußball“, sagte der Bayern-Coach am Freitag über seinen spanischen Landsmann.

Guardiola ergänzte aber auch eine skurrile Aussage: „Zwei Beine, zwei Augen“, sagte er auf die Frage, was die beiden Neuzugänge Xabi Alonso und Mehdi Benatia ausmache. 

Der deutsche Meister hatte sich kurz zuvor mit Real auf einen Wechsel des super-erfahrenen Mittelfeldspielers geeinigt, der in München einen Zweijahresvertrag bis 2016 erhält. Die Ablöse soll nach Meldungen aus Spanien rund acht Millionen Euro betragen, die offizielle Präsentation des neuen Stars ist für Anfang kommender Woche geplant.

Der Defensivstratege soll gerade in der wichtigen Startphase der Saison den Ausfall der noch ungewisse Zeit pausierenden Mittelfeld-Asse Bastian Schweinsteiger und Thiago Alcántara kompensieren, die beide am Knie verletzt sind. „Fußball ist heute und jetzt“, hob Guardiola hervor. Spätere Überkapazitäten im Mittelfeld interessieren ihn jetzt nicht. Der Spanier hat mit den Neuen erstmal die Risiken minimiert, auch im Hinblick auf die „schwere Gruppe“ in der Champions League mit Manchester City, AS Rom und ZSKA Moskau.

Alonso erhofft sich nach dem Rücktritt aus der Nationalmannschaft auf der Zielgeraden seiner Karriere noch einmal einen Schub in München. „Als Profi sucht man immer eine neue Motivation. Ich glaube, ich brauchte diesen Wechsel“, sagte er zum Abschied in Madrid. „Als Real mit dem Champions-League-Sieg den zehnten Europacup gewann, wurde mir klar, dass ein neuer Zyklus für den Club beginnt. Ich hatte den Eindruck, dass nun auch für mich ein neuer Zyklus beginnt. Ich meine, dass jetzt der richtige Moment für einen Wechsel gekommen ist.“

 

Alonso: Hier kommt er vom Bayern-Medizincheck

Alonso: Hier kommt er vom Bayern-Medizincheck

 

Schon am Samstagabend (18.30 Uhr) im Bundesliga-Topspiel gegen Schalke könnte der Routinier seine Deutschland-Premiere feiern - auch ohne vorheriges Training mit der Mannschaft. Alonso sei „fit“, erklärte Guardiola: „Wir brauchen einen Spieler mit dieser Qualität, diesen Augen. Ich weiß, er ist 32, aber in seiner Position im Mittelfeld brauchst du intelligente Spieler“, sagte der Trainer: „Xabi Alonso hat große Erfahrung und ist eine große Persönlichkeit. Er kennt alles im Fußball. Er ist ein sehr guter Profi.“

Der Baske spielte seit 2009 bei den „Königlichen“. Durch die Verpflichtung von Weltmeister Toni Kroos, dem er nun beim FC Bayern nachfolgt, schien sein Stammplatz gefährdet. „Wir wären beide häufig zum Einsatz gekommen“, entgegnete Alonso. Beim deutschen Meister um Erfolgstrainer Guardiola ist er jetzt der fünfte Spanier im Kader.

Alonso, der bei Real stets als einer der taktisch versiertesten Profis galt, hat sich auch wegen Guardiola zu einem Transfer nach Bayern entschieden. „Sein Name hat einen ganz besonderen Glanz“, sagte der zweimalige Champions-League-Sieger dem TV-Sender „Sport1“. „Er ist natürlich auch ein Grund für meinen Wechsel nach München.“

Auch die Bayern-Verantwortlichen hoffen auf eine sofortige Verstärkung. Das hatte Sportvorstand Matthias Sammer betont, der dem erfahrenen Profi noch mindestens zwei Jahre auf Top-Niveau zutraut. Alonso hatte im Frühjahr mit Real die Champions League gewonnen und dabei im Halbfinale als Gegner auch die Bayern zweimal bezwungen.

dpa

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