tz-Expertenkolumne zum Ex-Bayern-Trainer

Das ist Guardiolas größte Herausforderung bei City

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Pep Guardiola steht bei Manchester City vor einer großen Aufgabe.

München - Edu Fdez-Abascal ist Journalist und ein Kenner von Manchester City. Er beschreibt in der tz-Expertenkolumne, welches die größten Herausforderungen für den Ex-Bayern-Trainer im Norden Englands sein werden.

Edu Fdez-Abascal.

Nach dem Camp Nou und der Allianz Arena ist Pep Guardiola nun im Etihad Stadium gelandet. An dem Ort, an dem die größte Herausforderung seiner Karriere auf ihn wartet. In Barcelona ging es darum, einen angeknockten Riesen zu retten, und er tat dass indem er das Tiki-Taka zur Perfektion brachte. Bei den Bayern verlangte man von ihm, eine perfekte Maschine noch ein wenig einzuölen. Was die Resultate angeht, hatte er jedoch nicht so viel Glück wie bei der ersten Etappe. Trotzdem hinterließ er ein bedeutendes Erbe an der Säbener Straße, vor allem was taktischen Variantenreichtum und spielerische Flexibilität angeht.

Bei Manchester City wird er nun von beiden Etappen etwas benötigen und sogar noch ein wenig mehr. Viel mehr…

Blankoscheck für Pep

Die Scheichs verlangen von ihm, dass er die Premier League gewinnt, Europa erobert, dass er den Mourinho-Effekt auf der anderen Seite von Manchester im Zaum hält, und das am besten noch, indem er guten und ansehnlichen Fußball spielen lässt. So weit die Erwartungshaltung. Das Problem dabei: Während ihm die Bundesligatitel quasi in Serie in die Arme fielen, erwartet ihn in England nun eine Premier League, in der bis zu sechs Mannschaften um die Krone kämpfen werden: beide Teams aus Manchester, Chelsea, Tottenham, Liverpool und Arsenal. Womit Stand heute bereits feststeht, dass fünf dieser sechs Mannschaften das Jahr als Gescheiterte beenden werden. Ein Jahr ohne Titel für Pep wäre demnach nicht gerade abwegig.

Damit es jedoch nicht dazu kommt, verfügt Guardiola sozusagen über einen Blankoscheck, um die Mannschaft ganz nach seinen Vorstellungen zusammenzustellen, und dazu auch noch über eine Infrastruktur (Akademie und Trainingszentrum), die auf der ganzen Welt seinesgleichen suchen. Das Ganze kommt auch nicht von ungefähr: In Manchester arbeitet man nun schon seit Jahren daran, eine Art Masia nach dem Vorbild der Barca-Ausbildungsstätte zu errichten, damit Guardiola eines Tages kommt und dort das Werk vollbringt, das seinerzeit Johan Cruyff in Barcelona vollbrachte: einem gesamten Klub, der trotz der Millionen unter Hughes, Pellegrini und dem ergebnisfixierten Mancini ein ums andere Mal hingefallen ist, von der F-Jugend bis zu den Profis ein und dieselbe Philosophie einimpfen.

So weit die Ziele auf lange Sicht, davor zählen aber erst mal die Ergebnisse. Richtungsweisend wird daher bereits die Vorbereitung, in der Kaliber wie Bayern, United, Dortmund und Arsenal auf die Citizens warten und Pep zu verstehen geben sollen, dass die Herausforderung auf der Insel riesig wird. Doch damit nicht genug: Der Kader, bestehend aus einer extrem anfälligen Abwehr und einem Mittelfeld, in dem es mehr Muskeln als Talent gibt, scheint sich bislang nur wenig an das anzupassen, was Pep will. Womöglich entschied er sich dann, als alle über die Verpflichtung eines Superstars à la Messi oder Neymar sprachen, doch für Spielertypen wie Gündogan oder Nolito. Peps Absichtserklärung, wenn man so will.

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