FCB-Kapitän im Interview

Lahm: Robben und Ribéry sollen bei Bayern bleiben

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Philipp Lahm (l.) mit Arjen Robben.

München - Philipp Lahm, der Kapitän des FC Bayern, hat eine klare Meinung zu den auslaufenden Verträgen von Arjen Robben und Franck Ribéry. Respekt hat er vor dem BVB.

FCB-Kapitän Philipp Lahm sprach im exklusiven Interview mit „Bundesliga Aktuell“-Chefreporter Christian Ortlepp bei Sport1 über die aktuelle Situation beim Rekormeister, die Zukunft der Bayern-Stars Franck Ribery und Arjen Robben sowie den Meisterschaftsrivalen Borussia Dortmund gesprochen. Philipp Lahm über…

… die Zukunft von Arjen Robben und Franck Ribbery: „Man sieht einfach immer noch, was sie für eine unglaubliche Qualität haben. Sie haben die Erfahrung, spielen jetzt über Jahre auf absolutem Topniveau. Da können sich einige eine Scheibe abschneiden, was es bedeutet, wirklich auf einem Weltklasse-Niveau Fußball zu spielen. Für mich ist es immer noch eine Freude, mit ihnen auf dem Platz zu stehen. Ich würde es definitiv begrüßen, wenn beide noch ein Jahr weiter machen würden. Beide sind Siegertypen.“

… Borussia Dortmund: „Auf mich macht Dortmund einen sehr guten Eindruck. Ich glaube, dass sie nicht so viele Punkte liegen lassen. Sie hatten eine unglückliche Niederlage in Leipzig und eine enge Partie in Leverkusen, die sie verloren haben. Die Dortmunder wirken sehr stabil.“

… Dortmunds Trainer Thomas Tuchel und die von ihm angestoßene Foul-Diskussion: „Ich glaube er ist ein sehr guter Trainer, der sehr akribisch arbeitet, die Mannschaft gut einstellt und taktisch einiges auf dem Kasten hat. Wenn eine Mannschaft viel Ballbesitz hat, ist es normal, dass gegen diese härter und intensiver agiert wird, wir kennen das auch. Aber wir haben immer noch einen Schiedsrichter auf dem Feld, der alles entscheiden kann. Daher sollten wir den Schiedsrichtern vertrauen, dass sie die richtige Entscheidung treffen.“

… die jüngste Kritik am FC Bayern: „Wir hatten am Sonntag noch einen schönen Wiesn-Besuch. Es ist alles in Ordnung, uns geht’s ganz gut. Ich bin ja nicht erst seit gestern dabei, von daher weiß ich, wie schnell man hochgejubelt wird, wie schnell es aber auch in die andere Richtung gehen kann. Wenn eine Mannschaft vier Mal hintereinander Deutscher Meister wird, dann hofft eine ganze Nation darauf, dass es in der nächsten Saison sehr spannend bleibt und vielleicht jemand anderes Deutscher Meister wird.“

… die Situation beim FC Bayern: „Wir haben wieder einen Trainerwechsel beziehungsweise ein ganzes Team, das geändert wurde. Das braucht einfach ein bisschen Zeit. Es ist wieder eine andere Philosophie, daran muss sich die Mannschaft erst gewöhnen. Deswegen bin ich noch ganz entspannt. Wir sind Tabellenführer. In der Champions League sind wir leider ins Hintertreffen geraten, da wir in Madrid verloren haben. Aber es ist jetzt nichts Gravierendes passiert. Aber eines ist klar und das haben ja alle Spieler gesagt: Wir müssen uns schon verbessern, wenn wir wirklich um alle Titel mitspielen wollen. Und das können wir auch.“

… Möglichkeiten zur Verbesserung: „In erster Linie kann unsere Aggressivität wieder besser sein. Das hat uns vor allem in den letzten Jahren ausgezeichnet, dass wir immer auf den Platz gegangen sind und von Anfang an den Gegner haben spüren lassen, dass hier gegen den FC Bayern nichts zu holen ist. Dann aber auch taktisch. Wir müssen die Balance wieder besser halten. Wir lassen zu viele Torchancen zu und kreieren selbst nicht die Torchancen, zumindest nicht in der Häufigkeit, wie wir sie gewohnt sind. Die Feinabstimmung muss sich definitiv erst finden. Da muss gerade in unserem Offensivspiel alles perfekt funktionieren, um dem Gegner keine Möglichkeiten zu bieten. Wenn die Kleinigkeiten nicht zu 100 Prozent stimmen, kriegt der Gegner, wenn er Qualität hat, auch Möglichkeiten. Das hat man vor allem in Madrid gesehen. Unser Passspiel ist nicht mehr so, wie wir es schon hatten. Unser Passspiel an sich hat sich natürlich nicht verändert, aber die Positionen auf dem Platz schon. Und das muss erst zu 100 Prozent dann greifen.“

… das Thema mehr Freiheit unter Trainer Carlo Ancelotti: „Es ist schwierig Trainer zu vergleichen, die Charaktere sind immer verschieden. Ich finde die Zusammenarbeit ist sehr, sehr angenehm. Es macht Spaß. Wir sind noch in der Anfangsphase, aber er ist außer Frage, dass er ein exzellenter Trainer ist. Ich glaube, dass ein Spieler auf dem Platz immer die Freiheit hat, denn der Spieler steht ja auf dem Platz. Der Trainer gibt dem Spieler beziehungsweise der Mannschaft eine Unterstützung, wie man am besten gegen einen Gegner spielen soll. Und der Spieler sollte das dann umsetzen. Aber in seiner Position hat er immer die Freiheit. Das war, so lange wie ich Fußballprofi bin, schon immer so und wird auch immer so sein. Ich denke, dass sich jeder bewusst ist, dass Freiheit auch Vertrauen bedeutet. Jeder sollte mit der Situation umgehen können, dass man Vertrauen bekommt, das aber auch einschätzen kann. Auf seiner Position ist es wichtig heutzutage, dass jeder Verantwortung übernimmt.“

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