Bayern verliert in Chicago, Badstuber patzt

Lahm nach Milan-Pleite: "Es kann ja noch nicht stimmen …"

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Trainer Carlo Ancelotti nimmt Holger Badstuber bei dessen Auswechslung nach 31 Minuten in Empfang.

Chicago - Es wartet noch einiges an Arbeit auf Carlo Ancelotti und den FC Bayern. Der erste Härtetest gegen den AC Mailand ging verloren - doch noch ist Zeit für das Feintuning.

Angstgegner bleibt nun mal Angstgegner. Wie zu besten Inzaghi-Zeiten hat sich Milan auch am Mittwoch beim International Champions Cup mit 8:6 nach Elfmeterschießen gegen die Bayern durchgesetzt. Nach den Toren von Ribéry (2) und Alaba auf Bayernseite sowie von Niang, Bertolacci und Kucka bei den Rossoneri stand es nach 90 Minuten 3:3, Rafinha vergab darauf als Einziger einen Elfmeter. Viel wichtiger als das Ergebnis war jedoch die Erkenntnis, dass es beim Rekordmeister auch nach knapp drei Wochen unter Carlo Ancelotti noch nicht rundläuft. Nach drei Jahren Pep-Fußball gilt es sich nun voll auf Carlettos Calcio umzustellen, und das braucht seine Zeit. Offensichtlich.

Ribéry: Befreit von Pep und taktischen Zwängen.

Stellungsfehler, falsche Laufwege und unnötige Ballverluste, davon gab es gegen die Italiener reichlich. Die FCB-Maschinerie hat noch Sand im Getriebe. Sieht auch Philipp Lahm so. „Es klappt noch nicht alles, das hat man heute gesehen“, so der Kapitän nach der Partie vor 44.826 Zuschauern im Soldier Field von Chicago. „Wir waren teilweise zu offen in manchen Situationen und auch nach vorne nicht immer perfekt, aber das ist total normal. Wir stecken mitten in der Vorbereitung, da kann noch nicht alles stimmen.“

Geduld ist angesagt, frag nach bei Ancelotti. „Die erste Halbzeit war gut, dann haben wir Fehler gemacht, aber wir haben ja noch Zeit, um besser zu werden“, so der Mister des Rekordmeisters. Worin genau, das erklärte Lahm. „Es ist etwas anders“, so der Weltmeister-Kapitän auf die Frage, worin sich Carlettos Stil von Guardiolas denn nun unterscheide. „Gegen Landshut oder Lippstadt ist die Analyse immer schwieriger, da braucht es schon so einen Gegner wie Milan. Da geht es dann um die Positionen, wo steht wer im Positionsspiel, wie laufen wir an – all das können wir jetzt besser analysieren und sehen, wo wir stehen. Es muss sich alles erst noch einspielen, dieses Feintuning müssen wir noch hineinbekommen.“

Badstuber in Aktion: „Wichtig, dass er Erfahrung sammelt.“

Allen voran Holger Badstuber. Nach vier Monaten Pause wegen eines Knöchelbruchs kehrte der 27-Jährige gegen Milan wieder auf den Platz zurück, schoss während seiner 30 Minuten Spielzeit aber gleich mal den Vogel ab. Bei einem Zuspiel von Thiago klappte es nicht so ganz mit der Annahme, worauf die Kugel bei Milan-Rakete Niang und kurze Zeit später in Ullreichs Kasten landete. Badstuber selbst hatte deswegen nach der Partie keine große Lust, Interviews zu geben, daher sprach sein Trainer. „Er hat es gut gemacht. 30 Minuten Spielzeit war der Plan, beim nächsten Mal kann er dann länger spielen.“ Lahm ergänzte: „Erst mal ist wichtig, dass er wieder Erfahrung sammelt, auf dem Platz steht und die Wettkampfhärte bekommt. Solche Spiele auf absolutem Top-Niveau wie gegen AC Mailand tun ihm und uns allen gut, daher freuen wir uns. Ich mache mir keine Sorgen, dass Holger wieder zurückkommt.“ Doch auch das braucht noch so seine Zeit.

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