"Falls doch, sind wir vorbereitet"

Polizei vor Amateur-Derby: Keine Hinweise auf Störungen

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Die Polizeipräsenz beim kleinen Derby geht wieder zurück.

FC Bayern München II - Rund 4000 Fans des FC Bayern werden am Sonntag im Grünwalder Straße erwartet. Die Polizei hofft, dass es wie beim letzten Derby ruhig bleibt.

Es ist gar nicht lange her, da herrschte beim „kleinen Derby“ zwischen dem TSV 1860 II und dem FC Bayern II rund um das Grünwalder Stadion Ausnahmezustand. Giesing glich einer Hochsicherheitszone, am Ostermontag 2015 waren etwa 1200 (!) Beamte im Einsatz, um Zusammenstöße der rivalisierenden Fans zu verhindern. 1200 Beamte für 12.500 Fans – mehr Besucher sind mittlerweile nicht mehr im altehrwürdigen Stadion an der Grünwalder Straße zugelassen. Zum Vergleich: Beim Bundesligaspiel am Freitag zwischen dem FC Bayern und Werder Bremen waren 210 Polizisten im Einsatz. Die U21-Mannschaften des TSV 1860 und des FC Bayern spielen in der Regionalliga – vierte Liga ist das.

Um es vorweg zu nehmen: Am Sonntag (Spielbeginn 15 Uhr) beim nächsten kleinen Fußball-Derby zwischen beiden Teams werden diesmal nach Auskunft der Polizei „nur“ etwa 350 Beamte im Einsatz sein. Als Risikospiel gilt die Partie zwar nach wie vor. Aber die Polizei hat keine Hinweise, dass es zu größeren Störungen kommen könnte. „Falls doch, sind wir vorbereitet“, sagte ein Sprecher unserer Zeitung.

Das reduzierte Aufgebot hat auch damit zu tun, dass sich die Fans beim vergangenen Derby (damals waren noch 800 Beamte im Einsatz) relativ friedlich verhielten und das Stadion mit 10.300 Zuschauern nicht ausverkauft war. Auch am Sonntag rechnen die Löwen, die Heimrecht genießen, nur mit gut 10 000 Zuschauern. Bei den Fan-Gruppierungen scheint die Partie ein wenig an Brisanz eingebüßt zu haben, was der Polizei und den Vertretern des Fan-Projekts München nur recht ist.

Allerdings: Im Vorfeld gibt es eine unwägbare Komponente. Vor einigen Wochen wurde den „Giasinga Buam“, die Ultra-Fans der Sechzger, die Zaunfahne gestohlen. Das Banner gilt in der Szene als Heiligtum, Bayern-Anhänger werden hinter dem Diebstahl vermutet. Zum Ehrenkodex der Szene gehört, dass Gruppierungen, denen Zaunfahnen geklaut wurden, sich auflösen müssen. Die Giasinga Buam also gibt es seitdem nicht mehr als offizielle Organisation, die Menschen dahinter natürlich schon noch.

Für die Löwen-Fankurve ist das ein Problem, weil die Giasinga Buam maßgeblich für die Stimmung im Stadion verantwortlich waren. „Die Fanszene der Löwen ist derzeit allgemein in der Findungsphase“, sagt Jochen Kaufmann, Leiter des Fanprojekts München, das Sozialarbeit mit den Fußball-Fans betreibt. Von Racheakten der Löwen geht er nicht aus. Ebensowenig, dass Bayern-Fans die Zaunfahne der Löwen im Stadion als Provokation zeigen könnten. Die Bayern-Ultras sind normalerweise bei den kleinen Derbys nicht präsent.

Dennoch haben die Bayern-Anhänger ihr Kontingent von 4.000 Tickets ausgeschöpft. Gut 500 FCB-Fans sollen sich am Sonntag gegen 11 Uhr am Rotkreuzplatz treffen und von dort aus mit der U1 nach Giesing fahren. Der vor den vergangenen Derbys zelebrierte Marsch durchs Tal ist diesmal nicht geplant. Im Stadion sind keine Rücksäcke, keine Flaschen – auch keine PET-Flaschen – und nur noch kleine Frauenhandtaschen mit einer Größe von maximal DIN A4 erlaubt. Rund um das Stadion in Giesing ist mit großräumigen Verkehrsbehinderungen zwischen 12 und 17.30 Uhr zu rechnen. Die Spiel wird live im Fernsehen auf Sport1 übertragen. Fussball Vorort bietet am Sonntag einen Live-Ticker zum Spiel.

Text: Klaus Vick

Weitere Berichte rund um das Derby:

400 Polizisten bewachen das kleine Derby

Vorschau aus Sicht des TSV 1860: Bierofka: "Wir spielen im Grünwalder Stadion. Das ist unser Stadion"

Vorschau aus Sicht des FCB: Vogel im Derby-Fieber

Kleines Derby: Das müssen die Fans wissen

Kleines Derby noch nicht ausverkauft

Fussball Vorort berichtet umfassend über das kleine Derby:

Hier geht's zum Live-Ticker

Quelle: fussball-vorort.de

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