Polizei stoppt 130 randalierende Bayern-Fans

Aschaffenburg/Würzburg - Nach Angriffen auf Polizeibeamte im Würzburger Hauptbahnhof haben Ermittler rund 130 gewaltbereite Fußballfans des FC Bayern in einem Zug festgesetzt und sie so vom Stadionbesuch abgehalten.

20 Menschen wurden bei dem Vorfall vom Samstag vorläufig festgenommen, wie die Polizei in Würzburg am Sonntag mitteilte. Zwei 20 Jahre alte Männer sollten am Nachmittag dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Mitglieder der Fangruppe "Schickeria München" hatten bei einem Zwischenstopp in Würzburg drei Bundespolizisten zum Teil schwer verletzt.

Weil es auf der Fahrt von München nach Mainz mehrfach zu Sachbeschädigungen gekommen war, wollten Polizisten den Angaben zufolge in Würzburg in den Regionalzug steigen. Das verhinderten die Fußballfans jedoch, indem sie die Türen blockierten. Nachdem die Beamten über einen angrenzenden Wagen auf die Passagiere zugingen, habe einer der Männer einem Polizisten unvermittelt einen Fauststoß ins Gesicht verpasst. Der Täter wurde festgenommen und auf den Bahnsteig gebracht, bekam dort aber von 30 bis 40 Fans Unterstützung. "Der Verdacht der Gefangenenbefreiung steht im Raum", sagte Polizeisprecher Heinz Henneberger.

Die Gruppe schlug und trat auf die drei Polizisten ein, die trotz des Einsatzes von Pfefferspray und Schlagstöcken Rippenbrüche und Prellungen erlitten. Die Verletzten mussten in ein Krankenhaus gebracht werden, konnten aber noch am Wochenende nach Hause. Zwei der Täter wurden auf dem Bahnsteig von zu Hilfe eilenden Polizisten festgenommen. Einem dritten gelang die Flucht in den Zug, wo er in der Menge untertauchte.

Mit dem flüchtigen Randalierer und Polizeibeamten an Bord fuhr der Regionalzug weiter zum Hauptbahnhof Aschaffenburg, wo starke Polizeikräfte aus ganz Unterfranken und Hessen zusammengezogen worden waren. Während knapp 30 unbeteiligte Reisende dort aussteigen mussten, vernahm und fotografierte die Polizei die Fußballfans in den umstellten Waggons, bevor diese einzeln auf den Bahnsteig entlassen wurden. Rund vier Stunden später brachte ein Sonderzug die Problemfans ohne Zwischenhalt nach München zurück.

Die Mitglieder des inoffiziellen FC Bayern-Fanclubs "Schickeria München" sind für ihre Gewaltbereitschaft bekannt. 2007 hatten "Schickeria"-Mitglieder auf einem Parkplatz nahe Würzburg einen Fanbus des 1. FC Nürnberg brutal überfallen. Dabei wurden mehrere Franken-Anhänger zum Teil lebensgefährlich verletzt, eine Frau erblindete auf einem Auge nach einem Flaschenwurf. Anschließend wurden drei Fans zu Bewährungsstrafen verurteilt.

dpa

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