Ex-Bundesligaprofi hält sich bei FCB-Reserve fit

Prominenter Trainingsgast bei den kleinen Bayern

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Georg Niedermeier (li.) trainiert derzeit an der Säbener Straße mit der Reserve des FC Bayern.

FC Bayern München II - Bei der Mannschaft von Heiko Vogel hält sich derzeit ein ehemaliger Spieler des Rekordmeisters fit. Er hatte bereits Angebote, doch die richtige Offerte war bisher noch nicht dabei.

Den Weg durch München, die Straßen rund um das Vereinsgelände, kennt Georg Niedermeier nur zu gut. 14 Jahre lang ist er ihn täglich gefahren, als kleiner Bub mal mit seinem Vater, mal mit der Tram-Bahn, später, als er dann 18 war, selbst am Steuer. Die Säbener Straße ist für den 30-Jährigen ein Stückchen Heimat in seiner Heimatstadt, verbunden mit Erinnerungen an seinen sportlichen Aufstieg. Und so fährt er derzeit Tag für Tag mit einem Grinsen zum Training am Klubgelände des FC Bayern vor.

Georg Niedermeier ist im Moment vereinslos. So geht es einigen Profis, die sich – so wie er nach sieben Jahren beim VfB Stuttgart – dazu entschieden haben, eine neue Herausforderung zu suchen. In München sind die prominentesten Beispiele der letzten Jahre Claudio Pizarro (der sich im Vorjahr nach eigenen Angaben „im Wald“ fit hielt, ehe er zu Werder Bremen ging) und Ivica Olic, der vor wenigen Tagen beim TSV 1860 anheuerte. Unweit vom Trainingsgelände der Löwen, die übrigens nach wie vor auf der Suche nach einem Innenverteidiger sind und Interesse an Niedermeier haben, hält sich nun der Ex-Bayer fit.

Das VDV-Trainingscamp, dem sich viele vertragslose Spieler anschließen, kam für den langjährigen Kapitän der Bayern-Amateure nicht infrage, „denn hier“, sagt Niedermeier, „wurde ich mit offenen Armen empfangen“. Bereits die erste Kontaktaufnahme zu Heiko Vogel war durchweg positiv, seit einigen Wochen trainiert Niedermeier nun mit der zweiten Bayern-Mannschaft. Sechs bis sieben Mal pro Woche, am Nachmittag steht noch eine Athletikeinheit auf dem Programm, dazu diverse Zusatzschichten, die er privat finanziert. „Ich bin fit“, sagt Niedermeier. Wenn also das richtige Angebot kommt, wäre er sofort einsatzbereit.

Bisher war es noch nicht dabei. Der TSV 1860 hat eher schlechte Karten, dem FC Ingolstadt hat Niedermeier früh abgesagt, genau wie Fenerbahçe Istanbul. Beim Vorjahreszweiten der türkischen Süper Lig hätte Niedermeier, der in Stuttgart lange Zeit zu den Top-Verdienern zählte, finanziell noch einen Sprung nach oben gemacht, dazu Champions League gespielt. „Aber“, sagt er, „darum geht es mir nicht. 80 Prozent aller Spieler hätten in meiner Situation zugesagt – ich nicht“.

Niedermeier ist ein gebildeter junger Mann mit Weitblick. Die logische Denke – ein Münchner will gerne in oder um München bleiben – ist nichts für ihn. Ihn reizt das Ausland, die Erfahrung, die er unbedingt machen will. „Es ist ein Kindheitstraum, mal auf der Insel zu kicken“, sagt er. Aber auch Angebote aus den Top-Ligen in Frankreich und der Schweiz hört er sich derzeit an. „Geld“, sagt er, „war nie der Grund, aus dem ich Fußball gespielt habe“.

Niedermeier sieht es gelassen – denn er hat Zeit. Und die „kleinen Bayern“ freuen sich über einen Trainingsgast, der den jungen Regionalliga-Spielern ein Vorbild ist. „Der ein oder andere hat schon gefragt, ob ich nicht bleiben will“, erzählt er. Dazu ist es noch zu früh. „Aber mit 34 oder 35 – warum nicht?“ Heimat bleibt eben Heimat.

Text: Hanna Raif

Quelle: fussball-vorort.de

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