Renato Sanches

Rätsel um Geburtstag von "Bulo": So tickt Bayerns neuer Rastamann

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Renato Sanches.

München - Renato Sanches wechselt von Benfica zum FC Bayern. Doch wie tickt der 18-Jährige eigentlich? Ein Reporter aus Portugal erklärt in der tz den Mann mit den Rastalocken.

Der Morgen in Lissabon war am Dienstag grau, bis der Blitz-Transfer von Renato Sanches zu den Bayern noch düsterer werden ließ. Seit seinem Startelf-Debüt im November wusste jeder nur zu gut, dass dieser Morgen eines Tages kommen würde, nur dass ManUnited als Renatos Ziel vermutet wurde.

Sanches könnte zum teuersten 18-Jährigen in der Geschichte des Fußballs werden, dazu muss er nur ein paar der Tore erzielen, die in dem Deal beinhaltet sind. Seit er als das beste Talent in Portugal seit Cristiano Ronaldo gehandelt wird, ziert er regelmäßig die Titelseiten. Und er ist all die Lobeshymnen wert: Kaum fing er an zu spielen, drehte Benfica die Saison. Sieben Punkte Rückstand hatten die Adler zu diesem Zeitpunkt auf Sporting, nun liegen sie zwei vor ihnen. Zudem erreichte Benfica das Viertelfinale der Königsklasse und haben mit Sanches lediglich drei Spiele verloren: gegen Atlético, Porto und die Bayern.

Renato Sanches: Leben wie ein Märchen

Renatos Leben ist wie ein Märchen. Geboren in Musgueira, einem jener Orte, den die Touristen in Lissabon nicht besuchen, mochte er den Fußball zunächst nicht und meinte, er habe bessere Dinge zu tun. Er bekam den Spitznamen „Bulo“ und musste erst davon überzeugt werden, beim Nachbarschaftsklub Águias de Musgueira ein Probetraining zu absolvieren. Neun Jahre war Renato alt, die Trainer überzeugte er in gerade mal 15 Minuten. Wenig später machte er einen Test bei Benfica, die ihn prompt nahmen und Musgueira 25 Fußbälle und Geld versprachen, sollte er eines Tages einen Profivertrag unterschreiben – ein Versprechen, das der Klub bis dato nur halb erfüllt hat. Anstelle von 25 hat der Klub sogar 50 Bälle geschickt, mehr als 750 Euro Ausbildungsentschädigung hat Aguias aber nicht gesehen.

Heutzutage werden die simpelsten Neuigkeiten über ihn kontrovers diskutiert. Fällt der Name Renato in der Schlagzeile, gibt es Klickzahlen- und Kommentar-Rekorde. Vor wenigen Monaten, als er bereits Stammspieler war, löste eine Geschichte ein regelrechtes Erdbeben aus: Seine Geburt wurde erst angemeldet, als er fünf Jahre alt war, was natürlich zu Spekulationen über sein wahres Alter führte. Von offizieller Seite hieß es, dass er schon 1997 auf die Welt kam, seine Eltern den Geburtstag allerdings nicht anmeldeten.

Souveräner Umgang mit Druck

In dieser Saison hat er mit 18 Jahren 55 Spiele bestritten, darunter auch die Partien für Benficas Zweite, in der UEFA Youth League und mit dem Nationalteam. Kein anderer Spieler in der portugiesischen Liga hat so viele Spiele.

Und jetzt die größte Herausforderung, der sich ein portugiesischer Spieler je gestellt hat. Mit 18 Jahren kann er zu einem der größten Transfers überhaupt werden, bislang ist er mit diesem Druck aber stets souverän und gelassen umgegangen. Für ihn selbst sollte es also bloß wie ein weiterer Tag im Büro sein.

Von Sergio Krithinas, Reporter bei Portugals Sportblatt Record

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