Der Grund liegt zehn Jahre zurück

Fix! Rafinha wird NICHT deutscher Nationalspieler

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Rafinha (m.) beim Spiel in Zagreb.

München - Seit Dienstag ist Rafinha offiziell im Besitz eines deutschen Passes und damit der deutschen Staatsbürgerschaft. Für den Bayern-Verteidiger ein Traum. Doch zum deutschen Nationalspieler wird der 30-Jährige nicht werden.

Rafinha muss den Traum von der deutschen Nationalmannschaft begraben! Zwar besitzt der Außenverteidiger der Bayern seit diesem

Dienstag die deutsche Staatsangehörigkeit

, sein Debüt im DFB-Team wird der Spieler aber dennoch nicht feiern können. Zwar war zuletzt darüber spekuliert worden, ob Rafinha nach seiner Einbürgerung eine Option für Bundestrainer Joachim Löw sein könnte, auch im Hinblick auf die Europameisterschaft 2016 in Frankreich. Doch die Statuten schieben diesen Gedankenspielen jetzt von vorneherein einen Riegel vor.

Wie der kicker berichtet, darf Rafinha das Trikot mit dem Adler nicht in offiziellen FIFA-Begegnungen tragen. Obwohl Rafinha noch nie ein Länderspiel für die brasilianische Selecao bestritten hat, ist er für jegliche Einsätze im deutschen Trikot nicht spielberechtigt. Der Grund liegt liegt zehn Jahre zurück: Bei der U20-Weltmeisterschaft im Jahr 2005 trat Rafinha noch für Brasilien an. Für gewöhnlich ist es zwar erlaubt, dass man in Jugendauswahlen für ein bestimmtes Land antritt, um später im A-Bereich für ein anderes Land anzutreten. Das ist allerdings nur legitim, wenn der Spieler zum Zeitpunkt des Einsatzes in einem Pflichtspiel für den alten Verband die zweite Staatsangehörigkeit bereits besessen hat. Das besagt Artikel 8 der "Ausführungsbestimmungen zu den Statuten" unter Punkt 1.

Da Rafinha 2005 aber noch nicht im Besitz eines deutschen Passes war, sondern ausschließlich ein brasilianisches Papier besaß, ist ein Einsatz in der deutschen Nationalmannschaft für den Spieler tabu. Anders hat es sich in der Vergangenheit beispielsweise beim Dortmunder Nuri Sahin verhalten. Der Deutsch-Türke hat seit jeher sowohl den deutschen als auch den türkischen Pass: Sahin durchlief die Jugendmannschaften des DFB, entschied sich dann aber, im Seniorenbereich für die Türkei anzutreten. Rafinha hat diese Option nicht: Er freut sich jetzt zwar für seine Familie und sich, einen grünen Ausweis zu haben. Sportlich wird sich aber nicht viel verändern.

Über eine Nominierung durch Joachim Löw war im Zuge der Einbürgerung Rafinhas zuletzt viel spekuliert worden. Der Bundestrainer hatte aber den Ball von Beginn an flach gehalten und behauptet, eine Berufung des Außenverteidigers sei "kein Thema".

Gregory Straub

Gregory Straub

E-Mail:gregory.straub@tz.de

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