Nun ist Ancelotti gefragt

Kindskopf Robben: Ohne Nachtisch ins Bett

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Mit Auswechslung nicht einverstanden: Arjen Robben.

Eindhoven - Arjen Robben war beim Gastspiel des FC Bayern in Eindhoven sauer. Eine Aufgabe für den Menschenversteher Carlo Ancelotti.

Arjen Robben wurde nach dem 2:1 in Eindhoven nicht mehr gesichtet, nachdem er in der 64. Minute sichtlich unwillig den Platz verlassen hatte. Das Gastspiel des FC Bayern in den Niederlanden war für ihn eine Heimkehr, er durfte die Zeit nach dem Abpfiff mit Familienangehörigen verbringen, musste nicht mit dem Team zum Bus ins Hotel und auch nicht den Parcours durch die Journalisten durchlaufen, um dort Rede und Antwort zu stehen. Vielleicht besser so.

Denn Arjen Robben war nicht gut zu sprechen, weder auf die ganze Partie noch auf seine Auswechslung, das gab er noch in ein paar TV-Interviews kurz kund, ehe er in die Nacht verschwand. Er war in Eindhoven wie der verlorene Sohn empfangen worden, sogar bei seiner Auswechslung erhoben sich alle Stadionbesucher, man hat ihm nicht vergessen, dass er einst für PSV gezaubert hat. Robben ist ein sensibler Kerl, und er hat auch ein gewisses Ego, gerade erst nach dem Sieg in Augsburg wurde ihm zugeschrieben, er habe es zugunsten der Zusammenarbeit mit Robert Lewandowski modifiziert. Nun aber ein Rückfall. „Ich fand es schade“, moserte er über seine Auswechslung, „ich war enttäuscht und auch ein bisschen sauer. Das Spiel ist einmalig für mich, da willst du von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Platz stehen.“ Für Eindhoven ist er der verlorene Sohn, die Bayern erlebten am Dienstag eher die Rückkehr des verlorenen Kindskopfes, der sauer war, als sei er ohne Nachtisch ins Bett geschickt worden.

Ancelotti wird Robben besänftigen

Denn die Maßnahme von Carlo Ancelotti war durchaus nachvollziehbar. Robben hat nicht nur ein sensibles Gemüt, seine Muskelstränge und Gelenke sind sogar noch sensibler. Ihn für die Schluss-etappe vom Feld zu holen, ist Teil der Aufbauphase, die der Niederländer nach einer neuerlich langen Auszeit noch immer zu überstehen hat. „Vielleicht hat der Trainer an meine Gesundheit gedacht“, gab selbst Robben zu, „ich war aber nicht angeschlagen.“ Ancelotti gilt als Menschenversteher, er wird es wohl schaffen, den Kindskopf im 32-Jährigen zu besänftigen. In erster Linie ist der Wechsel ja auch nicht als Misstrauensvotum zu verstehen gewesen.

Robben hatte solide gespielt, und dass in Kingsley Coman am Ende auf seiner Position eine frische Kraft die Arbeit fortsetzen sollte, muss er verkraften. Er habe das System geändert und mehr über die Flügel kommen wollen, erklärte der Coach den Doppelwechsel, neben Coman hatte er auch noch Douglas Costa für Joshua Kimmich in die Partie beordert.

Der Brasilianer leitete das 2:1 ein, Mats Hummels lobte ihn, er kenne keinen Spieler, der auf den ersten Metern ähnlich explosiv sei. Womöglich war es ganz gut, dass Robben diesen Satz nicht mehr gehört hat. Im Kreise seiner Familie werden sie jedenfalls sensibel genug gewesen sein, ihm ein Lob für unmittelbare Konkurrenz vorenthalten zu haben. Er hatte ja so schon schlechte Laune. Vielleicht hatten sie sogar „Stroopwafels“ für ihn. Die süßen Sirupdinger beruhigen kindische Gemüter.

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