Kein Wort über Dortmunder Situation

Rummenigge über BVB: "Ich glaube, das nervt die" 

FC Bayern Karl-Heinz Rummenigge
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FCB-Chef Karl-Heinz Rummenigge.

München - Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge reagiert allmählich genervt auf die andauernde Diskussion über die Lage bei Borussia Dortmund.  

„Ich möchte über die Situation von Borussia Dortmund gar nicht sprechen. Borussia Dortmund muss die Dinge, die Borussia Dortmund angehen, selbst lösen. Ich glaube, das nervt die. Und ich möchte mich nicht in die Reihe derer einreihen, die da nur nerven“, erklärte Rummenigge am Freitag in München, als er um eine Einschätzung der Verhältnisse beim Tabellenletzten gebeten wurde.

Jobgarantie für Klopp

Dem Vizemeister der Vorsaison stehen derweil schwere Zeiten bevor. Steht der Edelkader auch nach den Partien gegen die Mitkonkurrenten Freiburg, Stuttgart und Mainz sowie dem Derby gegen Schalke noch am Tabellenende, drohen Turbulenzen. Auf Medienberichte, wonach in diesem Zeitraum über die Zukunft von Jürgen Klopp entschieden wird, reagierte der Club mit einer Jobgarantie für den Trainer. „Natürlich, das steht außer jeder Frage. Ich bin überhaupt nicht bereit, jede Woche diese Frage aufs Neue zu beantworten. Das hier ist das letzte Mal, dass ich darüber offiziell sprechen werde“, sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke der „Bild“.

Ob der neuerliche Treueschwur für Klopp auch bei anhaltender Talfahrt erneuert wird? Die bisher erstaunliche Geschlossenheit des Abstiegsaspiranten geriet nach dem 0:1 am Mittwoch gegen den FC Augsburg gehörig ins Wanken. Selbst die treuen Fans auf der Südtribüne, die ihre Mannschaft zuletzt auch nach Niederlagen bedingungslos unterstützt hatten, verweigerten erstmals die Gefolgschaft. Auf das schrille Pfeifkonzert und die Sprechchöre („Wir wollen euch kämpfen sehen“) reagierte Klopp mit Verständnis: „Die Leute sind sehr enttäuscht und sauer. Der ein oder andere hat Angst um die Zukunft des Vereins.“

Allerdings gingen Kevin Großkreutz die Anfeindungen von Fans gegen einzelne Spieler zu weit. „Die Reaktionen nach dem Spiel waren völlig verständlich und gerechtfertigt“, schrieb er am Freitag im sozialen Netzwerk Instagram. „Nur eins kann und werde ich nie verstehen... Wie kann man einzelne Spieler im Internet so - wirklich unter der Gürtellinie - beleidigen.“ Vor einem Jahr seien die BVB-Spieler noch als Helden gefeiert worden. „Es ist immer noch Borussia Dortmund und nicht irgendein Verein. Lasst uns weiterhin das Team unterstützen, so wie ihr es immer getan habt - gemeinsam werden wir es schaffen“, meinte Großkreutz.

Sahin: "Klar spielt die Psyche eine Rolle"

Diese Sorgen der Fans um die Zukunft sind aber berechtigt. Auch wenn sich der frühere BVB- und aktuelle Bayern-Profi Robert Lewandowski den Revierclub „nicht in der 2. Liga vorstellen“ kann und einen Absturz für „unmöglich“ hält, erscheint das Horror-Szenario immer realistischer. Alle Maßnahmen von Klopp scheinen zu verpuffen. Auf Fragen nach eigenen Fehlern reagiert der Trainer selbstbewusst: „Wir haben nicht so viel falsch gemacht, dass wir 18. sein müssten. Es geht jetzt nicht darum, dass ich mich durch übermäßige Selbstkritik auch noch selbst schwäche. Resignation ist nicht im Ansatz in mir.“

Gleichwohl ist sein einstmals für innovative Spielkultur gerühmter BVB auf das Niveau eines echten Abstiegsaspiranten gesunken. Nur der HSV (12) erzielte weniger Treffer als die Dortmunder (18). Mit jeder Niederlage wächst die Ratlosigkeit, mit jeder vergebenen Chance schwindet das Selbstvertrauen. Bezeichnend ist es, dass die Mannschaft nach einem Rückstand - wie auch gegen Augsburg - stets den Glauben an die eigene Stärke verliert. „Klar spielt die Psyche eine Rolle. Jede Aktion die nicht gelingt, führt zur totalen Verkrampfung“, bekannte Mittelfeldspieler Nuri Sahin, „die Lage ist brisant und extrem gefährlich.“

Nur Siege können helfen, die Verunsicherung zu vertreiben. Im Kellerduell am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim nur zwei Punkte besser platzierten Tabellen-15. aus Freiburg soll die Trendwende eingeleitet werden. Klopp hofft, dass seine Profis die kommenden schweren Wochen mit ähnlicher Zuversicht angehen wie er: „Wir lassen uns nicht auseinandertreiben. Ich bin nach wie vor felsenfest vom Klassenerhalt überzeugt.“

dpa/sr

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