Vom Absteiger zum Nationalspieler

Sansone träumt von Rückkehr zu den Bayern

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Shall we dance? Nicola Sansone lässt Real Madrids Sergio Ramos alt aussehen.

FC Bayern München II - Im Jahr 2011 stieg Nicola Sansone mit den Amateuren des FC Bayern in die Regionalliga ab. Heute stürmt der 25-Jährige für die italienische Nationalmannschaft und steht in der spanischen Torschützenliste vor Barcas Superstar Neymar.

Mit dem Fall in die Viertklassigkeit schien Sansones Traum von der Profi-Karriere schon geplatzt zu sein. Neun Jahre lang hatte der gebürtige Münchner im Nachwuchs des Rekordmeisters eine hervorragende Ausbildung genossen. "Er hat immer hart gearbeitet. Er ist einer, der nie aufgesteckt hat", erinnert sich Junioren-Coach Kurt Niedermayer in der Süddeutschen Zeitung an Sansones Anfänge. In seiner ersten A-Jugend-Saison erzielt der trickreiche Angreifer 16 Tore. Doch im Jahr darauf stagniert die Entwicklung des Italieners erstmals, das Talent hatte mit mehreren Verletzungen zu kämpfen.

In der Spielzeit darauf schafft er dennoch den Sprung zu den Amateuren, erhält Einsatzzeiten unter Mehmet Scholl. Mit Hermann Gerland, der auf Scholl folgt, kommt Sansone weniger gut zurecht. "Es war ein bisschen auch meine Schuld" gibt sich der Stürmer eine Mitschuld. Mit Gerland auf der Kommandobrücke steigen die Amateure in der Spielzeit 2010/2011 in die Regionalliga ab. Sansone behält das Jahr trotzdem in guter Erinnerung. In der Bundesliga-Partie gegen den SC Freiburg wird er von Louis van Gaal ins Aufgebot der ersten Mannschaft berufen, kommt jedoch nicht zum Einsatz. "Ich war schon sehr nah dran am Profi-Kader", sagt der 25-Jährige heute. Seine Teamkameraden aus der Reserve versuchen ihr Glück in der 2. Bundesliga oder bei den Amateur-Vertretungen anderer Profi-Klubs.

Sansone geht einen komplett anderen Weg. Ihn zieht es ins Heimatland seiner Eltern, nach Italien. Der FC Parma, der ihn verpflichtet, verleiht den quirligen Offensiv-Spieler zunächst in die Serie B zum FC Crotone. Dort macht Sansone mit diversen Torbeteiligungen nachhaltig auf sich aufmerksam, sodass ihn sein Stammverein bereitwillig wieder aufnimmt. "Da ich Italiener bin, wollte ich immer mal in der Serie A spielen", hatte sich für den gebürtigen Münchner bereits damals ein Traum erfüllt. In der Spielzeit 2013/2014 gelingt der endgültige Durchbruch. Sieben Tore und acht Assists in der Serie A sind eine stolze Bilanz, die auch der US Sassuolo nicht verborgen bleiben. Auch nach seinem Wechsel innerhalb der italienischen Elite-Klasse sorgt Sansone weiterhin für Furore. Spätestens am 16. Juli 2015 ist er am Ziel seiner Träume angelangt. Nationaltrainer Antonio Conte wechselt den damals 24-Jährigen im Freundschaftsspiel gegen Portugal in der 68. Minute ein. Und dass, nachdem Sansone vier Jahre zuvor noch in die Viertklassigkeit abgestiegen war.

Der vorerst letzte Schritt in der erstaunlichen Entwicklung des Nicola Sansone folgt im vergangenen Sommer. Für stolze 13 Millionen Euro sichert sich der spanische Europa League-Teilnehmer FC Villareal die Dienste des Angreifers. Dort trifft Sansone auf einen alten Bekannten: Mit Roberto Soriano hatte er bereits im Nachwuchs des FC Bayern zusammen gekickt. Und auch auf der iberischen Halbinsel läuft es für den 25-Jährigen wie am Schnürchen. Nach sechs Ligaspielen hat der Italiener bereits vier Treffer erzielt, genauso viele wie Leo Messi, einen mehr als Brasiliens Superstar Neymar.

Was soll da noch folgen? Sansone bleibt weiter ehrgeizig und hat sich für die laufende Spielzeit einiges vorgenommen. Etwa die dauerhafte Rückkehr zur Squadra Azzura. Auch die Bundesliga hat der Angreifer nicht aus den Augen verloren, er träumt von einer baldigen Rückkehr. "Am liebsten zu Bayern irgendwann mal, das wäre mein Traum", sagt der 25-Jährige mit leuchtenden Augen.

Text: Lukas Schierlinger

Quelle: fussball-vorort.de

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