"Die Fesseln sind abgestreift"

Scholl: Ancelotti hat Bayern schon ent-Pept

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Der Mister hat schon alles im Griff: Carlo Ancelotti hat mit seinen Bayern die Optimalausbeute der ersten drei Spiele geschafft.

München - Was wird neu unter Carlo Ancelotti? Das war eine der Hauptfragen der vergangenen Tage. Eine Antwort gab Mehmet-Scholl noch vor dem Anpfiff Bayern gegen Bremen.

 „Carlo hat die Spieler freigelassen“, befand ARD-Experte Mehmet Scholl und fügte kritisch hinzu: „Peps Fesseln sind abgestreift.“ Karl-Heinz Rummenigge äußerte sich da viel moderater. „Carlo hat seine eigenen Vorstellungen was Taktik und Aufstellung betrifft“, sagte der Bayern-Boss, der den neuen Trainer schon zu gemeinsamen Spielerzeiten in Italien kennengelernt hat. „Ich hoffe, dass sich der Erfolgskurs nicht ändert. Man darf nicht vergessen, dass wir mit Pep sieben Titel geholt haben.“ Rummenigge unterhält sich mit Ancelotti auch auf Italienisch, aber „er spricht schon erstaunlich gut Deutsch, lernt drei- bis viermal die Woche.“ Guardiola, so das Fazit des Bayern-Bosses, sei „emotional“, Ancelotti „entspannt, gemütlich, ruhiger“. Aber beide seien „Welttrainer“.

Konzeptionell und taktisch habe sich unter Ancelotti einiges verändert, erklärte Sky-Experte Didi Hamann. Der Italiener gebe den Spielern mehr Freiheiten als Pep Guardiola, und daraus, so der Ex-Bayer, ergeben sich „mehr Möglichkeiten, mehr Optionen. Er braucht ja niemandem das Fußballspielen beizubringen. Das sind alles Weltmeister- und Champions-League-Sieger.“ Taktisch sei jetzt schon offensichtlich, dass sich die Bayern „weiter fallen lassen, um so Räume für ihre schnellen Spieler zu schaffen.“ Die Zeiten des 70- bis 75prozentigen Ballbesitzes seien, so Hamann, passe.

Und dann gibt es ja noch eine bedeutende Veränderung beim Rekordmeister: Uli Hoeneß kehrt als Präsident zurück. Er glaube nicht, dass sein Ex-Mitspieler viel ändern werde, befand Rummenigge angesichts der Erfolgsbilanz. Auch Scholl geht nicht davon aus, dass es Reibereien in der neuen Führungskonstellation geben werden: „Ich kenne Kalle und Uli ja schon lange. Das sind beides starke Persönlichkeiten, und auch wenn sie nicht immer einer Meinung sind, hoffe ich, dass sie gut zusammenarbeiten.“

Dass es gegen den Rekordmeister nicht leichter wird, Tore zu erzielen, ist nach der Verpflichtung von Mats Hummels klar. Scholl: „Der Transfer ist für den Verein logisch, damit man nicht wie in der Vorsaison manchmal ohne Innenverteidiger spielen muss.“

Schon länger war klar, dass Arjen Robben wegen einer Muskelverletzung weiter pausieren muss. „Es gibt Spieler, die anfälliger sind, die Schwachstellen haben“, sagte Oliver Schmidtlein, Ex-Physio der Löwen, der Bayern und der Nationalmannschaft und jetzt Sky-Experte. Auch Robbens Art zu gehen, deute auf eine „Schwachstelle in der Körpermitte“ hin. „Aber es ist auch schwierig, einem Spieler zu sagen, du bist fit für 35 Spiele, aber nicht für 60.“

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Auch Joachim Löw ließ sich das Auftaktspiel nicht entgehen. Er sagte in der ARD: „Gute Unterhaltung war das eigentlich nur für die Bayern-Fans, weil Bremen eigentlich gar nichts nach vorne macht. Defensiv sind sie auch überfordert. Von daher ist es eigentlich wie ein Trainingsspiel für die Bayern. Nach den Länderspielen werde ich sicherlich mal mit Carlo Ancelotti Kontakt haben und ihn hier besuchen.“

tz

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